Freitag der 13. ist besonders sicher

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Freitag, der 13.: Laut Unfallsstatistik besonders sicher Freitag, der 13.: Laut Unfallsstatistik besonders sicher - © dpa
Menschen warten am Freitag, den 13., regelrecht auf ihr Unglück - und sorgen damit für den schlechten Ruf des Tages.

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Das erklärt der Hirnforscher Thomas Grüter, Autor des Buches "Magisches Denken". "Unser Gehirn arbeitet stets mit Assoziationen. An normalen Tagen bringt man ein Missgeschick nicht mit dem Datum in Verbindung - sehr wohl jedoch am Freitag, den 13.", so der Experte im pressetext-Interview.

Besonders sicherer Tag

Trifft am Freitag, den 13., ein Unglück ein, so ist die "Erfüllung" bloß Produkt der geschärften Wahrnehmung, versichert Grüter. Er vergleicht es mit dem Warten an der Supermarktkasse. "Beim Nachdenken wähnt sich jeder stets in der Schlange, die am längsten braucht - nur wegen der Erwartungshaltung, die Tage des schnellen Vorwärtskommens nicht abspeichert. Denn objektiv ist die Chance immer 50 zu 50."

Objektiv gesehen ist auch der vermeintliche Tag der Pleiten, Pech und Pannen kein Unglückstag, sondern vielmehr ein besonders sicherer Tag. Eine aktuelle Analyse der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt, dass es in Deutschland am besagten Datum im Schnitt 1.430 Unfälle gibt - um sechs weniger als an den anderen Freitagen. Nicht zuletzt dürfte das eine Folge von Vermeidungsverhalten sein, das manche Menschen an ihrem Unglückstag besser Acht geben lässt als sonst.

Christliche Ursprünge

Der Respekt vor dem Freitag, den 13., ist jedoch kein globales Phänomen. In Japan und China ist Acht die Unglückszahl, in Teilen Südamerikas die Zehn. "Die Abneigung gegen die Zahl 13 entstand im christlichen Kulturkreis, wo Zwölf aufgrund der zwölf Apostel stets als vollkommen galt, 13 als zuviel. Ebenso sah man den Freitag, den Todestag von Christus, als Unglückstag", berichtet Grüter. Heute verzichten manche Fluglinien auf die Sitzreihe 13 und manche Hotels auf diese Zimmernummer, um Abergläubische nicht zu verstören.

Nicht geglaubt, doch gerne gelesen

Dass der Freitag, der 13., so populär wurde, hängt eindeutig auch mit seiner Verbreitung in den Massenmedien im 20. Jahrhundert zusammen. Denn selbst in aufgeklärten und rationalen Zeiten kam der Menschheit der Sinn für Magie nicht abhanden, so der Experte. "Man liest gerne Berichte über jemanden, der morgens mit dem Fuß im Farbeimer landete, mittags von der Leiter fiel und abends beim Einschlafen den Rücken verdrehte und alles ein Freitag, der 13. war."

Dennoch steht für den Experten fest, dass kaum jemand tatsächlich an den Unglückstag glaubt. "Es ist ein Halbglaube, der weit verbreitet ist und jenem der Fußballer entspricht, die ebenfalls ihre Maskottchen und ritualisierten Bewegungen besitzen. Fragt man sie danach, so distanzieren sie sich davon. Aber es beruhigt sie, und der Aufwand dafür ist ja gering", so Grüter.

(pte Austria)

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