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Protest gegen Notenzwang geht weiter: Schule schickt Zeugnisse an Ministerium

Der Protest gegen den Notenzwang geht weiter.
Der Protest gegen den Notenzwang geht weiter. ©VOL.AT/Mayer
Die VS Lustenau-Kirchdorf hat eingelenkt, was den Streit um Ziffernnoten angeht - vorerst. VOL.AT war beim Zeugnistag mit dabei.
VS Kirchdorf: Halbjahreszeugnis
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Ziffernoten: Streit vorerst beigelegt
Lustenau: Petition gegen Notenzwang

Statt Einheitszweiern für alle Schüler der zweiten und dritten Klassen gab es heute bei der Verteilung der Halbsjahreszeugnisse doch "normale Noten": Die VS Lustenau-Kirchdorf hat doch noch eingelenkt, was den Streit um Ziffernnoten angeht.

Lehrer, Direktor und Eltern wollen den Notenzwang jedoch nicht einfach so hinnehmen und weiter dagegen ankämpfen. Damit sind sie nicht allein: Die vom Verein "Gemeinsam.Zukunft.Lernen" gestartete Petition gegen den Zwang zählt mittlerweile über 8.300 Unterstützer.

Paket mit Zeugnissen

Am Freitag wurden in Lustenau nicht nur Zeugnisse an Schüler vergeben: Die Zeugnisse der Drittklässler wurden in einem Paket gesammelt und werden mit einem, gemeinsam mit den Eltern verfassten, Brief an das Bundesministerium geschickt. Die Aktion erfolgt ganz im Sinne der Kinder. Man erhofft sich davon ein Umdenken, will das Thema bis nach Wien bringen und hofft auch auf einen weiteren Dialog. Es habe bereits gute Gespräch mit der Bildungsdirektion gegeben, auch Landesrätin Schöbi-Fink habe bereits zu Gesprächen geladen.

Gute Alternativen

"Ich bin eine Verfechterin keiner Noten", so Simone Fürnschuß, Mutter eines Schülers. Man habe in der Vergangenheit gute Alternativen kennengelernt, etwa ausführliche Gespräche mit Eltern und Schülern. "Von mir aus kann es gerne weiterhin Noten geben", so Fürnschuß. "Es wäre allerdings toll, wenn es hier diese Alternativen geben würde." Das neue Gesetz habe etwas weggenommen, dass sich schon etabliert habe. Das wolle man nun zurück. Auch ihr Sohn Josua, der die dritte Klasse der VS Kirchdorf besucht, ist kein Fan von Ziffernnoten: "Ich finde Noten nicht gut und will auch keine bekommen", so der Schüler.

Lehrerinnen enttäuscht

Birgit Sieber-Mayr, Sprecherin der betroffenen Lehrerinnen, erklärte: "Es ging uns nie um persönliche Befindlichkeiten, auch nicht um unseren Arbeitsplatz - wir wollen für die Kinder kämpfen." Beide zeigten sich enttäuscht von der juristischen Seite der Landesverwaltung. "Nur mit dem Gesetz zu kommen, ist in der Arbeit mit Kindern zu wenig - ein Armutszeugnis", so Sieber-Mayr. Die pädagogischen Verantwortlichen hätten sich dagegen konstruktiv und gesprächsbereit gezeigt. Man freue sich auf den von Landesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) und der Bildungsdirektion angebotenen Austausch und hoffe auch auf ein persönliches Gespräch mit Faßmann bei seinem nächsten Vorarlberg-Besuch, sagte Sieber-Mayr, die von großer Unterstützung für den Protest berichtete.

Bildungsdirektion erleichtert

Seitens der Bildungsdirektion Vorarlberg zeigte man sich am Freitag erleichtert. "Wir sind erfreut, dass diese Lösung zustande gekommen ist. Die Gespräche waren sehr intensiv", so Sprecherin Elisabeth Mettauer-Stubler zur APA. Man wolle den inhaltlichen Austausch fortsetzen, wie gesetzlich vorgesehene Ziffernnote und alternative Leistungsbeurteilung in Einklang gebracht werden könnten. "Denn das ist an mehreren Schulen Thema", betonte Mettauer-Stubler. Sie wandte sich zudem gegen den Vorwurf der Androhung von dienstrechtlichen Konsequenzen. Man habe lediglich aufgeklärt, welche möglichen rechtlichen Folgen das geplante Vorgehen der Lehrer haben könnte. Auch mit dem Bildungsministerium strebe man einen Austausch an. Landesrätin Schöbi-Fink werde das Anliegen in Wien vorbringen.

(Red./APA)

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