In Vorarlberg fehlen zwei Hausärzte

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In Vorarlberg sind derzeit zwei kassenärztliche Stellen unbesetzt.
In Vorarlberg sind derzeit zwei kassenärztliche Stellen unbesetzt. - © APA/HELMUT FOHRINGER
Laut einem Bericht des “ORF Vorarlberg” sind in Vorarlberg derzeit zwei Kassenstellen für Hausärzte unbesetzt. Ärztevertreter kritisieren demnach die komplizierte Leistungsabrechnung und vergleichsweise niedrige Honorare – die VGKK weist die Kritik zurück.

Österreichweit waren zuletzt 67 Kassenstellen für niedergelassene Ärzte unbesetzt, in Vorarlberg wir in Bludenz und Egg nach Allgemeinärzten gesucht. Deshalb von einem Hausärztemangel zu sprechen findet Manfred Brunner, Obmann der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK) nicht richtig: “In den letzten Jahren hatten wir sehr viele Stellen nach zu besetzen aufgrund von Pensionierungen, was auch jeweils gelungen ist.” Darüber hinaus seien in den letzten Jahren 13,5 neue Ärztestellen in Vorarlberg geschaffen worden.

Bezahlung unattraktiv

Auch die Kritik der Ärztevertreter kann Brunner nicht nachvollziehen. Demnach sei die Bezahlung zu niedrig und würde den Beruf für junge Ärzte unattraktiv machen. Der durchschnittliche Jahresumsatz eines Allgemeinmediziner läge jedoch bei rund 300.000 Euro, pro Fall bekomme ein Arzt so 51,67 Euro. “Das ist aus unserer Sicht eine absolut gute Situation,” so der VGKK-Obmann gegenüber dem “ORF Vorarlberg”.

Laut Thomas Szekeres reicht das aber nicht aus. Der Präsident der österreichischen Ärztekammer kritisiert, dass davon zu wenig übrig bleibe. Nach Abzug sämtlicher Kosten für Angestellte, Geräte und Miete blieben im Schnitt lediglich 3.000 Euro netto übrig. Kein allzu hohes Gehalt in Anbetracht von Arbeitsaufwand und Verantwortung.

NEOS-Kritik

Bezugnehmend auf eine Anfrage von NEOS, die unterschiedliche Bezahlungen von Ärzten durch verschiedene Krankenkasse aufdeckte, spricht Gesundheitssprecher Gerald Loacker von einer „verdeckten Mehrklassenmedizin.“ Außerdem führe die schlechte Bezahlung dazu, dass die Übernahme von Kassenordinationen unattraktiv erscheine.

„Der Hauptverband selbst gibt zu, dass die Kassenleistungen Verluste oder höchstens Kostendeckung bringen. Der aktuelle Hausärztemangel ist angesichts dessen keine Überraschung“, so Loacker. NEOS will eine Harmonisierung der Bezahlungen von Ärzten.

(red)

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