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Henn übernimmt Eisele Pneumatics

Martin Ohneberg ist mit Henn auf Expansionskurs.
Martin Ohneberg ist mit Henn auf Expansionskurs. ©handout/Henn
Die Übernahme des deutschen Anschlusstechnikherstellers Eisele Pneumatics durch das Vorarlberger Unternehmen Henn ist in trockenen Tüchern. Am Freitag unterzeichnete CEO Martin Ohneberg die Verträge wie er gegenüber VOL.AT bestätigt.

Die Tinte unter den Verträgen ist trocken. Der Dornbirner Automotive-Zulieferer Henn hat den Geschäftsbetrieb der Eisele Pneumatics mit Sitz im deutschen Waiblingen/Stuttgart und ihre amerikanische Tochtergesellschaft in Michigan (USA) übernommen. „Mit der Übernahme der Eisele Pneumatics stellt die Henn-Gruppe weitere Weichen für die Zukunft", sagt Martin Ohneberg gegenüber VOL.AT. "Das Unternehmen ist spezialisiert auf Qualitäts-Anschlusskomponenten und beliefert weltweit zahlreiche Branchen. Wir starten am 1. März mit dem Betrieb und sind voller Tatendrang“, zeigt sich Henn-Eigentümer Martin Ohneberg motiviert.

CEO Martin Ohneberg (Henn Industrial Group) ©handout/Henn

Strategische Übernahmen

Die Komponenten von Eisele Pneumatics sind in vielen Bereichen im Einsatz. Neben der Anwendung in der Drucklufttechnik, dem Automobilbau sowie bei Lackier- und Schweißanwendungen werden die technologisch und qualitativ hochwertigen Anschlusskomponenten von Eisele auch in der Robotik, der Lebensmittelproduktion, der Medizintechnik, der Verpackungsindustrie, der Pharmaindustrie sowie im Bereich der erneuerbaren Energien verwendet. Diese Aspekte waren für Martin Ohneberg entscheidend für die strategischen Überlegungen zur Übernahme: „Neben der laufenden Weiterentwicklung im Automotive-Bereich, ist die Entwicklung innovativer Verbindungstechnologien auch für andere Endmärkte der definierte Weg. Somit kam das Übernahme-Angebot von Eisele zum perfekten Zeitpunkt.“ Genaue Zahlen zur Übernahme wurde nicht bekannt gegeben. Eisele Pneumatics war im vergangenen Jahr durch die Corona-Krise in Schieflage geraten. Jetzt soll es als Teil der Henn-Gruppe wieder aufwärtsgehen.

Auf Wachstumskurs: 120 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2020

Seit der Übernahme von Henn durch Martin Ohneberg hat dieser die Expansion stark vorangetrieben. „Der Ausbau einer starken internationalen Positionierung sowie weitere Innovationen im Bereich Steckverbindungen auf den Markt zu bringen, steht bei Henn im Fokus der Unternehmensstrategie“, erklärt Martin Ohneberg. Am 15. März 2011 hat Ohneberg den Dornbirner Automotive-Zulieferer übernommen und auf Erfolgskurs gebracht. 2010 erwirtschaftete das Unternehmen mit Hauptsitz in Dornbirn noch einen Umsatz von 19,3 Millionen Euro und hatte 26 Mitarbeiter. Zehn Jahre später weist die Henn-Gruppe - eigenen Angaben zufolge - bereits einen Umsatz von 120 Millionen Euro aus und beschäftigt insgesamt 460 Mitarbeiter.

Weltweit führend

In den Jahren 2011 bis 2013 konzentrierte sich die Unternehmensstrategie auf organisches Wachstum – so wurde der Vertrieb in Japan, Südkorea und China aufgebaut. Gleichzeitig wurde der Fokus auf die bestehenden Märkte Deutschland, USA und Frankreich gelegt und Investitionen in neue Anlagen und Räumlichkeiten getätigt. Mit dem Hauptprodukt der innovativen Steckverbindungen für den Bereich Ladeluft und Kühlwasser ist Henn inzwischen weltweit führend.

Henn Industrial Group

Nach erfolgreichen Jahren des organischen Wachstums kaufte Martin Ohneberg 2018 zwei deutsche Unternehmen und gründete als Muttergesellschaft die Henn Industrial Group. Der strategische Zulieferer UFT Produktion GmbH mit Sitz in Sachsen (Deutschland) produziert komplexe, einbaufertige Präzisions-Tiefziehteile und beliefert damit die Automobil-, Bau- und Elektroindustrie. Der Automotive-Zulieferer TKW Molding GmbH in Thüringen fertigt anspruchsvolle Kunststoff-Formteile. Mit diesen beiden Übernahmen erweiterte Henn seine Produktpalette und soll sich - wenn es nach Ohnebergs Plänen geht - zum globalen Anbieter von Metall-, Kunststoff- und Hybrid-Verbindungslösungen in verschiedenen Endmärkten entwickeln.

Von Dornbirn über China auf den Weltmarkt

Im Dezember 2020 folgte die nächste Akquisition: Die Firma TKW übernahm 100 Prozent der Anteile an der Froehlich Plastics Precision Production Co Ltd in Taicang (China). „Wir möchten mit der TWK Molding unsere Präsenz in China weiter ausbauen und so die globalen Kunden auch am asiatischen Markt bedienen“, erklärt Martin Ohneberg seine strategischen Überlegungen. Nach der Vertriebspräsenz in Shanghai folgte damit auch eine Produktionsstätte in China.

Breites Sortiment

Mit der aktuellen Übernahme von Eisele Pneumatics setzt Henn diesen positiven Trend fort. Mit rund 8.000 Standardartikeln und 2.000 kundenspezifischen Sonderlösungen verfügt Eisele Pneumatics über ein breites Sortiment. Die Eisele Pneumatics wird ein Tochterunternehmen von Henn und damit auch ein Teil der Henn Industrial Group. „In dieser Übernahme sehe ich großes Potenzial für die nachhaltige Weiterentwicklung der Henn Industrial Group, um auch in anderen Endmärkten international Fuß zu fassen“, blickt Martin Ohneberg optimistisch und voller Tatendrang in die Zukunft. (VOL.AT)

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