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Notrufe ignoriert: Vorarlberger Polizist vor Gericht

Amtsmissbrauchsprozess findet am 28. Mai am Landesgericht Feldkirch statt
Amtsmissbrauchsprozess findet am 28. Mai am Landesgericht Feldkirch statt ©VOL.AT/Steurer
Feldkirch/Hohenms - Vielleicht hätte Hohenemser Dreifachmord verhindert werden können – Amtsmissbrauchprozess am 28. Mai.
Eltern des Täters klagen Republik
Polizist angeklagt: Auf Notrufe nicht reagiert
Polizist unter Verdacht: Vier Notrufe ignoriert
Familientragödie in Hohenems

Von Seff Dünser (NEUE)

Möglicherweise hätte eines der brutalsten Verbrechen der letzten Jahre in Vorarlberg verhindert werden können, wenn ein Polizist auf telefonische Notrufe rasch reagiert hätte.

Im September 2017 hat ein türkischstämmiger Mann nach den Erkenntnissen der Polizei in einem Mehrparteienhaus in Hohenems seine beiden Töchter im Alter von vier und sieben Jahren und danach seine 33-jährige Gattin erstochen. Daraufhin rammte sich der 38-Jährige im Badezimmer der Wohnung ein Messer in die Brust und sprang aus dem Fenster in die Tiefe. Der mutmaßliche Dreifachmörder kam dabei ums Leben.

Die Staatsanwaltschaft Feldkirch hat gegen den Polizisten Anklage wegen Amtsmissbrauchs erhoben. Dem Bundespolizisten wird vorgeworfen, er habe es trotz mehrerer Notrufe eines Wohnungsnachbarn unterlassen, unverzüglich eine Polizeistreife zum Tatort zu schicken.

Der Amtsmissbrauchsprozess findet am 28. Mai am Landesgericht Feldkirch statt. Die Schöffenverhandlung wurde von 9 bis 12 Uhr angesetzt.

Vor den Bluttaten hat ein Nachbar unter der Notrufnummer 133 den diensthabenden Sachbearbeiter der Polizei am Telefon über Schreie von Erwachsenen und Kindern aus der Wohnung und darüber informiert, dass gegen den Familienvater ein Betretungsverbot bestehe. Trotzdem hat der Polizist nach den Feststellungen der Disziplinarkommission des Innenministeriums erst nach mehr als einer Viertelstunde und erst nach dem fünften Notruf des Nachbarn reagiert und die Polizeiinspektion Hohenems alarmiert. Wenige Minuten davor soll aber bereits der Nachbar selbst bei der Hohenemser Polizei angerufen haben. Als die Polizisten am Tatort eintrafen, konnten sie nur noch den Tod von vier Menschen feststellen.

Die Disziplinarkommission hat im Vorjahr im Disziplinarverfahren den Polizisten entlassen. Der 49-jährige Beschuldigte bekämpft die Entlassung beim Bundesverwaltungsgericht.

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