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Aufregung um angebliches Türkischverbot in Lochauer Mittelschule

Lochau - Ein Informationsschreiben der Vorarlberger Mittelschule (VMS) Lochau sorgt derzeit unter den Eltern türkischstämmiger Schüler für Aufregung.

Laut der Österreich-Ausgabe der türkischen Regierungspartei AKP nahestehenden Zeitung “Zaman” wurde in dem Schreiben festgehalten, dass die Unterrichtssprache deutsch ist, und die Kinder auch am Pausenhof deutsch sprechen sollten. Eltern wandten sich in der Folge mit Verweis auf die Rechtswidrigkeit einer solchen Regelung an den Landesschulrat. Es könne kein Verbot geben, türkisch zu sprechen, stellte Bezirksschulinspektor Christian Kompatscher am Mittwoch gegenüber der APA klar. Er will nun das Gespräch mit den Beteiligten suchen.

In der Schule um deutsch zu lernen

In dem Schreiben argumentierte die VMS Lochau, die Schüler seien auch in der Schule, um deutsch zu lernen. Je häufiger sie die deutsche Sprache anwendeten, umso besser lernten sie diese. Unter Schülern unterschiedlicher Muttersprachen aber auch zwischen Schülern und Lehrern könne es leicht zu Missverständnissen kommen, wenn Schüler eine andere Sprache als die deutsche verwendeten. So könnten Lehrer etwa nicht bei sich anbahnenden Konflikten eingreifen, wenn die Unterhaltung in einer Sprache geführt werde, die die Lehrperson nicht verstehe. Von einem Verbot oder Strafen sei in dem Brief nicht die Rede, “es ist aber die Frage, was da in der Kommunikation angekommen ist”, ortete Kompatscher Missverständnisse. Eine Strafe für Türkischsprechen auf dem Pausenhof habe die Schule nie vorgesehen.

Die Regelung habe zu einer Spaltung unter den Schülern geführt, so hätten etwa Kinder anders sprechende Schüler bei den Lehrern angeschwärzt. Schüler, die sich durch das Verbot gedemütigt fühlten, begegneten diesem mit Trotzreaktionen, so eine Mutter gegenüber ZAMAN Österreich.

Keine Strafen möglich

Laut Kompatscher gab es nach einem Vorfall auf dem Pausenhof, bei dem sich ein Schüler störend verhielt, sich laut auf türkisch äußerte und in der Folge bestraft wurde, ein Treffen von Eltern türkischstämmiger Schüler mit Direktor Willi Schneider und einem Vertreter des Landesschulrats, um die Sache zu klären. Dabei sei klargemacht worden, dass es keine Strafen für das Sprechen der Muttersprache geben könne, sagte der Bezirksschulinspektor, der betonte, dass ungebührliches Verhalten, egal ob auf Deutsch oder Türkisch, geahndet gehöre. Die Anwendung der deutschen Sprache sei eine wichtige Kompetenz, im Unterricht werde deutsch gesprochen. Die Verunsicherung und Verärgerung der Eltern sei aber nachvollziehbar. “Die Muttersprache hat mit Identität zu tun”, zeigte Kompatscher Verständnis.

Nun gehe es in erster Linie darum, wieder zu einem guten Miteinander zu kommen. Ein von einer türkischstämmigen Schulpsychologin begleitetes Gespräch zwischen Bezirksschulinspektor, Direktor und Elternvertretern am Freitag soll dabei helfen. Dass es weitere Schulen mit einer ähnlichen Regelung gibt, wie von einer Mutter laut “Zaman” angegeben, konnte Kompatscher nicht bestätigen. Die Frau habe ihm auf Nachfrage keine Schulen nennen können, man werde das Thema aber bei der nächsten Schulleitertagung ansprechen.

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