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"Kein Mensch ist illegal": Ländle-Schüler mit Aktion gegen Abschiebung

©VOL.AT/Mayer
Die Abschiebung dreier Schülerinnen sorgt weiter für Wirbel: Die Aktion kritischer Schülerinnen veranstaltet am Dienstag eine Kundgebung.
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Bereits vergangene Woche sorgte die Abschiebung dreier Schülerinnen und deren Familien für Aufsehen. Die kritischen Schülerinnen solidarisieren sich mit den Betroffenen und deren Familien und planen am Dienstag um 17 Uhr eine Kundgebung gegen die Abschiebepolitik. Der Staat Österreich behandle Kinder und Jugendliche wie Verbrecher: "Die Schülerinnen sind in Österreich zur Welt gekommen und sie wurden mitten in der Nacht aus ihren Betten gezerrt", verdeutlicht Flora Prantl (18), Schülerin am BG Blumenstraße. Der einzige Grund für diese Behandlung sei, geboren worden zu sein. "Wir in der AKS stehen ganz klar gegen diese Abschiebungen", meint Annika Wakolbinger (19), Schülerin der HLW Marienberg. Es brauche eine bessere Asylpolitik in Österreich, man müsse bestehende Gesetze nochmal überdenken.

Plötzlich aus dem Alltag gerissen

Es gebe immer wieder Fälle von Kinder-Abschiebungen in Österreich. Über viele davon werde garnicht erst berichtet. "Wir sind natürlich zutiefst betroffen, was diesen Kinder passiert", so die beiden Schülerinnen gegenüber VOL.AT. Diese würden ganz plötzlich aus ihrem Alltag gerissen: "Letzte Woche waren sie noch ganz normal in der Schule und eine Woche später werden sie zurückgewiesen von einem Land, in dem sie geboren wurden", verdeutlicht Annika. "Jetzt sind sie einfach in einem Land, in dem sie zuvor noch nie waren." Wenn Nehammer sich gegen die Abschiebungen positioniert hätte, hätten die Kinder bleiben können, ist sich Flora sicher: "Ds Tragische ist ja: Die Kinder hätten nicht abgeschoben werden müssen."

Zeichen gegen die Asylpolitik

Paralell zur Kundgebung findet am Dienstagabend auch eine Sammelaktion für geflüchtete Menschen in Bosnien statt. Gesammelt werden etwa wärmende Kleidung, Schlafsäcke und Rucksäcke: "Alles, dass man braucht, um in diesen menschenunwürdigen Lagern zu überleben", erkärt Annika. Die Geflüchteten seien in einer Notsituation und schlecht geschützt vor den derzeit nass-kalten Wetterverhältnissen. Es gehe nun darum, gemeinsam ein starkes Zeichen zu setzen: "Wenn ihr mit uns gemeinsam ein Zeichen setzen möchtet gegen diese Asylpolitik, dann würden wir uns sehr freuen, wenn wir euch morgen um 17 Uhr am Kornmarktplatz treffen", gibt Flora zu verstehen. Die Forderung der Schüler ist ganz klar: "Stoppt alle Abschiebungen. Sofort."

Die Kundgebung "Kein Mensch ist illegal" findet am Dienstag um 17 Uhr am Kornmarktplatz in Bregenz statt.

(Red.)

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