Anzeige gegen Integra: Geschäftsführer Koch und Baljak nehmen Stellung

Geschäftsführer Koch zeigte sich im VOL.AT-Interview überrascht angesichts der Behauptungen.
Geschäftsführer Koch zeigte sich im VOL.AT-Interview überrascht angesichts der Behauptungen. ©Hofmeister
Am Montag veröffentlichte die SPÖ Vorarlberg eine Anzeige, in der ein Ex-Mitarbeiter der Integra schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen erhebt. Integra-Geschäftsführer Koch und Baljak widersprechen im VOL.AT-Interview den Anschuldigungen.
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Der Fall um den Millionenbetrüger Michael S., der bei der Integra in Vorarlberg angestellt war, schlägt weiterhin hohe Wellen. In einer Anzeige, die die SPÖ Vorarlberg am Montag veröffentlichte, erhebt ein ehemaliger Mitarbeiter schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen im Zusammenhang mit dem Millionenbetrüger Michael S.

Der ehemalige Mitarbeiter behauptet in seiner Anzeige bei der Finanzpolizei unter anderem, dass Herr S. ein Firmenauto hatte, dass er auch privat genutzt habe und dass er nie Kilometergeld abgerechnet habe.

Auto privat genutzt

“Herr S. hat ein Elektroauto, Marke Hyundai als Dienstfahrzeug, weil er täglich drei Schulungsstandorte in Feldkirch, Dornbirn und Wolfurt betreut”, erklären Koch und Baljak im VOL.AT-Interview. “Von Gesetzeswegen braucht es bei Elektrofahrzeugen kein Fahrtenbuch.” Die Integra habe Herrn S. erlaubt, dass Auto auch privat zu nutzen. “Das ist arbeitsvertraglich geregelt. Die Reichweite von Elektrofahrzeugen ist ohnehin sehr eingeschränkt.”

Küche soll von Integra bezahlt worden sein

Ein weiterer Vorwurf des Ex-Mitarbeiters ist, dass in der Privatwohnung von Herrn S. eine Küche eingebaut sei, die von der Integra bezahlt wurde.

Die Integra habe eine eigene Tischlerei, die auch Aufträge für Mitarbeiter durchführt, so Koch und Baljak. Die Angebote und Abrechnungen werden im Vier-Augen-Prinzip geprüft. “Eine Anzahlung von Herrn S. ist bereits da, die um ein Vielfaches höher ist, als das Material, das bereits gekauft wurde. Anders als behauptet ist die Wohnung noch gar nicht bezugsfertigt. In diesem Fall ist es sogar genau umgekehrt als vorgeworfen. Integra muss noch Leistungen erbringen und es kann keinesfalls die Rede sein, dass Integra für die Küche des Herrn S. aufkommt”, erklären Koch und Baljak.

Dienstauto nicht abgerechnet

Eine weitere Behauptung des ehemaligen Mitarbeiters ist, dass die Lebensgefährtin von Herrn S., die ebenfalls bei der Integra angestellt ist, einen Dienstwagen hatte, ohne dass dafür Abzüge vorgenommen worden seien.

“Die Lebensgefährtin von Herrn S. hat kein eigenes Firmenauto sondern benützt für Dienstfahrten ein Pool-Auto, das auch von anderen Mitarbeitern benutzt wird”, sagen Koch und Baljak. Die gefahrenen Privat-Kilometer würden in einem Fahrtenbuch festgehalten und bezahlt.

Geschäftsführer auf Missstände angesprochen

Der ehemalige Mitarbeiter behauptet in seiner Anzeige des Weiteren, dass Herr S. als Personalchef alles überwacht habe. Andere Mitarbeiter hätten Angst gehabt und gekündigt. Mitarbeiter hätten die Geschäftsleitung auf die verschiedenen Missstände aufmerksam gemacht, diese hätte aber angeblich nicht reagiert. Auch behauptet der Ex-Mitarbeiter, dass es Unstimmigkeiten in der Buchhaltung gebe und spricht von einem größeren Finanzloch.

“Herr S. war nie Personalchef”, stellen Koch und Baljak klar. “Herr S. war einer von acht Bereichsleiter und für Betreuungs- und Schulungsprogramme zuständig. Sein Handeln unterlag der ständigen Aufsicht, gröbere Verfehlungen in der Führung lagen unseres Erachtens nicht vor. Wir bedauern es aber selbstverständlich sehr falls MitarbeiterInnen mit dem Betriebsklima unzufrieden waren. Es handelt sich dabei um eine zwischenmenschliche Geschichte, die nun eskaliert ist.“

Auch die Behauptung, dass es ein Finanzloch gebe, enspreche nicht der Wahrheit, so Koch und Baljak weiter.

Warum die Anzeige in dieser Form veröffentlicht werde, ist für die Geschäftsführer nicht klar. “Die Vorwürfe sind unausgegoren und wiederlegbar. Wie man erkennen kann, beruhen die Anschuldigungen auf Vermutungen und Gerüchten. Sachlich ist das nicht und sehr wahrscheinlich politisch motiviert. Diese Vorgangsweise ist unverantwortlich und fügt uns großen Schaden zu. Wir sind bereit alles für die Aufklärung zu tun und werden auch im Kontrollausschuss antreten und Rede und Antwort stehen. Unsere Währung ist das Vertrauen und wir müssen nun wiederherstellen, was zerstört wurde.”

(Red.)

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