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Unterflurtrasse Bregenz: Was Sie über das Megaprojekt wissen müssen

Die Gleise am Seeufer sollen unter die Erde verlegt werden.
Die Gleise am Seeufer sollen unter die Erde verlegt werden. ©VN/Hartinger
Am Montag wurde die Vorstudie für die Verlegung der Eisenbahntrassen im Großraum Bregenz unter die Erde präsentiert.
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Untersucht und aktualisiert wurden technische Aspekte der Machbarkeit einer zweigleisigen unterirdischen Hochleistungsstrecke entlang des Bodenseeufers. Die Studie beleuchtet neben der grenzüberschreitenden Verkehrssituation insbesondere die Rahmenbedingungen wie Untergrund- und Bodenverhältnisse, Grundwasser und Oberflächengewässer, die kommunale Infrastruktur bis hin zu Schallschutz und Sicherheitskonzepte. Hinzu kommen eine Kostenschätzung sowie eine Untersuchung, wie ein solches Großprojekt umgesetzt und finanziert werden kann.

1. Ausgangssituation

Eine Unterflurlegung der Bahn betrifft nicht nur die Stadt Bregenz, sondern auch die Umlandgemeinden und den Standort Vorarlberg allgemein. Deshalb wurden seitens der Stadt bereits Gespräche mit den ÖBB, dem Land und den umliegenden Gemeinden geführt. "Wenn wir die Mobilität nicht nur regional, sondern grenzüberschreitend emissionsarm von der Straße auf die Bahn bringen wollen, ist damit zwangsweise der Ausbau der Schieneninfrastruktur verbunden. Der unterirdische zweigleisige Ausbau nach Norden im dichtbesiedelten Großraum Bregenz ist die logische Konsequenz, die nicht nur die Landeshauptstadt, sondern unsere Region betrifft", so Bürgermeister Michael Ritsch.

"Der zweigleisige unterirdische Ausbau der Bahntrasse im Großraum Bregenz ist nicht nur technisch möglich, sondern auch notwendig. Denn unsere Nachbarn Deutschland und Schweiz haben in den vergangenen Jahren ihre Schienennetze stark ausgebaut: Mehr Personenschnellverbindungen und Güterzüge sind damit möglich. Die zusätzlichen Güterzüge wären beim derzeitigen Zustand aber nur mehr nachts unterzubringen", so Hubert Rhomberg von ARGE Rhomberg-Zierl-BDO. Derzeit werden in Vorarlberg, vor allem ins benachbarte Ausland, 88 Prozent des Güter- und Warenverkehrs auf der Straße statt auf der Schiene abgewickelt. Mit dem Ausbau könnten bis zu 85 Prozent der Treibhausemissionen eingespart werden.

2. Technische und finanzielle Machbarkeit

Die Studienautoren der ARGE Rhomberg-Zierl-BDO präsentieren sowohl die technische Machbarkeit als auch die Finanzierbarkeit eines rund 11,2 km langen, zweigleisigen Tunnels unterhalb der bestehenden Bahnlinie zwischen der Staatsgrenze bei Hörbranz und Lauterach. Mit berücksichtigt sind dabei unterirdische Anbindungen aller Bahnhöfe und Haltestellen auf der Strecke. Die Studienautoren empfehlen für die technische Umsetzung des Projekts eine offene Bauweise, bei der das Vorhaben in einzelnen Abschnitten realisiert werden kann. Damit würde das Großprojekt nach den Vorarbeiten wie der Planung (für die etwa 4,5 Jahre angenommen werden) bis zur Inbetriebnahme in etwa knapp 9,5 Jahren umgesetzt werden.

Die Planungs- und Ausführungsleistungen werden für das Gesamtprojekt rund 1,5 Milliarden Euro netto veranschlagt. Der Betrag bezieht sich auf einen frühestmöglichen Baubeginn im Jahr 2026. Die Finanzierbarkeit des Großprojekts durch die öffentliche Hand würde bei der genannten Summe eine jährliche Gesamtbelastung für Bund, Land und Umlandgemeinden von rund 21,1 Mio Euro bei einer Laufzeit von 50 Jahren bedeuten. Die Studienautoren betonen, dass das Unterflur-Projekt für die öffentliche Hand nicht zuletzt auch aufgrund seiner hohen Umwegrentabilität in Bezug auf die Wertschöpfung finanzierbar ist. In Vorarlberg könnten so rund 9.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Allein durch die fiskalischen Effekte würde fast ein Drittel der Investitionskosten in das öffentliche Budget zurückfließen.

"Trotz der hohen Investitionssumme halten wir das Projekt unter den heutigen Rahmenbedingungen auf eine lange Laufzeit für finanzierbar. Die Umsetzung bedarf allerdings in einem ersten Schritt einer großen gemeinsamen Anstrengung und Willensbildung über die Parteigrenzen hinweg", betont Studienautor Dr. Michael Grahammer von BDO.

3. Die nächsten Schritte

Die Autoren der Studie empfehlen die Installierung einer Projektgruppe mit der Aufgabe, die nächsten Schritte zu strukturieren. Für das weitere Vorgehen führt die Stadt Bregenz nun die Gespräche mit dem Land und den umliegenden Gemeinden weiter. "Es ist mir ein großes Anliegen, alle Beteiligten von der Sinnhaftigkeit und Zweckmäßigkeit dieses für die Zukunft des Großraums Bregenz so bedeutenden Vorhabens zu überzeugen", unterstreicht Bürgermeister Michael Ritsch abschließend die Ausführungen der Studienautoren.

(VOL.AT)

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