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Cree GmbH – Holz baut Zukunft

LCT ONE Fassadenmontage LCT ONE Fassadenmontage - © DarkoTodorovic|Photography|adrok.net
Dornbirn – Abschluss der Holzbauphase am ersten LifeCycle Tower und Baubeginn beim ersten Kundenprojekt

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Zwei Wochen lang konnte man im März in Dornbirn, Österreich, am ersten LifeCycle Tower (LCT ONE) Tag für Tag die Holzmodule in die Höhe wachsen sehen. In Kürze kann am 8-stöckigen Rohbau der Innenausbau beginnen. Das modulare LCT-Bausystem besticht mit einer Reihe von Vorteilen (Ressourcen- und Energieeffizienz, deutlich verbesserte CO2-Bilanz, kürzere Bauzeit nach Baumeisterarbeiten, Serienfertigung, u.a.), und wurde dafür bereits 2010 mit dem DGNB-Vorzertifikat in Gold ausgezeichnet. Im Sommer 2012 werden zusammen mit dem Bauherr Cree GmbH, Tochter der international renommierten Rhomberg-Gruppe, die ersten Mieter in das erste ungekapselte Holz-Hybrid-Hochhaus der Welt einziehen: Unternehmen, die zu den Vorreitern nachhaltigen Wirtschaftens zählen. Als erstes Kundenprojekt entsteht zudem für die Vorarlberger Illwerke AG seit Anfang März 2012 mit rund 10.000m² Geschossfläche eines der größten Bürogebäude der Welt in Holzbauweise: das Illwerke Zentrum Montafon (IZM).

In Vorarlberg hat der Holzbau und die Holzarchitektur eine lange Tradition, daher erstaunt es nicht, dass zwei der innovativsten Holzgebäude weltweit – die beiden Erstprojekte der Cree GmbH – in Vorarlberg entstehen. Schon anhand dieser Projekte zeigt sich, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten sind, die das mit einem Team aus Wissensführern aller Sparten des nachhaltigen Bauens entwickelte Holz-Hybrid-Bausystem für großvolumige Bauten bis zu 30 Stockwerken bietet. Auf internationale Anwendung ausgerichtet, bietet das LCT-System die Chance das hohe Holzbauniveau Vorarlbergs zu exportieren.

LCT ONE – mit acht Stockwerken in die Vertikale

Der LCT ONE, der am Standort Rhomberg’s Fabrik in Dornbirn, Vorarlberg entsteht, ist das erste Gebäude, an dem das in einem mehrjährigen Forschungsprozess entwickelte, modulare und flexibel nutzbare Bausystem für nachhaltige Gebäude eingesetzt wird. Mit dem Demonstrationsprojekt wird Cree die Vorteile des Bausystems einer weltweiten Öffentlichkeit präsentieren.

Beim Aufbau des LCT ONE, bei dem in der Holzmodulphase Decken, Stützen und Fassade montiert wurden, wurde Stock für Stock ein Stück Zukunft des ökologischen Hochbaus sichtbar. In kürzester Zeit wurden die vorgefertigten Module rund um den Erschließungskern und auf dem 13 mal 24 Meter großen Sockel aus Stahlbeton montiert. Die Verwendung von Holz in tragenden Bauteilen (Stützen und Deckenplatten) ist ein echter Meilenstein, denn in dieser Bauklasse durfte bisher kein tragendes Bauteil aus Holz bestehen. Bedingung für die Genehmigung war die Ausführung des (Erschließungs-)Kerns in Beton sowie der Einsatz einer Sprinkleranlage. In Zusammenarbeit mit den Genehmigungsbehörden wird für zukünftige Projekte auch die Ausführung des Kerns in Holzbauweise angestrebt.

„Von anderen mehrgeschossigen Holzbauten unterscheidet sich das Holz-Hybrid-Gebäude vor allem dadurch, dass die tragenden Elemente des Hauses nicht beplankt sind“, so Architekt Hermann Kaufmann, der das System mit entwickelt hat und für das Design des LCT ONE verantwortlich ist. Die ungekapselte, d.h. nicht verkleidete Holz-Struktur, macht die Vorzüge des Baustoffes Holz im Innenraum erlebbar und spart Ressourcen. Auch aus Brandschutztechnischer Sicht ist die Verwendung nicht gekapselten Holzes vorteilhaft, denn „versteckte“ Brände in Hohlräumen bzw. hinter Kapselungen sind ausgeschlossen.
Für die Fassade des achtstöckigen Holz-Hybrid-Hauses dürfen aus Brandschutzgründen bisher nur nicht-brennbare Baustoffe eingesetzt werden. Aber auch hier folgt Cree seinem Credo und schont Ressourcen: durch den Einsatz von Verbundplatten können 75 % Metall eingespart werden, das darin enthaltene Aluminium hat zudem einen Recyclinganteil von ca. 60 % und kann am Ende des Gebäude-Lebenszyklus sortenrein recycelt werden.

Die Energieversorgung (Wärme, Strom), die je nach Standortgegebenheiten individuell optimiert werden kann, wird beim LCT ONE durch den Anschluss an die Energieversorgung des Standortes sowie durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erfolgen. Insgesamt wird der LCT ONE Passivhausstandard erreichen.

Mitte 2012 wird der von der Österr. Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) im Rahmen des Programmes Haus der Zukunft + geförderte LCT ONE bezugsfertig sein und dann als Sitz für Firmen dienen, die im Bereich Nachhaltigkeit aktiv sind. Das internationale Leuchtturmprojekt für Green Buildings bietet auf insgesamt ca. 2.500m² Bruttogeschossfläche Mietflächengrößen von 50m² – 400m², deren Raumaufteilung in Trockenbauweise oder mit Systemtrennwänden individuell gestaltet werden kann. Gleichzeitig wird der LCT ONE mit einem „Zukunftsmuseum“ eine anbieterübergreifende Präsentationsplattform für Technologielösungen im Bereich zukunftsfähiges urbanes Bauen und Leben bieten und die gebündelten Kompetenzen Vorarlbergs in der internationalen Fachwelt positionieren.

Eine große Ehre – Nominierung für den Staatspreis für Innovation

Das LifeCycle Tower-System von Cree wurde mit dem Staatspreis für Innovation des österreichischen Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend ausgezeichnet. Aus bundesweit 627 Einreichungen wurde Cree gemeinsam mit 5 anderen Unternehmen zur Erlangung der höchsten Auszeichnung ausgewählt, die das Land Österreich für Innovation verleiht. Ein guter Grund, auch in Zukunft gemeinsam große Ziele anzuvisieren und mit Engagement umzusetzen.

Illwerke Zentrum Montafon (IZM) – mit 120m in die Horizontale

Als erstes Auftragsobjekt wird ab Frühjahr 2012 das neue Wasserkraft Kompetenzzentrum der Vorarlberger Illwerke AG in Vandans, Montafon, im LifeCycle Tower-System errichtet. Architekt Hermann Kaufmann ging 2010 mit dem Holz-Hybrid-Baukonzept als Sieger aus einem internationalen Architektenwettbewerb hervor, die Cree GmbH wurde für die Ausführung beauftragt: „Ausschlaggebend dafür war für uns die Ganzheitlichkeit des Konzeptes. Das Baukonzept erfüllt alle Vorgaben in Bezug auf Masterplan, Green Building, Raum- und Funktionskonzept nahezu zu 100 Prozent.“ So Dr. Ludwig Summer, Vorstandsvorsitzender der Illwerke. „Das LifeCycle Tower-System bietet nicht nur reduzierte Lebenszykluskosten und eine hohe Werterhaltung des Gebäudes, sondern vor allem modernste Arbeitsplätze für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Illwerke.“

Aber auch, dass alle für die Realisierung wesentlichen Details des Bausystems in der Forschungsphase gelöst und die Baufähigkeit nachgewiesen wurde, überzeugte die Auftraggeber. Die vorhandenen Nachweise für Brandschutz z.B. bringen einen erheblichen Zeitvorsprung, denn eine Genehmigungsphase dauert i.d.R. bei Neusystemen bis zu eineinhalb Jahren. Zusätzliche Sicherheit für die Planung und den Bauablauf geben die beim Bau des Demonstrationsobjektes LCT ONE gewonnenen Erfahrungen.

Viele Module sind bereits ab Werk vorgefertigt und werden am Bauplatz in Vandans montiert. Verglichen mit herkömmlichen Bauweisen vergleichbarer Gebäude lässt sich so die Bauzeit deutlich reduzieren – genauso wie die Belastung durch Schmutz, Staub und Lärm. Trotz eines minimierten Ressourcen- und Energieeinsatzes im gesamten Lebenszyklus kann das IZM mit der gewählten Bauweise durchaus hoch hinaus: Mit 5 Geschossen und über 10.000 qm Bruttogeschossfläche sowie 120 m Länge wird das neue Bürogebäude zu den größten und nachhaltigsten Holz-Hybridbauten der Welt zählen. Mit dem Bau des IZM setzt die Vorarlberger Illwerke AG nicht nur einen Meilenstein in puncto nachhaltiges Bauen, sondern stärkt durch den Neubau auch den Standort und setzt einen wirtschaftlichen Impuls für die Region.

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