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Österreich befindet sich auf hohem Wohlstands-Niveau

Der Wohlstand in Österreich befindet sich seit 2016 auf einem hohen Niveau. Laut Statistik Austria sei es in den vergangenen Jahren nicht so sicher gewesen, dass dieses Niveau im europaweiten Vergleich gehalten werden kann.

Die Österreicher haben wenig Grund zum Jammern: “Wir befinden uns auf einem sehr hohen Wohlstandsniveau – jetzt sehen wir auch wieder mehr Dynamik in der Wirtschaftsentwicklung”, resümierte Statistik-Austria-Chef Konrad Pesendorfer am Dienstag in einer Pressekonferenz. In den vergangenen Jahren sei es nicht so sicher gewesen, dass dieses im europaweiten Vergleich hohe Niveau gehalten werden kann. Die Eckdaten: Die reale Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt) pro Kopf erhöhte sich 2016 gegenüber dem Jahr davor ein wenig um 0,2 Prozent; das BIP insgesamt stieg um 1,5 Prozent deutlich stärker – es musste also auf mehrere Personen verteilt werden. Der Konsum pro Kopf verstärkte sich im Vorjahr um 0,4 Prozent. Das Einkommen nahm um 1,4 Prozent zu – “das heißt, die Konsummöglichkeiten sind gestiegen”, so Pesendorfer.

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Subjektive Lebenszufriedenheit in Österreich hoch

Nach dem BIP pro Kopf in Kaufkraftstandards liegt Österreich im EU-Vergleich an vierter Stelle – hinter Luxemburg, Irland und den Niederlanden. Zudem sei den Prognosen der Wirtschaftsforscher zufolge hierzulande 2017 und 2018 “ja eine deutliche Aufhellung am Konjunkturhimmel” zu erwarten.

Die subjektive Lebenszufriedenheit ist insgesamt hoch; allerdings haben sich die Arbeitslosigkeit mit einer Quote von zuletzt 6 Prozent und die Teilzeitquote erhöht. Österreich gehört der Statistik zufolge aber immer noch zu den Ländern mit den niedrigsten Arbeitslosenquoten in Europa. In den EU-28-Staaten liegt der Schnitt bei 8,6 Prozent – “um die und über 20 Prozent” beträgt die Arbeitslosigkeit in Ländern wie Kroatien, Spanien und Griechenland, merkte die Leiterin der Statistik-Austria-Analyseabteilung Alexandra Wegscheider-Pichler an. Positiv zu vermerken ist die “sehr gute Arbeitsproduktivität” in Österreich.

Auseinanderdriften der unteren und oberen Einkommen

Langfristig betrachtet gibt es aber leider ein Auseinanderdriften der unteren und oberen Einkommen. Während die Einkommen im obersten Fünftel seit 1998 real um 2,9 Prozent gewachsen sind, sind sie im untersten Viertel um 19 Prozent geschrumpft. Pesendorfer verwies in diesem Zusammenhang auf sich verändernde Strukturen am Arbeitsmarkt: “Das heißt, es gibt immer weniger stabile Beschäftigungsverhältnisse”, sagte er zur APA.

Der Anteil der über das ganz Jahr mit Vollzeitarbeit Beschäftigten sei zwischen 2006 und 2015 von 54 Prozent auf unter 50 Prozent gesunken. Gleichzeitig habe es einen starken Anstieg der Teilzeit- und Saisonbeschäftigung und generell der atypischen Beschäftigung gegeben. “Das führt zu einem Auseinanderdriften der Einkommenssituation von Schlecht- und Besserverdienenden”, erklärte der Statistik-Austria-Chef. Zwischen 1998 und 2015 erhöhte sich die Teilzeitquote in Österreich von 15,6 auf 28,2 Prozent.

Weniger armutsgefährdete Menschen in Österreich

Der Anteil der armuts- bzw. ausgrenzungsgefährdeten Menschen hat sich der Datenlage zufolge zwischen 2008 und 2016 von 20,6 auf immer noch 18 Prozent verringert. Der EU-Schnitt liegt bei 23,4 Prozent – besonders schlecht geht es den Griechen, Rumänen und Bulgaren. 3 Prozent der Österreicher lebten 2016 in Wohnungen mit sehr schlechtem Standard – es fehlten Dusche, Bad oder WC, die Wände oder Böden waren feucht oder die Räume dunkel.

Energieverbrauch legte zu

Zur Beurteilung der Situation der Österreicher durchleuchteten die Statistiker Schlüsselindikatoren zu den Themen Wohlstand, Lebensqualität und Umwelt. Auf der Umweltseite punktet Österreich mit einer deutlichen Absenkung der Treibhausgasemissionen seit 2005 (bis 2015) um 14,9 Prozent – allerdings von einem im europaweiten Vergleich hohen Niveau aus, in der EU liegt Österreich damit nur an 18. Stelle; im Verkehrsbereich seien die Emissionen zwischen 1995 und 2015 hierzulande sogar um 40,5 Prozent gestiegen. Der Lkw-Verkehr hat stark zugenommen. Auch der Energieverbrauch legte langfristig (1995 bis 2016) um fast ein Drittel zu, in den EU-28-Ländern aber nur um 0,1 Prozent (bis 2015).

APA/Red.

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