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Wildes Treiben auf den Vorarlberger A14-Rastplätzen

An nahezu allen Rastplätzen - so auch in Rankweil - gibt es Sex-Treffen.
An nahezu allen Rastplätzen - so auch in Rankweil - gibt es Sex-Treffen. ©VOL.AT/Mayer, Canva Pro
Mirjam Mayer (VOL.AT) mirjam.mayer@russmedia.com
Drogen, Sex-Treffs und Co. Immer wieder hört man vom Mythos Rastplatz. Doch was geht dort wirklich vor sich. VOL.AT hat nachgeforscht.

Auf Vorarlberger Autobahn-Rastplätzen ist viel los. Zahlreiche Lkw-Fahrer und Autofahrer machen dort täglich Pause. Was während dieser Ruhezeiten passiert, darum rankt sich ein regelrechter Mythos.

Sex-Treffs am Rastplatz?

Man hört alles: Von angeblicher Prostitution, über krumme Deals bis hin zu Drogen. Glaubt man gewissen Online-Foren, finden praktisch an jedem Vorarlberger Autobahn-Rastplatz immer wieder Sex-Treffen statt. Besonders oft ist in unterschiedlichen Chats und auf verschiedenen Plattformen die Rede von jenem in Rankweil.

Der Rankler Rastplatz in Fahrtrichtung Tirol. ©VOL.AT/Mayer
Auch in Richtung Deutschland sollen Sex-Treffen stattfinden. ©VOL.AT/Mayer

Verabredungen in Online-Forum

Wie eine Recherche von VOL.AT ergab, verabreden sich sowohl Männer als auch Frauen im Netz. Sie treffen sich dann für das unverbindliche Ausleben sexueller Fantasien. Auch in der Gay-Cruising-Szene sind die Treffpunkte allem Anschein nach bekannt. Unter Cruising versteht man in diesem Zusammenhang die Suche nach Sex oder Kontakten mit Unbekannten an öffentlichen oder privaten Plätzen.

Das angrenzende Waldstück macht die Rastplätze attraktiv für Reisende, die Halt machen - aber auch für sonstige Besucher. ©VOL.AT/Mayer
Auch im Toilettenhäuschen rechts im Bild könnten solche Treffen stattfinden. ©VOL.AT/Mayer

Rankler Rastplätze beliebt

Die Treffen finden vor allem spät abends und nachts statt. Der Parkplatz an der A14 in Rankweil – egal in welche der beiden Fahrtrichtungen – scheint besonders beliebt zu sein. Vor allem die abgelegeneren Ecken der Rastplätze sind beliebte Treffpunkte. Mit Schuld an der Attraktivität ist auch das angrenzende Waldstück. Während sich manche an den anderen Auto- und Lkw-Fahrern stören, die dort Pause machen, scheint bei anderen genau dieses mögliche "Gespannere von neugierigen Fahrern" den Reiz auszumachen.

Lokalaugenschein beim Rastplatz

Jeder kann den Parkplatz nutzen

"Zur Motivation, wer da jetzt auf Rastplätze kommt, haben wir weder Informationen, noch können wir das irgendwie überprüfen oder beeinflussen", erklärt Alexander Holzedl, Pressesprecher der Asfinag. "Wir sind reiner Infrastrukturbetreiber", gab er gegenüber VOL.AT zu verstehen. Man wolle die Rastplätze so anbieten, dass Reisende dort entsprechend Rast einlegen können (inklusive Zugang zu Toiletten und Trinkwasser). "Es ist ein öffentlicher Parkplatz", verdeutlicht der Pressesprecher. "Jeder, der dort ist und diesen Parkplatz nutzen will – aus welchen Gründen auch immer – kann ihn natürlich nutzen."

Holzedl ist Asfinag-Pressesprecher für Vorarlberg und Tirol. ©Asfinag/Felicitas Matern

Asfinag: Müll als Hauptproblem

Das Problem der Asfinag sei, wenn es um die Rastplätze gehe, ein anderes: der anfallende Abfall. "Inwiefern jetzt dieser Müll mit dieser Motivation des Besuchs oder den Treffen dort zusammenhängt, kann sich dann glaube ich jeder selber ausrechnen", so Holzedl gegenüber VOL.AT. "Wenn Treffen dieser Art zu einem Müllaufkommen oder einem erschwerten Zugang zu den WC-Anlagen führen, dann sind wir natürlich darüber nicht glücklich", betont er. Das könne man so allerdings nicht bestätigen, bzw. sei das auch kein großes Thema. Man wisse nicht, inwiefern solche Treffen regelmäßig stattfinden oder nicht.

Volle Müllkübel wie auf diesem Bild können auch ein Zeichen für Mülltourismus sein. ©Philipp Steurer

Dem Müllproblem Herr werden

Tatsache sei, dass es auf den A14-Rastplätzen – speziell in Rankweil und Schlins – immer noch Probleme mit nicht sachgerecht deponiertem Müll und teilweise auch Mülltourismus gebe. "Da geht die Palette bis hin zu Haushaltsgeräten, aber natürlich auch bis hin zu achtlos weggeworfenem Müll, der dann von unseren Mitarbeitenden händisch wieder gesammelt werden muss", erklärt Alexander Holzedl im Gespräch mit VOL.AT. Der Streckendienst sei ganzjährig und speziell im Sommerreiseverkehr verstärkt bei den Rastplätzen unterwegs. Es sei schwierig, dem Müllproblem Herr zu werden, da man selten jemanden in flagranti erwische.

Sex-Treff schon länger bekannt

Bereits im Sommer 2016 gab es Aufregung rund um den Autobahnparkplatz in Rankweil und die dortigen Sex-Treffen. Beim Parkplatz und dem angrenzenden Waldstück lagen damals Kondom-Verpackungen und benutzte "Verhüterli" (VOL.AT berichtete).

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(VOL.AT)

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