Sarkozy betont in Japan Wichtigkeit der Atomenergie

Frankreichs Präsident Sarkozy hat in Japan die Atomenergie als wichtiges Instrument zum Klimaschutz verteidigt. Er ist der erste ausländische Präsident, der Japan seit der Atom-Katastrophe in Fukushima besucht. Die Welt brauche Atomkraft, um den Klimawandel zu bekämpfen, sagte Sarkozy am Donnerstag. Sarkozy traf in Tokio mit dem japanischen Ministerpräsidenten Kan zusammen.

Die Atomenergie werde weiterhin eine wichtige Energiequelle bleiben, und sie könne helfen, den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids zu verringern, wurde Sarkozy zitiert. Zugleich forderte er, dass die internationale Gemeinschaft über neue Sicherheitsstandards für Atomkraftwerke diskutieren sollte.

Japan werde aufgrund der Krise im Kernkraftwerk Fukushima Eins seine Atompolitik überprüfen, kündigte Kan an. Die gravierende Störfallserie in den AKW begann vor rund drei Wochen, mehrere Reaktoren sind immer noch nicht unter Kontrolle. Das Thema Sicherheit der Atomkraft sollte auch beim nächsten G-8-Gipfel Ende Mai in Frankreich zur Sprache kommen, sagte Kan.

Atomenergie: Superreaktor könnte gestoppt werden

Die französische Atomaufsichtsbehörde ASN schließt unterdessen einen einstweiligen Baustopp des neuen “Superreaktors” am Ärmelkanal nicht aus. Der mögliche Aufschub für den ersten Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) in Frankreich sei “eine Fragestellung, eine Überlegung”, sagte ein leitender Mitarbeiter der Behörde am Donnerstag. Frankreich betreibt an 19 Standorten insgesamt 58 Atomreaktoren, das Land bezieht knapp vier Fünftel seines Stroms aus Kernkraftwerken, so viel wie kein anderer Staat weltweit. Der zusammen mit dem deutschen Siemens-Konzern entwickelte EPR soll als erster Reaktor der “dritten Generation” leistungsfähiger und vor allem sicherer als bisherige Reaktoren sein.

Frankreichs mächtigste Atommanagerin Anne Lauvergeon, die Chefin des staatlichen Atomkonzerns Areva, hatte zwei Wochen nach der Katastrophe von Fukushima gesagt, mit dem EPR hätte so etwas nicht passieren können. “Wenn das in Fukushima EPR gewesen wären, hätte nichts in die Umwelt austreten können, egal in welcher Lage”, sagte Lauvergeon, die den Druckwasserreaktor mit verbesserten Sicherheitseinrichtungen zum Exportschlager machen will. Der Reaktor in Flamanville soll mit zwei Jahren Verspätung eigentlich 2014 ans Netz gehen und Atomenergie liefern.

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