Wieder Haft für Jackpot-Gewinner

Von NEUE/Seff Dünser
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Inzwischen ist der Angeklagte hoch verschuldet.
Inzwischen ist der Angeklagte hoch verschuldet. - © Bilderbox (Symbolbild)
41-Jähriger gab von Casino erstrittenes Geld in Wettlokalen sowie Erotikbars aus und hat so seine Gläubiger betrogen.

Vor zwölf Jahren hat der Vorarlberger im Spielcasino in St. Gallen bei einem Spielautomaten den Jackpot und damit 3,5 Millionen Franken gewonnen. Mittlerweile ist der Spielsüchtige insolvent und nach eigenen Angaben mit 1,2 Millionen Euro verschuldet. Gestern wurde über den 41-jährigen Unterländer am Landesgericht Feldkirch erneut eine Haftstrafe verhängt. Der mit drei Vorstrafen belas­tete Angeklagte wurde wegen betrügerischer Krida zu einer teilbedingten Gefängnisstrafe von 15 Monaten verurteilt. Davon beträgt der unbedingte Teil fünf Monate.

Bei der Sanktion handelt es sich um eine Zusatzstrafe zu einer deutschen Verurteilung zu neun bedingten Haftmonaten vom März 2016. Das gestrige Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Gabriel Rüdisser ist nicht rechtskräftig. Der Strafrahmen belief sich auf sechs Monate bis fünf Jahre Haft.

Nach Überzeugung des Gerichts hat der Angeklagte 2014 während seines Insolvenzverfahrens mehr als 50.000 Euro bei Glücksspielen in Wettlokalen verspielt und in Tabledancelokalen ausgegeben und damit zahlreiche Gläubiger geschädigt. Die Staatsanwaltschaft hatte den angeklagten Schaden mit 117.000 Euro beziffert.

Zu spät gesperrt

Der Schuldner hat Gläubigern einen Teil jener hohen, geheimgehaltenen Geldsumme vorenthalten, die er mit einem außergerichtlichen Vergleich vom St. Galler Casino erhalten hat. Mit der gütlichen Einigung hatte der Zivilprozess des klagenden Spielsüchtigen gegen die Spielbank geendet, in dem er ursprünglich 1,6 Millionen Euro als Schadenersatz gefordert hatte. Der Kläger hatte behauptet, er sei zu spät gesperrt worden und habe deshalb trotz seines Jackpots mehr verloren als er gewonnen habe. Verteidiger Thomas Raneburger beantragte einen Freispruch, weil sein Mandant wegen seiner Spiel- und Alkoholsucht gar nicht zurechnungsfähig gewesen sei. Der Angeklagte gab an, sein früherer Anwalt habe ihm gesagt, er könne mit dem vom Casino erstrittenen Geld tun, was er wolle. Auch deshalb meint der Angeklagte, unschuldig zu sein.

Anleger betrogen

Der Vater von vier Kindern wurde gestern als Häftling aus der Justizanstalt Feldkirch in den Gerichtssaal geführt. Der 41-Jährige verbüßt seit neun Monaten eine Haftstrafe von 30 Monaten wegen gewerbsmäßig schweren Betrugs. Der seinerzeitige Versicherungsvertreter hatte neun Anleger um 800.000 Euro betrogen. Er hatte die Anlegergelder missbräuchlich zur Finanzierung seiner Spielsucht verwendet.

 

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