Wie sicher ist der Pfändertunnel?

Von Simon Vonbank
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Am 25. Juni 2012 wurde die neue Weströhre eröffnet. Am 25. Juni 2012 wurde die neue Weströhre eröffnet. - © VOL.AT/Philipp Steurer
Bregenz, Lochau – Vier Unfälle mit 13 verletzten Personen innerhalb von zwei Wochen - das ist die Unfallbilanz der neuen Pfändertunnelröhre. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie sicher der Tunnel wirklich ist.

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Rund ein Viertel der österreichischen Autofahrer fürchtet sich davor, durch einen Tunnel zu fahren, so eine Statistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, im Tunnel zu verunglücken, um ein Vielfaches geringer als auf den Autobahnen und Schnellstraßen. Seit der Eröffnung der zweiten Pfändertunnelröhre vor zwei Wochen gab es bereits vier Unfälle und 13 verletzte Personen. Tragischer Zufall - oder sind die Sicherheitsmechanismen im neuen Tunnel nicht ausreichend?

Kein akustisches Signal beim Überfahren der Mittellinie

"Die neue Röhre ist mit den modernsten und besten Sicherheitsmechanismen ausgestattet", erklärt Christoph Wanker von der ASFINAG. Allerdings ist die neue Röhre nicht für Gegenverkehr vorgesehen, sondern dient lediglich als Zwischenlösung, bis die alte Röhre saniert ist. Deswegen ist auch die Anbringung von sogenannten "Rumble Strips" nicht möglich. Das sind jene Elemente im Bodenbelag, die den Autofahrer durch Geräusche darauf hinweisen, dass er oder sie gerade eine Sperrlinie überfährt. "Würde man diese anbringen, müsste man danach den kompletten Bodenbelag erneuern", sagt Wanker. Eine Alternative wären 20 Zentimeter hohe Laschen, die auf die Sperrlinie geklebt werden. Das Problem dabei: Die Laschen werden weggefahren und müssten deswegen ständig erneuert werden.

Doppelt gemoppelt hält nicht besser

In der alten Röhre waren zwei Sperrlinien in der Mitte der Fahrbahn angebracht. In der neuen Röhre gibt es nur mehr eine. "Ob eine oder zwei Linien, das macht keinen Unterschied", meint Wanker. Die entsprechenden Vorschriften für die Inbetriebnahme eines Tunnels seien beim Pfändertunnel eingehalten worden. Außerdem kann jeder Winkel des Tunnels mit Kameras eingesehen werden. So wird jedes herumfliegende Teil automatisch erkannt und gemeldet. Neben den obligatorischen Notruf- und Feuerlöscheinrichtungen gibt es eine Spursignalisierung und die üblichen Gefahren- und Gebotszeichen.

Tunnelportal am gefährlichsten

Das Portal, sprich der Tunneleingang bzw. Tunnelausgang, ist die heikelste Stelle. Hier ist die Unfallrate am höchsten, wie das Kuratorium für Verkehrssicherheit berichtet. Kritisch sei vor allem der etwa 250 Meter lange Bereich vor dem Portal und nach der Ausfahrt, der sogenannte Vor- und Nachlauf. Im Vorlauf wird der Richtungsverkehr in den Gegenverkehr übergeleitet. Die Geschwindigkeitsreduktion scheinen dabei viele Autofahrer nicht im Griff zu haben. Vor allem zu geringe Abstände, Rückstaus und Missachtung der Tunnelampel sind häufige Fehler, die zu Auffahrunfällen in der Einfahrt führen.

Appell an Autofahrer

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit und die ASFINAG betonen, dass viele Unfälle durch korrekte Fahrweise verhindert werden könnten.  Die wichtigsten Punkte sind:

  • Vor Einfahrt in den Tunnel das Licht einschalten
  • An die Geschwindigkeitslimits halten
  • Den notwendigen Sicherheitsabstand einhalten
  • Überholverbote beachten
  • Niemals wenden oder rückwärts fahren
  • Nur im Notfall anhalten

(SVO)

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