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Essen im Urlaub: Achtung vor Fischfleisch-Fake!

©Canva
Der WWF warnt vor Betrügereien bei Fischspeisen am Mittelmeer. Oft wird den Touristen nämlich etwas ganz anderes aufgetischt, als sie glauben.
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Der World Wildlife Fund (WWF) versucht, Reisende darauf aufmerksam zu machen, dass Fischgerichte vor allem am Mittelmeer ein großes Problem für die Artenvielfalt darstellen – denn rund 20 Prozent der 6.000 bekannten Arten im Mittelmeer sind gefährdet. Touristen werden dabei oftmals mutwillig getäuscht: Statt einem Schwertfisch landet da auch oft unbemerkt ein artgeschützter Hai oder Rochen auf dem Teller.

Betrug: Hai statt Schwertfisch

Das Mittelmeer leidet am schwersten unter der weltweiten Überfischung. Der immens hohe Fischkonsum an den dortigen Urlaubsorten kann vor allem in der Hochsaison nicht nachhaltig oder regional gedeckt werden. Darum landen oft ganz andere Tiere auf dem Teller als eigentlich angegeben.

"Vermeintlich lokale, frische Fänge stammen oft aus Zuchten oder Fernost. Zudem landen viele bedrohte Arten wie Haie oder Rochen versteckt auf der Speisekarte", warnt Simone Niedermüller vom WWF Österreich. Häufig wird beispielsweise Haifleisch als Schwertfischfleisch ausgegeben – zum Beispiel in Italien. Anderenorts wird sogar offen mit "Hai-Burgern" und Co. geworben – etwa in Kroatien.

Trotz des großen Angebots an Fisch-Gerichten empfiehlt der WWF deshalb, verstärkt zu vegetarischen Alternativen zu greifen. Viele traditionelle Speisen in Mittelmeerländern sind ohnehin vegetarisch. "Paella muss nicht immer mit Shrimps sein und auch eine vegetarische Pasta kann vorzüglich schmecken – es gibt viele traditionelle Gerichte, denen keine Zerstörung des Mittelmeers anhaftet", erklärt Niedermüller.

Das Meer in der Krise: Überfischung und Verschmutzung

Weltweit gibt es mehr als 1.200 bekannte Arten von Haien und Rochen. Die ozeanischen Hai und Rochen-Populationen sind in den letzten 50 Jahren allerdings um mehr als 70 Prozent eingebrochen.

Die Gründe dafür sind menschengemacht: Überfischung, Beifang, Zerschneidung von Wanderrouten, Lärmbelästigung und Verschmutzung verursachen diesen immensen Rückgang, viele Arten sind vom Aussterben bedroht. Als besonders gefährdet gelten der Weiße Hai, der Blauhai, der Engelshai, Teufels- und Adlerrochen sowie Pott- und Finnwale.

Auch der starke Tourismus ist ein Problem: "Es braucht dringend mehr Bewusstsein für die Auswirkungen unserer Urlaubsaktivitäten und unseres Konsums, damit wir uns noch lange an der Vielfalt dieser Region erfreuen können", meint die WWF-Meeresexpertin.

Durch die Reisenden gelange auch viel Plastik in Umlauf und schließlich ins Meer, so Niedermüller: "Der Tourismus erhöht den Druck aufs Mittelmeer. Die kommunale Abfallentsorgung kann mit dem saisonal steigenden Müllaufkommen nicht mithalten. Während der Urlaubszeit mit mehr als 300 Millionen Reisenden steigt die Abfallbelastung der Küstenregionen um bis zu 40 Prozent." Etwa 33.800 Plastikflaschen pro Minute enden dabei im Mittelmeer. So sammeln sich jeden Tag etwa fünf Kilogramm Kunststoffmüll pro Küstenkilometer an.

(VOL.AT)

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