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Metaller machen ernst: Hier wird heute eine Schicht lang gestreikt

Bei der Firma Grass in Höchst wird eine Schicht lang gestreikt.
Bei der Firma Grass in Höchst wird eine Schicht lang gestreikt. ©VOL.AT/Mayer, Canva Pro
Mirjam Mayer (VOL.AT) mirjam.mayer@russmedia.com
Auch die sechste Verhandlungsrunde bracht kein Ergebnis für die Metaller. Daher haben nun die Streiks begonnen. VOL.AT hat in Höchst vorbeigeschaut.

Darum geht's:

  • Metaller streiken aus Protest gegen "schändliches Angebot" der Arbeitgeber
  • Streiks sollen bis Freitag, den 17. November andauern
  • Mitarbeiter fordern höheres Einkommen aufgrund steigender Lebenshaltungskosten

Österreichs Metaller haben genug. Sie machen ernst und starteten in die Streiks. So auch in der Frühschicht bei der Firma Grass in Höchst: "Wir haben heute die Firma abgestellt", erklärt PRO-GE Landesvorsitzender und Grass-Betriebsrat Wolfgang Fritz. Von den frühen Morgenstunden bis um 14 Uhr stehen die Maschinen im Werk still. Rund 150 Mitarbeiter haben die Arbeit aus Protest gegenüber dem laut der Gewerkschaft "schändlichen Angebot" niedergelegt. "Die Mitarbeiter sind top motiviert", verdeutlicht Fritz gegenüber VOL.AT. "Sie wollen jetzt aufs Ganze gehen."

Seit dem Vormittag wird in Höchst gestreikt. ©VOL.AT/Mayer

"Bis Weihnachten, wenn es sein muss"

"Der Streik ist jetzt für acht Stunden beschlossen und das wird natürlich durchgezogen", beton der Gewerkschafter. Die Streiks sollen noch bis Freitag, den 17. November, in verschiedenen Betrieben stattfinden, wie Fritz informiert. Die Arbeitgeber seien aufgefordert, einen Termin zu vereinbaren und an den Verhandlungstisch zurückzukehren, meint er. "Wenn es jetzt noch länger dauert, dann machen wir natürlich weiter. Das kann Wochen gehen, bis Weihnachten, wenn es sein muss."

Rund 150 Mitarbeiter legten ihre Arbeit nieder. ©VOL.AT/Mayer
Auch Mehmet aus Fußach (rechts im Bild) war beim Streik mit dabei. ©VOL.AT/Mayer
"Wir können nicht einmal mehr gscheit einkaufen", betont er. ©VOL.AT/Mayer

Arbeiter fordern mehr: "Wir wollen unsere Rechte haben"

"Wir wollen unsere Rechte haben", verdeutlicht Grass-Mitarbeiter Mehmet Güner aus Fußach. "Wir wollen einfach mehr Geld." Wenigstens die Inflationsrate wollen die Angestellten zusätzlich zu ihrem derzeitigen Einkommen bekommen. "Es ist alles teurer geworden. Wir können nicht einmal mehr gscheit einkaufen", gibt er zu verstehen. Auch die Energiekosten und Mietkosten seien gestiegen. "Wir haben hier gar nichts zum Überleben", so der Fußacher.

Bis 14 Uhr steht die Produktion bei Grass still. ©VOL.AT/Mayer
"Wir kämpfen für unseren Kollektivvertrag", meinen die Angestellten und die Gewerkschaft. ©VOL.AT/Mayer
Arslan und Manuel beim Streik in Höchst. ©VOL.AT/Mayer

"Unter 10 Prozent, das finde ich nicht gerecht"

Er sei hier, damit man endlich etwas bekomme, so Manuel Mauer aus Hard gegenüber VOL.AT. "Dass wir mal wieder ein bisschen leben können. Weil manche Leute wollen sicher auch in Urlaub fahren oder auch mal was essen gehen. Da musst du momentan einfach zurückhaltend sein", verdeutlicht der Harder. Wohn-, Lebensmittel- und Spritkosten seien hochgegangen, meint sein Kollege Arslan Alit. "Da ist es nicht ungerecht, dass wir mindestens zehn Prozent wollen", gibt er zu verstehen. Sie wollen streiken, bis es ein Ergebnis gibt und um den Arbeitgebern zu spüren zu geben, in welcher Situation sie leben. "Wir sind nicht da, weil wir geldgeil sind oder irgendwas. Wir wollen nur unser Recht", betont Arslan abschließend. "Unter 10 Prozent, das finde ich nicht gerecht. Alles ist hochgegangen [...] darum streiken wir, bis wir dieses Ergebnis haben."

"Wir wollen einfach mehr", verdeutlicht Timea Nagy (rechts im Bild). ©VOL.AT/Mayer
"Es geht um unsere Existenz", betont Dejan aus Lustenau. ©VOL.AT/Mayer

Existenzkampf und Teuerung: "Es geht um unsere Existenz"

Was die Arbeitgeber zu zahlen bereit seien, sei zu wenig, verdeutlicht Timea Nagy, die ursprünglich aus Ungarn stammt. "Wir wollen einfach mehr, weil alles im Geschäft so teuer ist", so die Grass-Mitarbeiterin. Auch die Preise für Brot, Gemüse und Obst seien kräftig angestiegen. "Es geht um unsere Existenz", meint Dejan Dragomirovic aus Lustenau gegenüber VOL.AT. "Die Chefitäten haben, glaube ich, mehr als genug. Die können ruhig auf ihre Prozente verzichten und uns normalen Arbeitern auch etwas abgeben", erklärt er seine Sichtweise. Für seinen Geschmack sei die Teuerung extrem: "Etwas das sagen wir beispielsweise einen Euro gekostet hat, kostet jetzt das Doppelte." Man müsse einfach den Lohn erhöhen.

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(VOL.AT)

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