Impfprämie: i+R Gruppe belohnt Mitarbeiter mit 500 Euro

Impfprämie mit Erfolg: 90 Prozent Impfquote bei i+R Gruppe.
Impfprämie mit Erfolg: 90 Prozent Impfquote bei i+R Gruppe. ©VOL.AT
Alle Mitarbeiter des Lauteracher Bauunternehmens, die sich bereits impfen haben lassen oder dies bis 30. Jänner 2022 nachholen, erhalten 500 Euro Weihnachtsgeld zusätzlich zum Lohn.

Bislang lehnt die österreichische Bundesregierung finanzielle Anreize für eine Impfung ab, wie sie zum Beispiel der ÖGB und die Wirtschaftskammer fordern. Die Impfpflicht ab Februar 2022 sei alternativlos, so der Tenor. In Österreich und auch in Vorarlberg gibt es aber bereits Unternehmen, die andere Wege aufzeigen und ihren Beschäftigten Geldprämieren für die Covid-19-Impfung anbieten - mit Erfolg.

500 Euro Prämie bei i+R Gruppe - über 90 Prozent schon geimpft

Klare Position bezieht die i+R Gruppe in Lauterach, eines der größten Bauunternehmen im Land. Jeder der 1.200 Mitarbeiter, der bereits gegen Covid-19 geimpft ist oder den ersten Stich bis 30. Jänner nachholt, erhält eine Prämie in Höhe von 500 Euro zusätzlich zum Weihnachtsgeld, erklärt Geschäftsführer DI Reinhard Schertler gegenüber VOL.AT: "Wir haben innerhalb der Firma bereits eine Impfquote von knapp 90 Prozent und sind zuversichtlich, diese noch auf 92 bis 95 Prozent steigern zu können." Geimpft und beraten wird seit zwei Wochen direkt im Unternehmen durch die Betriebsärztin.

Vor Impfpflicht "nichts unversucht lassen"

Genau diese Art von Engagement fordern auch der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) und die Wirtschaftskammer (WKÖ), um die Impfquote zu erhöhen. Es solle vor der Einführung einer Impfpflicht "nichts unversucht" bleiben, so WKÖ-Präsident Harald Mahrer und ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian, die finanzielle Anreize als "Win-Win-Lösung" sehen: Nicht nur die Impfbereitschaft würde gesteigert, auch Wirtschaftstreibende würden genauso davon profitieren wie die Mitarbeiter und alle geimpften Arbeitnehmer, die wegen der Pandemie ihren Job verloren hätten oder Lohn- und Gehaltseinbußen hinnehmen mussten.

"Belohnen statt bestrafen"

Zahlreiche andere Unternehmen in Österreich sind mit dem ÖGB und der WKÖ auf einer Linie, so lautet beispielsweise auch die Devise beim oberösterreichischen Motorradhersteller KTM "Belohnen statt bestrafen": 750 Euro in Form einer Gewinnbeteiligung erhalten hier Mitarbeiter, die bereits geimpft sind oder sich bis 15. Jänner impfen lassen. Damit wolle man Corona-bedingte Ausfälle im Unternehmen vermeiden. Bei über 4.000 Mitarbeitern komme eine stattliche Summe zusammen: "Aber das ist es wert", so KTM-Chef Stefan Pierer. Auch bei Sony DADC im Salzburger Thalgau gibt es 250 Euro Impfprämie für alle Mitarbeiter, die bis Ende Jänner doppelt geimpft sind.

Martin Dechant, ikp

Oft nur intern kommuniziert

In Vorarlberg werden bereits in mehreren Firmen Impfprämien angeboten und bezahlt, offen darüber geredet wird oft nicht. Die meisten beschränken sich auf interne Kommunikation, um sich nicht öffentlich zur Zielscheibe von Impfgegnern zu machen, erklärt Kommunikationsexperte Martin Dechant (ikp) gegenüber VOL.AT die Zwickmühle, in der sich Unternehmen in der aktuellen Pandemie oft befinden.

"Mehrheit soll nicht länger schweigen"

Dabei wäre gerade hier offene Kommunikation wichtig, so die neue Plattform "Wir Alle", gegründet von den vier Wissenschaftern Renée Schroeder, Ruth Wodak, Hannes Werthner und Herbert Weltler. Mit ihrem Appell, dass in der Corona-Debatte "die Mehrheit - klug, solidarisch und geimpft - nicht länger schweigen" solle, haben sie eine Unterschriftenaktion gestartet. "Es darf nicht sein, dass in Österreich Spitäler überfüllt sind, wichtige Operationen verschoben werden und Leute sterben müssen. 'Wir Alle' dürfen nicht von einem wirtschaftlichen und sozialen Einbruch zum nächsten taumeln. Neben der Regierungspolitik, die bisher der Pandemie nicht gewachsen war, und den Impfgegnern und Corona-Leugnern, gibt es noch die Mehrheit, die solidarisch agiert und sich impfen lässt", heißt es in dem Aufruf zur Unterschriftenaktion.

Veränderte Werbeslogans

Neben finanziellen Anreizen soll auch die Umgestaltung von Werbeslogans zu Impfaufrufen die Bereitschaft zu Corona-Impfungen steigern. Vorbild ist eine deutsche Kampagne unter dem Hashtag #ZusammenGegenCorona. So wurde etwa aus BMWs Slogan "Freude am Fahren" die "Freude am Impfen". Der Drogeriekonzern Müller veränderte seinen Werbespruch in "Alle impfen, oder was!" und Nespresso befindet nun "Impfen. What else?"

Auch Vorarlberg macht mit

Unter dem Hashtag #jetztimpfen setzen auch heimische Betriebe ein Zeichen dafür, Recht und Chance auf eine Impfung gegen Corona wahrzunehmen. Unter diesen befinden sich zahlreiche bekannte Vorarlberger Unternehmerinnen und Unternehmer. Die Ski-Region Lech Zürs am Arlberg änderte kurzerhand ihren Slogan ab auf "Mehr impfen, mehr skifahren."

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(VOL.AT)

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