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"Rufschädigend und Ehrenbeleidigung, aber sind uns keiner Schuld bewusst"

©VMH
Nach der Trennung mit dem Klub SSV Dornbirn/Schoren nehmen die vier Spielerinnen Anna Moosbrugger, Julia Feierle, Johanna Rauch und Nadine Franz Stellung und sind sich keiner Schuld bewusst.
Zwei Vorstandsmitglieder gehen
SSV Dornbirn/Schoren trennt sich von Spielerinnen

Brief von den vier ehemaligen Spielerinnen von SSV Dornbirn/Schoren an den Vorstand:

Mit Bedauern haben wir die Berichterstattung des Vorstandes des SSV Dornbirn Schoren in den Medien verfolgt, wonach sich der Verein aus disziplinären Gründen mit sofortiger Wirkung von uns trennen habe müssen.

Im Bericht der Vorarlberger Nachrichten vom 06.03.2019 wurde der sportliche Leiter Günter Marksteiner zitiert, wie folgt: „Es sind mehrere Dinge vorgefallen, die uns zu diesem Schritt bewogen haben“. DDr. Christoph Scheiderbauer: „Diese Trennung war leider nötig. Wir sind enttäuscht, dass sich langjährige Spielerinnen des Vereins so verhalten haben“.

In der Neuen Vorarlberger Tageszeitung vom 06.03.2019 wurde berichtet, dass wir Trainingstermine verpasst hätten. In der Kronen Zeitung vom 06.03.2019 war zu lesen, dass bereits Mitte November – am Vorabend der 23:24 Heimpleite gegen MGA Wien – einige Spielerinnen beim Maturaball zu ausgiebig das Tanzbein geschwungen hätten. „Vermutlich dürfte man auch diesmal wieder über die Stränge geschlagen haben.“, war die Schlussfolgerung des Autors.

 Diese Berichte verletzen uns im Recht auf Achtung unserer Privatsphäre, sind ehrenbeleidigend und vor allem rufschädigend. Wir alle sind in unseren Berufen auf einen tadellosen Leumund und Ruf angewiesen. Leider erweckt die Berichterstattung in den Medien den Anschein, wir hätten schwere disziplinäre Verfehlungen begangen. Unter anderem wurden wir aufgrund der Berichterstattungen darauf angesprochen, ob wir Drogen genommen oder vielleicht gedopt hätten.

Die Berichterstattung hat aber auch dem Ansehen des SSV Dornbirn Schoren geschadet. Dies ist daran erkennbar, dass die Kommentare auf „vol.at“ überwiegend gegen die Vereinsleitung gerichtet sind.

Für uns ist unverständlich, dass sich der Vorstand des SSV Dornbirn Schoren zu diesem – aus unserer Sicht – unüberlegten „Schritt“ hinreißen hat lassen. Die unterschwelligen Behauptungen der Vereinsleitung zwingen uns dazu, die Situation und die Vorkommnisse aus unserer Sicht kurz darzustellen. Wir versichern im Voraus, dass die folgenden Ausführungen nach bestem Wissen und Gewissen erfolgen.

Zunächst halten wir fest, dass wir Amateure und keine Profispielerinnen sind und es sich beim SSV Dornbirn Schoren nicht um einen Profiverein handelt. Wir sind zu 100 % berufstätig und haben – soweit möglich – an den Trainingseinheiten und Spielen teilgenommen. Üblicherweise waren das zumindest fünf Einheiten zwischen eineinhalb und drei Stunden unter der Woche. Durchschnittlich findet jedes zweite Wochenende ein Wettkampfspiel statt.  Wir können eine überdurchschnittliche Trainingsbeteiligung vorweisen. Lediglich aus beispielsweise beruflichen Gründen oder in absoluten Ausnahmefällen waren wir bei einem Training nicht dabei und wurden Fehlzeiten selbstverständlich immer mit der Trainerin abgesprochen.

Seit unserer frühesten Jugend, (teilweise seit mehr als zwanzig Jahren) spielen wir beim Verein und sind mit dem SSV quasi „aufgewachsen“.  Bisher haben wir beinahe unsere gesamte Freizeit dem Verein gewidmet.

Die gemeinsame Trainings- und Spielzeit bringt zuweilen Unstimmigkeiten, Meinungsunterschiede und ganz alltägliche zwischenmenschliche Probleme mit sich. Nicht immer ist „alles heile Welt“. Natürlich ist es auch vorgekommen, dass in der Mannschaft – insbesondere nach verlorenen Spielen – eine schlechte Stimmung geherrscht hat. Es ist auch vorgekommen, dass die Trainerin schlecht gelaunt war und sich diese Laune auf die Mannschaft übertragen hat. All diese Dinge sind völlig normal und kommen in jedem Sportverein vor. Wir waren aber immer bestrebt, Meinungsverschiedenheiten und Probleme offen anzusprechen und Lösungen zu suchen. Schließlich geht Sport immer auch einher mit sehr vielen Emotionen!

Nach einer Faschingsveranstaltung wurden von der Jugendleiterin verbal attackiert und ersuchten wir daraufhin den Vorstand um ein klärendes Gespräch. Das wurde aber abgelehnt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war uns klar, dass vom Vorstand jeglicher Rückhalt und jegliche Wertschätzung uns gegenüber fehlten. Wir waren zutiefst enttäuscht vom Verhalten der Vereinsleitung und sahen uns nicht mehr in der Lage, weiterhin für den SSV Dornbirn Schoren zu spielen. Wir haben dies der Mannschaft beim Abendtraining mitgeteilt. Ein sauberer Abschied, wie wir uns gewünscht hätten, wurde uns durch den Gang in die Öffentlichkeit verwehrt.

Bis heute wissen wir nicht, was uns genau vorgeworfen wird. Wir sind uns allerdings sicher, keine Verfehlungen begangen zu haben, die eine fristlose Auflösung der Verträge rechtfertigen würde. Aus diesem Grund haben wir die Vereinsleitung in einem offenen Brief aufgefordert, den zu Unrecht erhobenen Vorwurf von Disziplinarvergehen zurückzunehmen. Selbstverständlich behalten wir uns dazu alle rechtlichen Möglichkeiten offen.

Abschließend möchten wir zum Ausdruck bringen, dass wir es sehr bedauern, dass unsere langjährige Mitgliedschaft und Zusammenarbeit mit dem SSV Dornbirn Schoren auf solch unschöne Art und Weise geendet hat. Wir sehen keine Rechtfertigung für die vom Vorstand des SSV Dornbirn Schoren iniizierte Berichterstattung in den Medien. Es hätte völlig ausgereicht und wäre auch im Sinne des Vereins gewesen, sachlich über die von uns gewünschte Auflösung der Verträge zu berichten. Eine solche Medienkampagne haben wir keinesfalls verdient.

Wir wünschen dem SSV Dornbirn jedenfalls alles Gute für die weitere Zukunft. Uns bleibt nur die Hoffnung, bald wieder Handball spielen zu dürfen.

Zum Schluss möchten wir uns noch für die großartige Unterstützung und die berührenden Worte verschiedenster Personen bedanken. Sie haben uns in den letzten Tagen viel Kraft gegeben.

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