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Kinder-Onkologie: Vorarlberg kooperiert mit Schweizer Spital

©Matthias Rauch
Aufgrund fehlender fachmedizinischer Kapazität im Bereich Kinderonkologie kooperiert das Krankenhaus Dornbirn ab 1. Dezember mit dem Schweizer Kinderspital St. Gallen.
Die Kinder der Kinderonkologie
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Damit soll eine wohnortnahe Versorgung sichergestellt sein, unterstrich Vorarlbergs Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP) am Montag. Die Bemühungen um die Ausbildung fachspezifisch ausgebildeter Kinderfachärzte gehen weiter.

Die Behandlung krebskranker Kinder ist in Österreich Krankenanstalten mit entsprechenden Referenzzentren vorbehalten. Betroffene Vorarlberger Kinder mussten für Diagnose und Therapie-Festlegung seit jeher nach Innsbruck pendeln. Am Krankenhaus in Dornbirn waren in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Pädiatrie in Innsbruck jedoch verschiedene Behandlungen möglich. Manche der Behandlungen – etwa die Verabreichung intravenöser Chemotherapie – fielen nach der Pensionierung des langjährigen Primars in Dornbirn jedoch schon vor Monaten weg – weil es bisher nicht gelang, einen Facharzt für Kinderonkologie nach Dornbirn zu bekommen. Der Aufschrei unter den betroffenen Eltern war groß und sorgte für zahlreiche Schlagzeilen.

Diagnose in Innsbruck

Nach mehreren Monaten des Verhandelns gaben am Montagnachmittag Bernhard und die Dornbirner Bürgermeisterin Andrea Kaufmann (ÖVP) die Einigung mit dem Ostschweizer Kinderspital St. Gallen bekannt. Die Diagnose werde nach wie vor in Innsbruck erfolgen, anschließend könnten die Eltern erkrankter Kinder aber frei entscheiden, wo die Behandlung stattfinden solle. Für die Behandlung in St. Gallen kommen Kinder infrage, die an Leukämie oder einem Lymphom leiden, laut Bernhard sind das etwa 40 Prozent der Neuerkrankungen. Pro Jahr erhalten etwa zehn bis zwölf Vorarlberger Kinder die Diagnose “Krebs”.

Bernhard und Kaufmann präsentieren die Lösung

Kein Kinderonkologe für Dornbirn gefunden

Zu den Kosten, die der Landesgesundheitsfonds Vorarlberg trägt, konnte sich Bernhard vorerst nicht äußern. Dazu müssen man die ersten Behandlungen in der Schweiz abwarten. Der Landesrat räumte aber ein, dass onkologische Therapien eine “teure Sache” seien und die Behandlung in der Schweiz je nach Erkrankung um etwa ein Viertel teurer ausfalle als in Österreich. Bernhard und Kaufmann betonten jedoch auch nachdrücklich, dass es in der Angelegenheit nicht um Kosten gehe und diese jedenfalls “schaffbar” seien.

Die Bürgermeisterin erklärte, dass es trotz intensivster monatelanger Bemühungen nicht gelungen sein, einen Facharzt für Kinderonkologie in Dornbirn anzustellen. Kinderonkologen seien in ganz Mitteleuropa gesucht und würden praktisch ausschließlich an den Referenzzentren arbeiten, sagte sie. Nichtsdestotrotz bemühe man sich weiter: “Das Ziel bleibt, die kinderonkologische Expertise in Dornbirn langfristig zu sichern”. Dazu wurden zuletzt zwei in Innsbruck zusätzlich geschaffene Ausbildungsstellen für Kinderfachärzte mit Kräften aus Dornbirn besetzt.

Das sagen die Eltern zu der Lösung

Zusammenfassung

  • Die Zusammenarbeit mit dem kinderonkologischen Zentrum Innsbruck (eines von drei Zentren in Österreich) sichert wie bisher die medizinische Versorgung der Kinder und wird ab 1. Dezember 2018 um Behandlungsmöglichkeiten am Ostschweizer Kinderspital St. Gallen ergänzt.
  • Dornbirn bleibt für die Familien die erste Anlaufstelle und wird ihnen mit einer neu installierten „Casemanagerin“ ab 1. November 2018 organisatorisch beistehen.
  • Für hämatoonkologische Erkrankungen (Leukämie) wird zukünftig nach individueller Abstimmung von Medizinern und den Eltern die Behandlung am Ostschweizer Kinderspital St. Gallen St. Gallen möglich sein.

Liveticker

Vorbericht:

Seit August laufen die Gespräche zwischen dem Land Vorarlberg, der Stadt Dornbirn, dem Ostschweizer Kinderspital St. Gallen sowie der Universitätsklinik Innsbruck um die Zukunft der Kinderonkologie im Ländle.

Konfliktpunkte im Detail

Die Konfliktpunkte liegen dabei im Detail, was man unter der Weiterführung der Kinderonkologie versteht. Aus medizinischer Sicht ist die Nachsorge auch im Rahmen der normalen Kinderheilkunde möglich, ganz ohne Kinderonkologe. Die Eltern fordern jedoch den vollständigen Erhalt aller Behandlungsmöglichkeiten, inklusive gewisser Chemotherapien.

Es fehlt an Fachärzten

Dafür benötigt es jedoch Fachärzte, für die man im Ländle aus Sicht der Verantwortlichen nicht attraktiv genug wäre. Schließlich wären die Fallzahlen im Ländle zu niedrig und Dornbirn war nie ein kinderonkologisches Zentrum. Ein solches Zentrum muss nämlich auch Transplantationen und besondere Dialysen und chirurgische Eingriffe anbieten können. Das dementsprechende Tertiärzentrum für Westösterreich ist Innsbruck.

Eltern verweisen auf WHO

Die Elterninitiative verweist wiederum auf die Belastung, die die regelmäßigen Reisen nach Innsbruck für ihre Kinder darstelle. Rückenwind fühlt man dabei von der WHO: Die Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen will bis 2030 weltweit die Versorgung in der Kinderonkologie stärken, vor allem in Entwicklungsländern. So sollen dabei laut der deutschen Ärztezeitung Regierungen beim Aufbau qualitativ hochwertiger Krebszentren mit regionalen Zweigstellen unterstützt werden.

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