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Alpinale: Mutige Filme über Außenseiter gewinnen

Preisträgerfilm "The Dust And The Living One" Preisträgerfilm "The Dust And The Living One" - © Alpinale
Nenzing – Bei der Preisverleihung des Kurzfilmfestivals Alpinale wurden am Samstag acht handverlesene Filme ausgezeichnet.

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Auch in der 27. Auflage hatten ALPINALE-Obfrau Manuela Mylonas und ihr Team ein gutes Händchen für die Filmauswahl bewiesen. 37 aus 807 eingereichten Kurzfilmen aus zehn Ländern boten sich an vier Tagen im Kurzfilmwettbewerb ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, während mit dem 20. Kinderfilmfest die Kinder ihr eigenes Filmfest hatten.

Sechs goldene Einhörner wurden in den Kategorien „Publikumspreis“, „Bester Kurzfilm Animation“, „Bester Kurzfilm Hochschule“, „Bester Kurzfilm International“, „Preis der Jury“ und „Bester Kinderfilm“ vergeben, zudem wurde die beste Einreichung aus dem Ländle (v-shorts) ausgezeichnet.. Eine internationale Fachjury (António Costa Valente, Franka Giesemann, Jasmin Rischar, Jenny Bräuer und Susan Gordanshekan) stellte bei der Preisverleihung am Samstag Abend die Siegerfilme vor:

Wettkampf um das Einhorn

Gleich vier berührende Geschichten über Außenseiter bzw. Menschen mit Behinderung wurden von der Jury ausgezeichnet. Der Preis der Jury ging an den malayischen Film Guang über einen jungen Autisten mit einer ganz speziellen Leidenschaft. “Der Regisseur Quek Shio Chuan schenkt uns die wunderbare Möglichkeit in Guangs Pulsschlag, Sprache und Sehnsüchte einzutauchen. Ein Film voller Farben, Musik und visueller Kraft – ein sinnliches Erlebnis”, so die Jury-Bewertung.
Als bester internationaler Kurzfilm wurde der Film Mon Amoureux des französischen Regisseurs Daniel Metge ausgezeichnet. Für die Jury schildert der Film “auf unaufdringliche, subtile Weise und in poetischen Alltagsbeobachtungen das Tabuthema Sexualität unter Behinderten aus verschiedenen Perspektiven. Die herausragende Schauspielleistung und die präzise und beiläufige Art der Inszenierung machen den Film zum eindringlichen Kinoerlebnis.”
In der Kategorie “Bester Kurzfilm Animation” siegte der französische Animationsfilm Edmond was a donkey, in dem der kleine und ruhige Edmond in einer grauen Welt sein wahres Wesen entdeckt: “Der liebevolle Detailreichtum des Films wird zur Projektionsfläche des gesellschaftlichen Miteinanders. Wir tauchen ein in die Seele eines Außenseiters und wollen plötzlich, wie auch Edmond, ein Esel sein”, so die Jury.
Eine lobende Erwähnung erhielt auch die britische Regisseurin Jane Gull für ihren Film Sunny Boy in der Kategorie “Kurzfilm International”. Es geht in der Geschichte um einen Jungen mit einer seltenen Hautkrankheit, der sich danach sehnt, ein normales Leben zu führen. “Durch ihren mutigen, situativen und unverfälschten Erzählstil führt uns die Regisseurin in die Welt eines Jungen, der unter speziellen gesundheitlichen Bedingungen aufwächst. Ein stilsicherer, distanzierter Blick auf einen, um einen kurzen Moment der Normalität kämpfenden, Jungen – getragen von einem hervorragenden Schauspieler”, so die Jurybewertung.

Österreichische Sieger

In der “Hochschul”-Kategorie gewann der Wiener Regisseur Christoph Kuschnig. Der Film Hatch erzählt den sehnlichen Wunsch nach einem Kind aus verschiedenen Blickwinkeln und bietet durch das ungewisse Schicksal eines aus der Babyklappe gestohlenen Babys laut Jury “ein starkes Spannungsgefüge”.
Der beste Vorarlberger Kurzfilm in der Kategorie “vorarlberger shorts” erhielt ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro. Gleich mit ihrem ersten Animationsfilm The dust and the living one konnten Janine Barbisch und Noemi Preiswerk (beide InterMedia-Absolventinnen der Fachhochschule Vorarlberg) die Jury sowohl technisch, als auch inhaltlich überzeugen. Die Geschichte rund um Adam und Eva im Paradies spielt mit der Frage, was gewesen wäre, wenn Eva Adam eben nicht verführt hätte.

Publikumspreis

Über 6000 Filmbewertungen wurden während der vier Wettbewerbstage vom Team der ALPINALE ausgewertet. Gewonnen hat den Publikumspreis der deutsche Regisseurs Timo Becker, der sich in seinem Kurzfilm Mädchenabend dem Altern widmet. Auf sensible und humorvolle Weise beschreibt er einen Abend zweier alter Damen.

Bester Kurzfilm Vorarlberg Shorts
The dust and the living one (Österreich 2011, Janine Barbisch und Noemi Preiswerk)
Inhalt: Ein Mann steht am Fenster. Es regnet. Und wie er so den Regentropfen zuschaut fragt er sich, wieso die Welt eigentlich so ist wie sie ist. Er geht gedanklich zurück zum Ursprung – zu Adam und Eva ins Paradies. Warum hat sich alles so ergeben, wie es eben ist? Sie hatten es doch gut im Paradies, oder nicht? Wäre da nicht der Biss vom Apfel gewesen. Er fragt sich, was gewesen wäre, wenn Eva Adam eben nicht verführt hätte… und spielt so 3 Szenarien durch mit immer demselben Resultat: egal was für Geschichten er sich ausmalte, der Biss vom Apfel war wahrscheinlich die einzige Möglichkeit für die Menschheit, weiter zu bestehen…

Begründung:
Eine sensible, technisch hervorragend umgesetzte Animation zu einem spannenden Thema, das toll aufgelöst wurde.

Bester Kurzfilm Hochschule
Hatch (Österreich 2012, Regie: Christoph Kuschnig)
Inhalt: Das Schicksal eines Babys ist ungewiss, während Erwachsene sich damit abfinden müssen, was sie nicht haben können.

Begründung der Jury:
Ein Film mit einem starken Spannungsgefüge. Über den sehnlichen Wunsch nach einem Kind – erzählt aus verschiedenen Blickwinkeln. Eine bemerkenswert verzahnte Geschichte, in der zwei Welten aufeinander prallen.

Bester Kurzfilm Animation
Edmond was a donkey (Frankreich 2012, Franck Dion)
Inhalt: Der kleine und ruhige Edmond ist nicht wie die anderen. Er macht seinen Beruf außerordentlich gut und ist sich durchaus bewusst, dass er anders ist. Als seine Mitarbeiter ihm Eselsohren aufsetzen, entdeckt er plötzlich sein wahres Wesen.

Begründung der Jury:
Eine scheinbar kleine graue Welt führt uns zu den großen bunten Fragen des Universums. Der liebevolle Detailreichtum des Films wird zur Projektionsfläche des gesellschaftlichen Miteinanders. Wir tauchen ein in die Seele eines Außenseiters und wollen plötzlich, wie auch Edmond, ein Esel sein.

Bester Kurzfilm International
Mon Amoureux (Frankreich 2011, Regie: Daniel Metge)
Inhalt: Romain ist mein Schatz. Wir küssen uns mit Zunge, werden heiraten und Kinder kriegen. Wir werden sogar Sex haben. Da das im Heim nicht erlaubt ist, gehen wir eben woanders hin.

Begründung der Jury:
Auf unaufdringliche, subtile Weise und in poetischen Alltagsbeobachtungen beleuchtet der Film “Mon Amoureux” das Tabuthema Sexualität unter Behinderten aus verschiedenen Perspektiven. Die herausragende Schauspielleistung und die präzise und beiläufige Art der Inszenierung machen den Film zum eindringlichen Kinoerlebnis.

Lobende Erwähnung Kurzfilm International
Sunny Boy (England 2010, Regie: Jane Gull)
Inhalt: Aufgrund seiner seltenen Hautkrankheit leben Danny (Darren Kent) und sein überfürsorglicher Vater in einer Welt der Dunkelheit. Er sehnt sich danach, ein normales Leben zu leben – ins Frei gehen zu können. Als er Neuigkeiten über sein Leiden erhält beschließt er, sich gegen seinen Vater zu behaupten und die Kontrolle über sein Leben zu übernehmen.

Begründung der Jury:
Durch ihren mutigen, situativen und unverfälschten Erzählstil führt uns die Regisseurinnen in die Welt eines Jungen, der unter speziellen gesundheitlichen Bedingungen aufwächst. Ein stilsicherer, distanzierter Blick auf einen, um einen kurzen Moment der Normalität kämpfenden Jungen – getragen von einem hervorragenden Schauspieler.

Preis der Jury
Guang (Malaysien 2011: Regie Quek Shio Chuan)
Inhalt: Guang leidet an Autismus und an einer Aufmerksamkeitsstörrung. Soziale Interaktionen bereiten ihm ebenso Schwierigkeiten wie das Erledigen seiner tagtäglichen Pflichten. Aber er hat auch eine geheime Leidenschaft.

Begründung:
Der Regisseur Quek Shio Chuan schenkt uns die wunderbare Möglichkeit in Guangs Pulsschlag, Sprache und Sehnsüchte einzutauchen. Ein Film voller Farben, Musik und visueller Bildkraft – ein sinnliches Erlebnis.

Publikumspreis
Mädchenabend (Deutschland 2011, Regie: Timo Becker)

Es war denkbar knapp, doch das beweist nur ein Mal mehr, dass jede Stimme zählt! Das Publikum hat entschieden und den Eröffnungsfilm vom Mittwoch auserkoren. Der Film zeigt den letzten gemeinsamen Abend zweier alter Frauen, der das Leben beider entscheidend verändert.

Bester Kinderfilm
Das große Rennen – ein abgefahrenes Abenteuer (Irland/Deutschland 2008, Regie: Andre F. Nebe)

Auch bei den Kindern wurde es sehr knapp. Das große Rennen konnte sich schließlich bei den Kleinen aber doch durchsetzen. Der Film handelt von einem Mädchen, das alles liebt, was Räder hat und möglichst schnell fährt.

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