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Die Sprache bleibt im Gespräch

VMS Lochau: Ausgegangen ist der Wirbel von einer dritten Klasse mit zwölf Schülern.
VMS Lochau: Ausgegangen ist der Wirbel von einer dritten Klasse mit zwölf Schülern. ©VOL.AT/ Paulitsch
Lochau - Kein Türkisch an Lochauer Mittelschule. Heute gibt es dazu ein Expertengespräch.
Schuldirektor verteidigt Empfehlung
Aufregung um angebliches Türkischverbot
Egger: Deutsch auf freiwilliger Basis

Der Direktor der Lochauer Mittelschule, Willi Schneider (57), ist um Beruhigung bemüht. „Es gibt“, sagt der Schulleiter, „ein Expertengespräch mit zwei Elternvertretern, einer türkischstämmigen Schulpsychologin und Bezirksschulinspektor Kompatscher. Da werden wir die Situation erörtern. Ein angebliches Verbot des Sprechens von nichtdeutschen Sprachen an der Bildungsanstalt mit ihren 102 Schülern hatte für Aufregung gesorgt. Schneider räumt ein, dass es den Wunsch an seiner Schule durchaus gibt, auch außerhalb des Unterrichts ausschließlich Deutsch zu sprechen. Seine Begründung: „Die Deutschkenntnisse von Schülern mit migrantischem Hintergrund haben in den letzten Jahren dramatisch nachgelassen. Es ist auch aus pädagogischen Gründen wichtig, nur eine Kommunikationssprache zu haben. Es kommt immer wieder zu Situationen, in denen es Verständigungsprobleme gibt. Das kann zu Konflikten führen.“ 

Ausdrücklicher Wunsch

An der VMS Lochau sind 44 der 102 Schüler (43 Prozent) nichtdeutscher Muttersprache. Ausgegangen ist der Wirbel von einer dritten Klasse mit zwölf Schülern. Von den dort sieben Buben sind vier türkischstämmig, zwei mit deutscher Muttersprache und einer mit tschetschenischem Background. Es sei sprachbedingt zu Konflikten gekommen. Die Verordnung von Deutsch als einziger Kommunikationssprache hätte die Probleme lösen sollen. Unterstützung in seiner Haltung erhält Direktor Willi Schneider von seinem Kollegen aus der VMS Dornbirn-Baumgarten, Franz Wirth (57). „Es gibt natürlich kein schriftliches Verbot bezüglich Verwendung der türkischen Sprache außerhalb des Unterrichts. Aber es gibt den ausdrücklichen Wunsch, dass an unserer Schule nicht türkisch oder auch eine andere Fremdsprache gesprochen wird. Aus nachvollziehbaren pädagogischen Gründen“, so Wirth.

Stemer und Egger einig

Unterstützt wird diese Haltung von Schullandesrat Siegi Stemer (61). „Abgesehen davon, dass es kein dezidiertes Verbot der Verwendung einer fremden Kommunikationssprache an der Mittelschule in Lochau gegeben hat, habe ich vollstes Verständnis für den Wunsch nach Deutsch als einziger Sprache an unseren Schulen. Das ist nicht diskriminierend, sondern pädagogisch sinnvoll“, argumentiert der Schullandesrat. In dieselbe Kerbe schlägt FPÖ-Klubobmann Dieter Egger (43). Dabei bezieht sich Egger auf Erfahrungen in einer Realschule in Berlin, wo vor Jahren Deutsch als einzige Kommunikationssprache vereinbart wurde. „Eine gemeinsame Sprache fördert nicht nur den Bildungserfolg, sondern auch ein respektvolles Zusammenleben, betont Egger.

„Teil der Identität“

Anderer Meinung sind da die Integrationssprecherinnen von SPÖ und Grünen, Gabi Sprickler-Falschlunger (55) und Vahide Aydin (43). „Wir können niemandem vorschreiben, dass Deutsch außerhalb der Schulstunden zu sprechen ist“, meint Sprickler-Falschlunger. „Es ist kontraproduktiv, Schulkindern den Gebrauch ihrer Muttersprache im privaten Bereich verbieten zu wollen“, sagt Aydin. Auch die Sprecherin des Landeselternverbands, Monika Hillbrand (54), ist gegen ein generelles Verbot der Verwendung von Fremdsprachen außerhalb des Unterrichts. „Das ist ein sehr sensibler Bereich, die Sprache ein Teil der Identität. Wenn sich Schüler untereinander außerhalb des Unterrichts in ihrer Muttersprache unterhalten, kann man das nicht verbieten.“

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