Traditionelles Handwerk – kulturpolitische und wirtschaftliche Bedeutung

Von Gemeindereporter Marianna Moosbrugger
Akt.:
Symposium Werkraum
Symposium Werkraum - © Marianna
Wissen und Können vom Aussterben bedroht?   

Andelsbuch. Der Werkraum Bregenzerwald wurde erst kürzlich in das internationale UNESCO-Register guter Praxisbeispiele für die Erhaltung des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Aus gegebenem Anlass wurde das Symposium „Traditionelles Handwerk als immaterielles Kulturerbe und Wirtschaftsfaktor in Österreich“ in Werkraumhaus abgehalten. Bei der internen Veranstaltung am Vormittag erläuterten geladenen Gäste den Stand der Fertigkeit und Ausbildung im Handwerk als Kulturerbe. Geleitet wurde das Round-Table-Gespräch von der Kulturhistorikerin Renate Breuß. Als zweiter Punkt auf dem Vormittagsprogramm stand ein transnationaler Austausch mit Teilnehmern aus dem gesamten Alpenraum.

Immaterielles Kulturerbe

Am Nachmittag konnte Geschäftsführer Thomas Geisler neben heimischen Handwerkern, Gäste aus überregionalen Institutionen aus der Schweiz, Deutschland, Italien zum Symposium begrüßen. Die Vortragsreihe begann Heidi Bichler-Ripfel, Leiterin des Instituts für angewandte Gewerbeforschung, mit der Präsentation der Ergebnisse und Erhebungen zur UNESCO-Studie. Anschließend wurde das Hand.Werk.Haus Salzkammergut, das ebenfalls zum Kulturerbe erklärt wurde, von Barbara Kern vorgestellt. Sie erläuterte wie sich Spitzenhandwerker aus dem gesamten Salzkammergut zusammengetan haben, ein über 200 Jahre altes Försterhaus adaptierten in dem sich heute Tradition und Moderne miteinander verbindet.

Kern berichtete zudem detailliert von Projekten zu ihrem Schwerpunkt „Schule und Jugend im Handwerk“. Christina Leitner, wissenschaftliche Leiterin Textiles Zentrum Haslach, präsentierte die Kooperation von fünf Partnern die gemeinsam unter dem Dach eines historischen Fabrikareals beheimatet sind. Sie versuchte sinnbildlich den Faden weiterzuspinnen und die vielfältigen Synergien zwischen Museum, Produktion, Ausbildung und Kunst zu erläutern. Als Dritte im Bunde der ausgezeichneten Handwerkzentren wurde von Susanne Schedler das Werkraumhaus und der Verein Werkraum Bregenzerwald als international anerkanntes Model des neuen Handwerks vorgestellt. Ebenfalls wurde das Pilotprojekt Werkraumschule in Zusammenarbeit mit den Bezauer Wirtschaftsschulen aufgeführt.

Zum Abschluss der Vortragsreihe informierte Gerold Wagner von der Burghauptmannschaft Österreich über das Informations- und Weiterbildungszentrum der Denkmalpflege. Welche Möglichkeiten von der Kartause Mauerbach auf den Gebieten historische Sanierungstechniken aber auch moderne Restaurierungsmethoden geboten werden. Mit einer Podiumsdiskussion zur Fragestellung, „Welche Voraussetzungen braucht ein lebendiges Handwerk, wie können Nachwuchs und Ausbildung erfolgreich aufgebaut bzw. weiterentwickelt werden“, fand das Symposium traditionelles Handwerk als immaterielles Kulturerbe und Wirtschaftsfaktor in Österreich seinen Ausklang.

 

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