"Sex Test"-App soll Kondom-Muffel bekehren

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Sex-App soll Bewusstsein für Kondome stärken. Sex-App soll Bewusstsein für Kondome stärken. - © Bilderbox
Schweden bewirbt Verhütung bei Jugend, da Krankheiten zunehmen

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Das Schwedische Institut für die Kontrolle von Infektionskrankheiten und die nationale Gesellschaft für HIV-Prävention wollen mit einer neuen App unter der Jugend des Landes das Bewusstsein für die Gefahren von ungeschütztem Sex steigern. "Test Sex" lässt Teenager virtuellen Geschlechtsverkehr mit Facebook-Freunden oder erfundenen Charakteren, die von schwedischen Schauspielern verkörpert werden, haben. Dazu nehmen die Jugendlichen ihre besten Lust-Laute mit dem Handy auf. Dann werden diese mit dem Gestöhne des Wunschpartners gemischt werden. Durch Fragen und Fakten zur Kondomverwendung soll das Thema in den Köpfen verankert werden.

Sexuell übertragbare Krankheiten nehmen zu

Die Zahl der Infektionen mit Gonorrhö und Chlamydien durch ungeschützten Geschlechtsverkehr steigt in Schweden seit mehreren Jahren an. Gonorrhö-Fälle verzeichneten 2011 ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Auch in Österreich ist seit dem Tiefstand in den 1990er-Jahren wieder ein Anstieg dieser Erkrankungen zu beobachten, wie eine Studie der MA15 belegt. Das hängt mit der sinkenden Bereitschaft zur Kondomverwendung zusammen. Die Angst vor HIV ist nur noch ein kleines Thema und an die anderen Krankheiten denkt niemand", sagt Angela Tunkel, Geschäftsführerin der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung.

Die schwedische App bietet die Möglichkeit von Fantasie-Sex mit elf von mehr oder weniger berühmten Stars gesprochenen Charakteren wie "dem Handwerker", "der untreuen Ehefrau" oder "dem Fitness-Trainer". Mutige Jugendliche können auch eine Test-Sex-Anfrage an Facebook-Freunde schicken. So erfahren sie, wie es klingen könnte, Sex mit den Online-Bekanntschaften zu haben. So wollen die Initiatoren Sex und Verhütung bei den Jugendlichen ins Gespräch bringen. Jugendliche schämen sich nämlich oft, über Kondome zu sprechen.

Vorbild Schweden

"Teenager schämen sich oft für ihren Körper. Hier ist die Politik gefordert durch Aufklärungsunterricht und entsprechend ausgebildete Lehrer gegenzusteuern. Leider fehlt für kreative Kampagnen wie in Schweden oft das nötige Geld", so Tumpel. Durch Pop-ups mit Fakten zum Kondomgebrauch in Schweden und die jedem virtuellen Geschlechtsakt vorausgehende Frage nach dem Wunsch, ein Kondom zu verwenden, sollen die Jugendlichen auf die Webseite knulldeluxe.se ("Deluxe-Fick") gelockt werden. Dort gibt es Gebrauchsanweisungen für Kondome sowie eine Liste mit Ärzten, die Tests für sexuell übertragbare Krankheiten anbieten.

"Dass die Infektionszahlen steigen, ist alarmierend. Das Gesundheitsministerium müsste sich einschalten. Gratis-Kondome wären eine Option, da die Überzieher für Jugendliche schlicht zu teuer sind. Wenn sie sich aus Kostengründen entscheiden müssen, greifen die Jugendlichen oft zur Pille. Kondome sind aber das einzige Verhütungsmittel in Österreich, das vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt", so Tunkel.

(pte)

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