Über 100 Tote bei Anschlag auf Moschee in Nigeria

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Über 100 Tote bei Anschlag auf Moschee in Nigeria
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Bei einem verheerenden Angriff auf die Große Moschee der nigerianischen Millionenstadt Kano sind mehr als 120 Menschen getötet worden. Mit Sprengsätzen und Gewehren bewaffnete Angreifer attackierten während des Freitagsgebets die Moschee, deren oberster Geistlicher vergangene Woche zum Kampf gegen die Extremistengruppe Boko Haram aufgerufen hatte.


Ein Polizeisprecher sagte, zunächst hätten sich zwei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, bevor mehrere Schützen das Feuer auf die Flüchtenden eröffneten. Laut vorläufigen Zahlen der Rettungskräfte wurden 270 Menschen verletzt. Vier Angreifer wurden von der Menge getötet.

Sie seien von der aufgebrachten Menschenmenge gelyncht worden, die anderen hätten im Chaos fliehen können. Augenzeugen berichteten, dass Sicherheitskräfte Schüsse abgegeben hätten, um weitere Angreifer abzuschrecken. Der Polizeisprecher schätzte die Zahl der Attentäter auf etwa 15.

Die Große Moschee ist direkt an den Palast des Emirs von Kano angeschlossen, des zweithöchsten islamischen Geistlichen in Nigeria. Emir Muhammad Sanusi II. hatte vergangene Woche in der Moschee zum bewaffneten Widerstand gegen die Islamistengruppe Boko Haram aufgerufen. Zugleich hatte er der Armee vorgeworfen, die Bevölkerung nicht vor den Angriffen zu beschützen. Wo sich der Emir zum Zeitpunkt des Anschlags befand, war unklar.

Ob Boko Haram hinter dem Anschlag in Kano steckt, war zunächst unklar. Die sektenartige Bewegung kämpft seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit Beginn des Konflikts im Jahr 2009 töteten die Extremisten bei Angriffen auf Armee, Behörden, Schulen und Kirchen mehr als zehntausend Menschen. Allein in den vergangenen Tagen wurden bei Anschlägen auf einen Markt in Maiduguri und auf Fischhändler am Tschadsee dutzende Menschen getötet.

Rund 80 der 170 Millionen Einwohner Nigerias sind Muslime. Der Emir von Kano ist für sie eine religiöse Respektsperson ersten Ranges. Nur der Sultan von Sokoto genießt noch höheres Ansehen. Dieser hatte am Montag die Sicherheitsbehörden wegen ihrer Unfähigkeit, die Angriffe der Extremisten zu verhindern, scharf angegriffen. Boko Haram wirft den islamischen Würdenträgern hingegen vor, den Islam zu verraten, indem sie Anordnungen der nigerianischen Regierung Folge leisten.

Kano ist mit zehn Millionen Einwohnern die größte Stadt im Norden Nigerias. Sie war bereits wiederholt Schauplatz blutiger Anschläge, der schlimmste davon im Jänner 2012, als mindestens 185 Menschen starben. Zuletzt waren am 14. November bei einem Selbstmordattentat mindestens sechs Menschen getötet worden. Wenige Stunden vor dem Anschlag in Kano gelang es den Sicherheitskräften in der Stadt Maiduguri, auf einem Markt mehrere Sprengsätze zu entschärfen.

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