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Streit zwischen Post und Gewerkschaft in Vorarlberg

Die Post steht in Vorarlberg wegen Zustellproblemen und schlechter Arbeitsbedingungen unter Druck. Schon seit Monaten gehen die Wogen zwischen Post und der Gewerkschaft hoch.
Die Chronologie
A1 stärkt Mähr den Rücken
Auer startet Online-Petition
Mähr geht in die Offensive

Anfang Jänner klagte die Post gar Personalvertreter Franz Mähr und verhängte ein Medienkontaktverbot. AK-Vizepräsidentin Manuela Auer startete nun eine Petition zur Unterstützung der Postbediensteten.

Kunden, vor allem aus dem Vorarlberger Oberland, beschwerten sich über verspätete Pensionsauszahlungen und Zustellungen. Postmitarbeiter sollen monatelang nicht zugestellte Sendungen gar dem Altpapier zugeführt haben, was die Post gegenüber Medien nicht bestätigte, aber auch nicht dementierte. Die Probleme seien aus Personalmangel und einem unerwartet hohen Sendungsaufkommen entstanden. Derzeit fehlten in Vorarlberg rund 40 Mitarbeiter “auf allen hierarchischen Ebenen”, so Postsprecher David Weichselbaum am Freitag.

Personalnot, schlechte Bezahlung, Druck und Fluktuation

Bereits seit einem Jahr machte Franz Mähr (FSG), Vorsitzender der Postgewerkschaft in Vorarlberg, das Unternehmen immer wieder in E-Mails auf Personalnot, schlechte Bezahlung, Zeit- und Leistungsdruck und hohe Fluktuation aufmerksam. Als Lösung schlug die Gewerkschaft eine Überzahlung zum Kollektivvertrag vor, sowie kleinere Zustellbezirke und eine Überarbeitung des Personalkonzepts. “Uns springen die Leute ja schon in den ersten Tagen wieder ab”, so Mähr, der der Post vorwarf, die Probleme lange nicht ernst genommen zu haben.

Im Sommer 2017 machte die Gewerkschaft daher öffentlich auf die Misere aufmerksam. Daraufhin forderte die Post Mähr in einem mit “Belehrung und strenge Ermahnung” betitelten Schreiben auf, unter Androhung weiterer Konsequenzen Medienkontakte zu unterlassen. Diese gehörten nicht zum Aufgabenbereich eines Personalvertreters. Diese “Maulkorb”-Belehrung soll auch an andere Personalvertreter gegangen sein.

Interne Ermittlungen

Post-Generaldirektor Georg Pölzl schickte im Dezember Ermittler des postinternen Erhebungsdienstes nach Vorarlberg. Dass man die Probleme nicht ernst nehme, wies die Post zurück. Ein erstes Fazit der “Post-SOKO”: “Zustellprozesse wurden nicht eingehalten, Zusteller waren überfordert, und es gab ein Fehlverhalten regionaler Mitarbeiter”, so Postsprecher Weichselbaum. Das Unternehmen setzt seither Briefträger aus anderen Bundesländern ein, derzeit zwölf, weitere könnten noch dazukommen. Im Regionalmanagement kam es zu personellen Änderungen. “Wir überprüfen im Detail, was schief gelaufen ist und wie es überhaupt soweit kommen konnte”, so Weichselbaum.

Auer startet Petition

Im Jänner klagte die Post Mähr unterdessen auf Unterlassung. Dieser erklärte am Donnerstag, er werde sich nicht mundtot machen lassen. Er erfahre großen Rückhalt seitens der Kunden und der Postmitarbeiter.

AK-Vizepräsidentin Auer startete eine Petition, die unter bis Freitagmittag über 1.300 Personen online unterzeichneten.

“Bei uns melden sich Kunden, die Mahngebühren bezahlen müssen oder Fristen versäumt haben, weil die Briefe zu spät eingetroffen sind. Das Beschwerdemanagement der Post funktioniert nicht. Alles wird als Einzelfall abgetan. Und dann soll noch einem, der Lösungen anbietet, der Mund verboten werden”, beklagte Auer.

Auch Telekom-Austria-Betriebsratschef Werner Luksch sprang Mähr bei und sprach von einem “inakzeptablen Einschüchterungsversuch”. Es sei ein Skandal, dass in Österreich im 21. Jahrhundert mit solchen Methoden versucht werde, “einen engagierten Arbeitnehmervertreter fertig bzw. mundtot zu machen”, so Luksch. Missstände aufzuzeigen sei “unsere tägliche Arbeit”.

Große Solidarität

Man erfahre große Solidarität, auch aus anderen Bundesländern, erklärte Auer. So gebe es offenbar ebenfalls Zustellprobleme und hohen Druck auf Mitarbeiter in Teilen Tirols, in der Steiermark und in Kärnten. “Man merkt, da kocht es. Da liegt einiges im Argen bei der Post”, sagte die AK-Vizepräsidentin. Die Post wiegelte ab: Es könne immer einmal zu Verspätungen in der Zustellung kommen, die “spezielle Situation” in Vorarlberg gelte sicher nicht pauschal für ganz Österreich. Es sei aber durchaus möglich, dass man aus der Analyse aus Vorarlberg etwas für andere Bundesländer mitnehmen werde, so Weichselbaum.

Auer bemängelte, das hohe Gewinne schreibende Unternehmen habe allein im vergangenen Jahr 2.000 Mitarbeiter abgebaut, die Fluktuation sei hoch. In Vorarlberg hätten 140 Mitarbeiter von Jänner bis Oktober neu bei der Post angefangen, davon hätten 95 wieder aufgehört. “Wir wollen, dass die Post ein attraktiver Arbeitgeber wird”, so Auers Ziel. Für Ende Februar wird Post-Chef Pölzl für einen “Post-Gipfel” im Landhaus erwartet. Bis dahin will die Post die Causa aufgeklärt haben.

(APA)

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