Zäher Prozess nach schwerem Arbeitsunfall

Von VN/Christiane Eckert
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er Verletzte (hier Bild mit Anwältin Olivia Lerch) ist zu 100 Prozent Invalide. er Verletzte (hier Bild mit Anwältin Olivia Lerch) ist zu 100 Prozent Invalide. - © VOL.AT/Bernd Hofmeister
Feldkirch - Der Senat des Arbeits- und Sozialgerichtes in Feldkirch muss sich zur Zeit mit der Haftung rund um einen schweren Arbeitsunfall beschäftigen.

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Im Oktober 2011 wurde ein 42-jähriger Bregenzerwälder schwer verletzt, als er einen Schaden an einer Steinbrecheranlage reparieren wollte. Ein Kollege hob ihn mit der Schaufel eines Radladers hoch, damit der Arbeiter auf Höhe des Förderbandes kommen sollte, da passierte das Unglück. Der Arbeiter wurde zwischen Schaufel und Anlage eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt. Schwerste innere Verletzungen hätten ihn beinahe das Leben gekostet.

Zu 100 Prozent Invalide

Dieses Jahr warten noch mindestens zwei Operationen auf ihn. Es gab immer wieder schwere Komplikationen. Er ist zu 100 Prozent Invalide. 50 Prozent der Schuld übernimmt der Verletzte selbst. Im Übrigen gibt es zwei Beklagte, die nun zur Kasse gebeten werden sollen. Zum einen, der Fahrer des Radladers wegen Verschuldens, zum anderen der Halter des Fahrzeuges nach dem Eisenbahn- und Kraftfahrzeughaftpflichtgesetz. Inwiefern Versicherungen den Schaden abdecken könnten, muss geklärt werden. In der ersten Verhandlung wurden vorerst das Prozessprogramm besprochen und einige grundsätzliche Dinge geklärt.

Viel Geduld

Die Parteien werden einen langen Atem brauchen, denn der Unfallhergang wird von Verletztem und Fahrer völlig gegensätzlich geschildert, die Haftungsgrundlagen und die damals bestehenden Befugnisse müssen erörtert werden. Vermutlich bedarf es technischer und mehrerer medizinischer Gutachten. Ein Vergleich scheint unwahrscheinlich, denn der Mann wird lebenslänglich unter den Folgen leiden, die Ausgaben und künftig anfallenden Kosten werden enorm sein. Klagsvertreterin Olivia Lerch hat ihren Mandanten darauf vorbereitet, dass es eine ganze Weile dauern wird, bis es in diesem Fall eine Entscheidung gibt. Die Gegenanwälte Christoph Dorner und Markus Fink sind ebenfalls gefordert, der Fall ist kompliziert und vielschichtig. Im März geht das Verfahren weiter. Da sollen zunächst die Parteien einvernommen werden.

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