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Lech: Zweijährige Bausperre für Investorenmodelle verhängt

Bürgermeister Jochum: "Können nicht länger warten."
Bürgermeister Jochum: "Können nicht länger warten." ©Bischof
Lech zieht die Notbremse: Am Montagabend wurde eine zweijährige Bausperre für Investorenmodelle beschlossen.
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Lech: Wirbel um Zweitwohnsitze

Die Gemeindevertretung des Vorarlberger Nobelskiorts Lech am Arlberg hat am Montagabend einstimmig eine zweijährige Bausperre für alle Investorenmodelle beschlossen. Mit dieser "drastischen Maßnahme" verschaffe man sich einen dringend nötigen Spielraum, um den Bebauungsplan zu überarbeiten, erklärte Bürgermeister Stefan Jochum: "Wenn wir jetzt nicht die Notbremse einlegen, wird unser Dorf nicht mehr lange unser Dorf sein." Die Investorenmodelle seien außer Kontrolle geraten.

"Blick auf viele dunkle Häuser"

"Der Blick auf die vielen dunklen Häuser in Lech bereitet uns seit Jahren große Sorgen", erklärte Jochum laut einer Aussendung bei der Sitzung der Gemeindevertretung. "Dort, wo früher lebendige Gastronomie- und Hotelbetriebe standen, sehen wir heute vielerorts leere und leblose Chalets mit kalten Betten ohne Gäste und Angestellte."

Die derzeitigen gesetzlichen Regelungen seien nicht dazu geeignet, diese Entwicklung zu beenden. Die nun verhängte Bausperre soll Zeit schaffen für die Planung der weiteren Vorgehensweise. "Wir brauchen Zeit, um über unsere Zukunft als Menschen, die wir hier leben, wohnen, wirtschaften und arbeiten, zu sprechen und darauf aufbauend den Bebauungs- und den Flächenwidmungsplan als wesentliche Instrumente der Raumplanung in der Gemeinde zu überarbeiten. Diese Zeit haben wir nicht, wenn derweil laufend neue Chalet-Häuser aus dem Boden gestampft werden", so der Bürgermeister der an die 1.600 Einwohner zählenden Gemeinde.

Maßnahmen gegen "tote Häuser"

Künftig sollen alle in Lech eingereichten Projekte zusätzlich darauf geprüft werden, ob sie einer der drei Existenzgrundlagen "Wirtschaften, Arbeiten, Wohnen" entgegenstehen, erklärte der Pressesprecher der Gemeinde, Marco Neher, auf APA-Anfrage. Man habe bereits vor einiger Zeit versucht, "tote Häuser" etwa durch strengere Richtlinien für Zweitwohnsitze zu verhindern, was nun eben durch Investorenmodelle umschifft werde: Ein privater Investor kauft ein Haus, teilt es in angebliche Ferienwohnungen, die dann aber nicht vermietet werden, sondern nur wenige Wochen im Jahr vom ursprünglichen Investor oder Käufern der Wohnungen genützt werden. Den Rest der Zeit stehen sie leer.

Jochum will politische Lösung

Verschärft wurde der Zeitdruck für die Entscheidung der Gemeindevertretung laut Neher dadurch, dass die Zahl der Projekteinreichungen und Anfragen in der Corona-Zeit noch einmal deutlich gestiegen sei. Nach Ansicht von Bürgermeister Jochum braucht es eine umfassende politische Lösung, und auch er betonte die Notwendigkeit, schnell zu handeln, sonst gebe es "keine Zukunft für die Menschen, die hier ihren Lebensmittelpunkt haben." Er sei überzeugt, dass andere Gemeinden dem Beispiel folgen werden und man damit sogar eine Trendwende bei den Investorenmodellen schaffen könne.

(APA)

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