Maribor: Tradition und Moderne

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Maribor: Tradition und Moderne
Geistreiche Verbindung gelungen -  eine abwechslungsreiche Programmfülle der Kulturhauptstadt 2012.

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„Pure energy“ - so lautet das Motto der Kulturhauptstadt 2012. Sloweniens zweitgrößte Stadt Maribor nimmt im kommenden Jahr diese Rolle zusammen mit den fünf umliegenden Orten Ptuj, Velenje, Muska Sobota, Novo mesto und Slovenij Gradec ein. Jeder Ort bietet einen anderen Schwerpunkt, aber alle haben eines gemeinsam: Das zentrale Thema ist die Änderung der Identität, der Aufbruch zu Neuem, die Verknüpfung von Tradition und Moderne in Maribor und Umgebung.

Fortschrittlich und modern

Dies scheint der Weinregion bereits gelungen zu sein. Der genau 20 Jahre junge Staat Slowenien präsentiert sich an allen Ecken fortschrittlich und modern. Junge Führungskräfte in allen Projektbereichen, mit fortschrittlichen Ideen und durchwegs ausgezeichneten Sprachkenntnissen in Deutsch und Englisch, arbeiten eifrig daran, die Kulturhauptstadt 2012 für den Besucher so eindrucksvoll und nachhaltig wie möglich zu gestalten. Auch wenn das finale Programm noch nicht ganz feststeht, sind die Grundstrukturen schon gut erkennbar. Jeder teilnehmende Ort hat bereits sein eigenes Thema gefunden. Die Stadtgeschichte des nur 120.000 Einwohner umfassenden Maribor spiegelt sich im architektonischen Reichtum der vergangenen Jahrhunderte wider. Die Altstadt ist geprägt von mittelalterlichen Plätzen; entlang des Flussufers der Drau kann man Reste der historischen Stadtmauer bewundern. Der Stadtkern verfügt außerdem über zahlreiche, gut erhaltene Schlösser und Paläste, darunter die Stadtburg und das Barockschloss Betnava. Jeden Juni findet hier das Musik- und Kulturfest „Lent-Festival“, benannt nach dem Stadtteil, statt. Dann treffen sich Musiker aus aller Welt und jedem Genre, um die Stadt mit ihrer Klangfülle in ein pulsierendes Zentrum der Kultur zu verwandeln.

Alte Stadt - junges Gesicht

Was wäre die Weinregion Maribor, wenn nicht in ihrem Zentrum die älteste Rebe der Welt stünde? Die Rebe wurde nachweislich vor 400 Jahren im Stadtteil Lent gepflanzt, wo sie noch heute das „Haus der Alten Rebe“ mit mächtigen Armen umschlingt. Noch immer gibt sie Wein, der heute an prominente Besucher der Stadt überreicht wird. Auch eine Weinkönigin wählt man hier jährlich - und jeder Besucher des Hauses hat natürlich die Möglichkeit, ausgezeichnete Weine der Region Maribor zu verkosten und käuflich zu erwerben.

Wein prägt die ganze Region um Maribor. So bietet das Weingut „Dveri Pax“ eine eindrucksvolle Gelegenheit, den Weinbau in einer malerischen Umgebung kennenzulernen. Auf dem Benediktinerstift Admont werden seit Jahrhunderten die Reben für die herausragenden Tröpfchen angebaut. Das Stift, das erst nach der Unabhängigkeit Sloweniens zum Weinbau zurückfand, produziert heute auf 68 Hektar mehr als 200.000 Flaschen Weißwein, erklärt Veronica Verbancic. Sie leitet das Weingut im Auftrag des Stifts und führt die Gäste liebevoll durch eine Weinprobe der besten Tropfen des Hauses.

Preiswerte Urlaubsdestination

Maribor und Umgebung haben bereits jetzt viel zu bieten für wenig Geld. Ein Urlaub für Familien in der Region lohnt sich daher nicht nur wegen des abwechslungsreichen Angebots an Aktivitäten. Problemlos finden sich zahlreiche Ferienwohnungen ab 50 Euro pro Nacht in und um Maribor. Etwa im neu erbauten Ferienhaus-Park Bolfenk auf dem Gipfel des Pohorje, mit eindrucksvollem Blick auf das nahe gelegene Zentrum Maribor. Ruhe und natürliche Umgebung bieten besonders Familien ideale Voraussetzungen für einen preiswerten Aktiv-Urlaub.

Die sanften Hügel des Pohorje-Gebirges sind zudem bestens geeignet für leichte Wandertouren mit der ganzen Familie. Der Bergbau bildet den zentralen Wirtschaftszweig der Stadt Velenje. Bis heute wird hier aktiv Kohle nach einer speziellen Methode, der „Velenje-Methode“, abgebaut. Und so ist es kaum verwunderlich, dass es ein Bergbau-Museum gibt. Mehr als 25.000 Besucher kommen jährlich, um sich über die Geschichte des Kohleabbaus in der Region zu informieren. Bergbau zum Anfassen ist hier das zentrale Thema.

Bergbau zum Anfassen

Wie die Kumpel unter Tage, fahren die Besucher mit dem Aufzug 180 Meter in den Schacht ein, um sich mit Helm und Schutzkleidung ausgerüstet der Atmosphäre unter Tage hinzugeben. Hautnah lässt sich der Bergwerks-Alltag so erleben. Für 2012 ist zum Beispiel eine Bühne im Bergwerk auf 160 Metern Tiefe für Konzerte klassischer und volkstümlich-slowenischer Musik geplant. „Wenn der Perkmandeljc es gut mit uns meint, werden wir alle Vorhaben umsetzen“, so Museumsleiter Stojan Spegel lächelnd. Das ist der gute Geist des Bergwerks - wenn man ihn pflegt, können die Bergleute guter Dinge bei der Arbeit sein.

 

Masken und Fasching gehören einfach zu Ptuj

Alljährlich findet im Februar in Ptuj das „Kurentovanje“ statt, der Karnevalsumzug, bei dem vor allem Masken und Kostüme im Stil der alemannischen Fasnacht präsentiert werden. Die Ursprünge liegen in der heidnischen Vorstellung von der Vertreibung des Winters. Der Kurent - die zentrale Faschingsfigur - ist ein zottiges Wesen mit dichtem, hellem Fell und langem Schnabel. Unzählige Variationen dieser Figur laufen alljährlich zum Kurentovanje im Februar durch die Straßen der malerischen Altstadt. Im Museum des Schlosses Ptuj können zahlreiche der Kostüme bewundert werden. Außerdem gibt es im Haus eine umfangreiche Sammlung historischer Musikinstrumente zu sehen. Unter dem Motto „Ethnographie verbindet Kontinente“ ist die Tradition des Faschings daher auch das zentrale Thema im Rahmen der Kulturhauptstadt 2012 für Ptuj.

Eigenwilliges Heiraten unter Tage - in der Kapelle der heiligen Barbara

Velenje hat große Pläne: Bereits heute besteht im Bergbaumuseum die Möglichkeit, unter Tage in der unterirdischen Kapelle der heiligen Barbara zu heiraten. Hier haben sich sogar schon zwei Paare das Jawort gegeben und die wohl außergewöhnlichste Doppel-Hochzeit Sloweniens zelebriert. Auch Kindergeburtstage und andere Festivitäten sollen künftig angeboten werden.

Ein Festival für Pippi in Velenje

Velenje veranstaltet seit 1990 Anfang September das legendäre Kinderfest „Pippi-Langstrumpf-Festival“, bei dem auch eine „Pippi“ gewählt wird, die das Festival und die Stadt offiziell vertritt.

 

REISEINFOS

Anreise: Mit dem Auto von Österreich über die A11 Richtung der Hauptstadt Ljubljana und weiter auf der A1 Richtung Maribor komfortabel durchzuführen. Mit dem Flugzeug geht es nur über den Flughafen Ljubljana und weiter mit dem Bus oder Mietwagen etwa eine Stunde bis Maribor und Umgebung.
Einige Linktips: Alte Rebe in Maribor: http://maribor-pohorje.si, Weingut Dveri Pax, Stift Admont: www.dveri-pax.com, Ptuj-Tourismus: www.ptuj-tourism.si, Bergbaumuseum in Velenje: www.rlv.si/muzej, Pippi-Langstrumpf-Festival in Velenje: www.festival-velenje.si/pikin-festival
Weitere Informationen:
Offizielle Seite des Tourismusamts Maribor: www.visitmaribor.si. Slowenisches Tourismusbüro in Österreich: Opernring 1/R/4/447, 1010 Wien, Tel. 01 7154010.

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