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Weiter keine Lösung im Streit um Ziffernnoten: "Es wird knapp"

Due Direktoren Herbert Zottele und Christoph Wund
Due Direktoren Herbert Zottele und Christoph Wund ©VN | Stiplovsek
Im Streit um die Notengebung an der Vorarlberger Volksschule Lustenau-Kirchdorf, wo die Lehrer des reformpädagogischen Zweigs aus Protest gegen verpflichtende Ziffernnoten in der Schulnachricht alle Drittklässler einheitlich mit "Gut" beurteilen wollen, gibt es einen Tag vor Zeugnisvergabe weiter keine Lösung.
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"Es wird knapp werden", so Direktor Christoph Wund am Donnerstag zur APA.

Lehrer und Bildungsdirektion stünden seit Tagen in starker Diskussion, teilweise bis Mitternacht. "Es sind viele Emotionen im Spiel, es ist ein aufrichtiges Ringen um eine Lösung", erklärte Wund. Er hoffe, man werde spätestens im Laufe des Donnerstagabend zu einer Einigung kommen. Die Kinder und Eltern der reformpädagogischen Klassen erhielten seit jeher eine sehr aufwändige Rückmeldung, die man auch beibehalte. "Es ist nur die Frage: Muss die Zahl dazu?", so Wund, der weiter auf Wahlfreiheit in der Beurteilung pocht. Betroffen seien rund 40 Kinder, die Zeugnisse würden erst am Freitag ausgefüllt.

"Wollen ein Zeichen setzen"

Der Direktor zeigte Verständnis für Kritiker, die den Lehrern Aktionismus und Gesetzesbruch vorwerfen. "Wir wollen den Gesetzesbruch ja nicht. Wir wollten aber ein Zeichen setzen und dazu muss man eben für Aufsehen sorgen", begründete Wund. Er zeigte sich erfreut über die Unterstützung von NEOS und SPÖ sowie die Ankündigung von Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP), das Gespräch mit Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) zu suchen. Es sei wichtig, auch in der Politik eine Diskussion anzustoßen. Unterdessen sammelt die Vorarlberger Elterninitiative "Gemeinsam Zukunft Lernen" weiter Unterschriften für die Petition "Nein zum Notenzwang". Bis Donnerstag früh unterstützten diese bereits über 8.000 Personen.

Bildungsdirektion pocht auf korrekte Noten

In der Vorarlberger Bildungsdirektion ging man am Donnerstag davon aus, "dass korrekte Schulnachrichten ausgestellt werden". Definitiv werde man das aber wohl erst am Freitag wissen, sagte Sprecherin Elisabeth Mettauer-Stubler auf APA-Anfrage. Die Bildungsdirektion sei laufend im Kontakt mit der Schule, es hätten viele Gesprächsrunden - auch an der Schule mit Lehrern und Eltern - stattgefunden. Klar sei aber auch, dass die Bildungsdirektion darauf pochen müsse, dass korrekte Schulnachrichten ausgestellt werden. Sollte dies nicht der Fall sein, stehen disziplinarrechtliche Konsequenzen im Raum.

Protest auch in Frastanz

Protest gegen den Notenzwang kommt auch aus der Volksschule Frastanz-Hofen. Dort haben sich 60 Prozent der Eltern für einen Protestbrief an das Bildungsministerium ausgesprochen. Darin wird die Möglichkeit einer schulautonomen Entscheidung über eine Leistungsbeurteilung ohne Ziffernnoten gefordert. 40 Prozent der Eltern wollten die Schulnachricht ihrer Kinder dort nicht entgegennehmen. Ein kleiner Teil plant, das Zeugnis dem Schreiben an das Bildungsministerium beizugeben. In Frastanz seien 56 Drittklässler betroffen, doch auch Eltern von Kindern in anderen Schulstufen hätten sich dem Protest angeschlossen. Man hoffe auf ein Umdenken, so Direktor Herbert Zottele.

(APA)

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