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Mensch sein, Mensch werden

Der "Weg der Menschlichkeit" führt von Feldkirch über Rankweil bis nach Dornbirn.
Der "Weg der Menschlichkeit" führt von Feldkirch über Rankweil bis nach Dornbirn. ©VOL.AT/Steurer
Unterwegs auf dem „Weg der Menschlichkeit“, Teil 1: den Spuren Carl Lamperts folgen!
#pilgerngsi: Die besten Bilder der User
Der Arlberger Jakobsweg
Warten, bis die Seele nachkommt
Zeit für Stille und Natur

Der insgesamt 35 km lange „Weg der Menschlichkeit“ führt von Feldkirch nach Dornbirn und lädt uns ein, Schritt für Schritt unserem Menschsein nachzuspüren. Bewusst möchte dieser Weg einen Kontrapunkt setzen zu unmenschlichen Geschehnissen in der Welt. Thomas Netzer-Krautsieder, Seelsorger und Pilgerbeauftragter der Diözese, ist ein erstes Teilstück gegangen und dabei jenem Menschen ganz „nah“ gekommen, der zu dieser Pilgerroute inspiriert hatte: dem gebürtigen Göfner Priester Carl Lampert, der seinen Widerstand gegen das Nazi-Regime mit seinem Leben bezahlen musste. Seine Ermutigung, authentisch zu leben, ist sein Vermächtnis, „Menschen mögen wieder Menschen werden“ sein zeitloser und Weg weisender Mahnruf. 2011 wurde Carl Lampert seliggesprochen.

"Sobald du im Tonawald angekommen bist, findest du dich in einer anderen Welt wieder" Thomas Netzer-Krautsieder, Theologe, Seelsorger

Schulweg Lamperts

„Pilgern meint ja ursprünglich das Aufbrechen in die Fremde. So gesehen bin ich kein Pilger. Aber ich laufe sehr gerne“, meint Netzer-Krautsieder, der vor einigen Jahren das Trailrunning für sich entdeckt hat. Das Pilgern und „Zu-Fuß-Gehen“ sieht er jedenfalls als willkommene Gegenbewegung zu der Reisegeschwindigkeit von heute. Auch dem „Weg der Menschlichkeit“ und dessen Impulsen kann er deshalb viel abgewinnen: „Du gehst in der Stadt los und beim Nadelöhr Illschlucht ganz einfach zu Fuß unter der Blechlawine hindurch. Sobald du im Tonawald angekommen bist, findest du dich in einer anderen Welt wieder. Ein idyllisches Bächle, Tannenduft, Natur.“ Genau dieses Wegstück markiere den Schulweg Carl Lamperts und bringe einen in eine ganz besondere Verbindung zum selig gesprochenen Priester.

Gehen und erinnern

Der wohl schönste Blick auf Göfis eröffnet sich beim Heraustreten aus dem Wald. Wer mag, nimmt sich etwas Zeit für eine Einkehr in der Göfner Kirche St. Luzius. Hier befindet sich die Gedächtnisstätte Lamperts – unter anderem mit seinen letzten persönlichen Zeilen an seinen Bruder. Weiter geht es in Richtung Tufers, vorbei am Sunnahof bis zum Landeskrankenhaus Rankweil. „Der beim LKH angelegte Waldfriedhof für früh verstorbene Kinder erinnert uns daran, wie kostbar und gleichzeitig zerbrechlich jedes Leben ist“, so Netzer-Krautsieder. Seine Route endet wenig später am Liebfrauenberg mit einem Abstecher in die Basilika Rankweil. Was der „Weg der Menschlichkeit“ noch alles an Impulsen und Entdeckungen bereithält, davon berichten wir Ihnen in der nächsten Folge.

Factbox

Pilgern auf dem „Weg der Menschlichkeit“, Teil 1

Eckdaten: 9,6 km, Gehzeit 2,5-3 Stunden

Streckenverlauf: Feldkircher Dom – Tonawald – Göfis – LKH Rankweil – Gastra – Liebfrauenberg/Basilika

Vorarlberg pilgert

Man muss der gelben Jakobsmuschel nicht durch Frankreich oder bis nach Spanien folgen, das Pilgerglück liegt auch näher. In Vorarlberg kann das „Gehen als des Menschen beste Medizin“ – so Hippokrates – vielerorts ohne lange Anreise erprobt werden. Im Rahmen der Begegnungsoffensive „Sommerkirche“ macht die Katholische Kirche Vorarlberg Pilgerrouten bekannt und schickt acht Menschen auf den Weg. Jeden Donnerstag lassen wir sie in den VN und auf VOL.AT erzählen. Über innere und äußere Grenzen, sommerweite Horizonte und was es bedeutet, mit sich selbst auf dem Weg zu sein. Spannende Pilgervideos mit dem Titel „Wanderst du noch oder pilgerst du schon?“ erscheinen darüber hinaus in den kommenden Wochen auf VOL.AT. Wohin sind Sie gepilgert? Posten Sie Ihre Pilgerfotos oder Ihren Lieblingspilgerweg unter #pilgerngsi und #sommerkirche.Schicken Sie uns ein Pilgerfoto oder ein Erlebnis. Eine Auswahl daraus veröffentlichen wir in den kommenden Wochen. Zuschriften an: teresa.brunner@russmedia.com

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