Mordfall Frick: Ermittlungen eingestellt - Keine Spur von Jürgen Hermann

Die Ermittlungen im Mordfall Frick sind vorläufig abgeschlossen, von Jürgen Hermann fehlt jede Spur.
Die Ermittlungen im Mordfall Frick sind vorläufig abgeschlossen, von Jürgen Hermann fehlt jede Spur. ©Nils Vollmar/Landespolizei FL
Balzers/Vaduz (FL). Drei Monate nach dem Mord an Bankdirektor Jürgen Frick in Liechtenstein hat die Polizei des Fürstentums die Ermittlungen ohne eine Spur des mutmaßlichen Täters Jürgen Hermann vorerst abgeschlossen.
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Bei weiteren Erkenntnissen oder Hinweisen werde man diese aber sofort wieder aufnehmen, bestätigte Polizeisprecherin Tina Enz Medienberichte.

Fahndung nach Jürgen Hermann

Allen bisherigen Hinweisen sei man nachgegangen, sie hätten aber keine neuen Erkenntnisse gebracht. Die ermittelnden Beamten gingen zwar weiterhin davon aus, dass der Tatverdächtige Jürgen Hermann Selbstmord verübt habe, da aber keine Leiche gefunden werden konnte, bleibe die internationale Öffentlichkeitsfahndung aufrecht.

Die Spur endet am Rhein

Die These eines Suizids werde auch dadurch untermauert, dass am Rheinufer die Jacke Hermanns mit Schmauchspuren gefunden worden sei, so die Liechtensteiner Polizeisprecherin. Die Spur des mutmaßlichen Täters endete am kanalisierten Rhein im Gebiet von Ruggell.

Man fand unter anderem einen Pass mit handschriftlichen Notizen, die als Abschiedsbrief und Geständnis gewertet wurden. Die Polizei geht seither davon aus, dass Hermann in den Rhein sprang und Suizid beging. Die Tatwaffe soll laut Polizei von einem Angehörigen des Verdächtigen in Österreich gekauft worden sein.

Rachemord an Banker Frick?

Der Ex-Fondsmanager Jürgen Hermann soll am 7. April in der Tiefgarage der Bank Frick in Balzers auf den Bankenchef Jürgen Frick drei Schüsse abgefeuert und ihn so getötet haben. Hermann machte die Bank Frick für den Ruin seiner Investmentfirma mitverantwortlich. Der ehemalige Erfinder führte seit Jahren einen Kampf gegen Banken und das politische Establishment, die er für seinen Ruin als Fondsmanager verantwortlich machte.

“Staatsfeind Nr. 1”

Kurz vor der Tat hatte Hermann E-Mails verschickt, in denen er den Kleinstaat als “Fürstendumm Scheissenstein” bezeichnete. Das Bankhaus Frick war Hermanns Hausbank. Das Fürstentum klagte er vor ein paar Jahren auf 200 Millionen Franken Schadenersatz, angeblich deshalb, weil die Finanzmarktaufsicht seine Gesellschaft und ihre Fonds unter Beobachtung (Monitoring) stellte. Auf seiner Homepage bezeichnete sich Hermann selbst als “Robin Hood von Liechtenstein und Staatsfeind Nr.1″. (red/APA)

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