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KTM präsentiert in Spielberg MotoGP-Projekt

KTM will mit einem eigenen Werks-Motorrad an den Start gehen.
KTM will mit einem eigenen Werks-Motorrad an den Start gehen. ©APA/AFP/Archiv
"Out of the dark!" Mit dem Titel von Falcos letztem großen Hit geht KTM beim Motorrad-Grand-Prix von Österreich erstmals mit seinem MotoGP-Projekt an die Öffentlichkeit. Am Samstag wird bei einer Pressekonferenz auf dem Red Bull Ring das neue MotoGP-Bike präsentiert, mit dem man 2017 in der Königsklasse startet. Am Sonntag folgt vor erwarteten 100.000 Zuschauern der erste "Ausritt".

Mit diesem mutigen Projekt wagt der in der Offroad-Szene höchst erfolgreiche Motorrad-Hersteller aus Österreich, der sich seit 2003 mit zweijähriger Unterbrechung auch an der Straßen-Weltmeisterschaft beteiligt, erstmals einen wirklichen Schritt in die sogenannte Königsklasse. Zwischen 2005 und 2008 war KTM sogar in allen drei WM-Kategorien vertreten gewesen, darunter auch als Motorenlieferant für das Roberts-Team in der MotoGP. Siege und WM-Titel gab es bisher aber nur in der 125er- und 250er-Klasse bzw. der Moto3. 2010 und 2011 hatte sich KTM – auch wegen der damaligen Finanzkrise – völlig aus der WM zurückgezogen.

KTM erstmals mit eigenen Werks-Motorrad

Mit der Rückkehr 2012 folgte aber auf Anhieb der erste Fahrertitel durch Sandro Cortese in der erstmals ausgetragenen Viertaktklasse Moto3, 2013 holte Maverick Vinales den Titel für die Österreicher. Aktuell hat KTM in diversen Kategorien von Enduro über Motocross, Rallye bis zur Straße (2 Fahrertitel, 3 Konstrukteurstitel Moto3, einer in der 125-ccm-Klasse) über 260 WM-Titel zu Buche stehen. Dazu kommen 15 Dakar-Siege in Folge.

2017 ist man erstmals mit einem eigenen Werks-Motorrad in der MotoGP am Start. RC16 heißt das zumindest 270 PS starke Zweizylinder-Viertaktbike aus der Rennfabrik im oberösterreichischen Munderfing, mit dem der Spanier Pol Espargarao und der Brite Bradley Smith – beide fahren derzeit für Yamaha Tech3 und gelten als schnellste Privatfahrer – “Orange” auch in der Zweirad-Königsklasse etablieren und erfolgreich machen wollen.

Technischer Berater aus Salzburg

In Spielberg pilotieren noch die Testfahrer Mika Kallio und Alex Hofmann das Bike. Der erste WM-Rennauftritt folgt schon dieses Jahr mit einem Wild-Card-Auftritt beim Saisonfinale im November in Valencia. Für das MotoGP-Projekt hat Firmenchef Stefan Pierer namhafte Fachleute aus der Motorradszene versammelt. Motorsport-Direktor ist Pit Beirer, Technischer Direktor Sebastian Risse und Konsulent bzw. Technischer Berater der Salzburger Mike Leitner, der viele Jahre Rennchef des dreifachen Weltmeisters (125 und 250 ccm) Daniel Pedrosa war.

2017 soll dann auch die letzte Lücke geschlossen werden. Nächstes Jahr wird es auch in der Moto2-WM ein KTM-Team mit zwei Fahrern geben, auch wenn in dieser Klasse Honda-Einheitsmotoren fest geschrieben sind. Damit soll gesichert werden, dass von KTM ausgebildete Pilotentalente in der mittleren Klasse nicht mehr verloren gehen. Ziel der Österreicher ist, einen Fahrer vom Rookies Cup bis in die MotoGP bei der Stange halten zu können.

Dank Dakar-Rallye nun Weltmarktführer

Das heutige KTM in Mattighofen ist 1992 aus dem damaligen Insolvenzfall entstanden. Pierer hatte damals das Unternehmen übernommen und saniert. Statt des geplanten Verkaufs wurde man vor allem dank der Siege bei der Dakar-Rallye Weltmarktführer im Gelände. Weiteres Wachstum strebt man seitdem mit Straßen-Motorrädern an. 2013 wurde Husqvarna übernommen. KTM hat mittlerweile 2.500 Angestellte und ist der größte europäische Motorrad-Hersteller mit einem Jahresumsatz von über einer Milliarde Euro.

(APA)

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