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Nächster Stich im #impfgate: Land pocht auf Impfplan

Die Vorreihung vom Feldkircher Bürgermeister Wolfgang Matt und seiner Rankweiler Kollegin Katharina Wöß-Krall sorgt weiter für Unmut: Das Land Vorarlberg reagiert umgehend. Pikantes Detail am Rande: Die Ortsvorsteherin ist die Schwester von Landes-Impfkoordinator Sebastian Wöß.

Nach dem für den Feldkircher Bürgermeister Wolfgang Matt eher mäßig erfolgreichen Auftritt bei Armin Wolf in der ZIB2 ist man auch vonseiten des Landes bemüht, Ordnung in die Impfstraßen zu bringen. "Derartige Vorreihungen werden sicher nicht mehr vorkommen. Die Haltung des Landes ist glaskar: Der klar definierte Impfplan ist einzuhalten. Alle müssen bis zu dem Zeitpunkt warten, bis laut Stufenplan an der Reihe sind.  Das gilt für die Politik genauso wie für alle anderen auch", informiert Florian Themessl-Huber von der Landespressestelle.

©B. Hofmeister

"Der klar definierte Impfplan ist einzuhalten!"


Florian Themessl-Huber,
Leiter der Landespressestelle

Dass sich angesichts der unterschiedlichen Menge an Dosen pro Impfstoff-Fläschchen die Einteilung schwierig gestalte, räumt auch er ein. Je nach Gebrauch gibt eine Portion des Pfizer/BioNTech-Vakzins fünf bis sieben Dosen her. Umso wichtiger sei es nun, die sogenannten Backup-Listen genau zu führen, um die schnelle Verteilung des Impfstoffs an die zu priorisierenden Personen zu gewährleisten.

Auf die Frage, ob es eine gesetzliche Grundlage für die Reihung von Impfkandidaten gibt, antwortet Themessl-Huber: "Alle Impfempfehlungen für Österreich werden in enger Zusammenarbeit mit dem Nationalen Impfgremium erstellt. Dabei handelt sich um eine Kommission laut §8 Bundesministeriengesetz zur fachlichen Beratung der oder des für Gesundheit zuständigen Ministerin oder Ministers. Der Impfplan ist also eine Empfehlung."

Rankler Orts-Chefin ist Schwester von Landes-Impfkoordinator

Die erste Vorarlberger Ortsvorsteherin, die in den Genuss der Impfung kam, war Katharina Wöß-Krall (44) aus Rankweil. Sie führt ähnliche Beweggründe an, wie ihr Feldkircher Kollege. "Aufgrund der beschränkten Haltbarkeit des Impfstoffes habe ich mich im besten Wissen und Gewissen zur Impfung bereit erklärt. Für mich war es sinnvoller, den Impfstoff aufzubrauchen, als ihn wegzuwerfen", nimmt Wöß-Krall Stellung. Sie verstehe das ganze Theater um die Impfung nicht. Die VN relativierten die Aussagen der Bürgermeisterin, laut der Tageszeitung hätten Impfwillige den Nachhauseweg antreten müssen.

"Bärendienst" für den Impfkoordinator des Landes

Ein besonders pikantes Detail ist der Umstand, dass mit Sebastian Wöß ihr Bruder den Posten des Landes-Impfkoordinators innehat. Auf VOL.AT-Anfrage informiert die Landespressestelle: "Der Impfkoordinator hat erst gestern – nachdem die Meldungen über die Impfung des Feldkircher Bürgermeisters bekannt wurden – von der Impfung seiner Schwester erfahren. Die Aufgaben des Impfkoordinators liegen darin, dass die Impfstellen (derzeit Alten- und Pflegheime) ihren Bedarf an benötigten Impfdosen zur Verfügung gestellt bekommen. Die Organisation und Durchführung der Impfungen vor Ort obliegt den Heimen in Absprache mit den Heimärzten. Der Impfkoordinator kümmert sich um die Bestellung und mengenmäßige Zuteilung, nicht aber um die Liste der zu impfenden Personen vor Ort."

„Abläufe optimieren und Fehler schon im Ansatz verhindern“

"Wir sind mit den bisher stattgefundenen Impfungen sehr zufrieden. Nicht umsonst haben wir derzeit österreichweit (auf die Bevölkerungszahl gerechnet) die meisten Impfungen durchgeführt. Die Rückmeldungen der Geimpften sind bisher durchwegs positiv. Jeder Impftermin – egal ob in Pflegeheimen oder in der Impfstraße – hilft uns, die Abläufe zu optimieren und Fehler schon im Ansatz zu vermeiden", schließt Florian Themessl-Huber von der Landespressestelle.

(VOL.AT)

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