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Faßmann: "Dienstrechtlicher Auftrag ist zu erfüllen"

Bildungsminister Faßmann war am Donnerstag zu Gast bei "Vorarlberg LIVE".
Bildungsminister Faßmann war am Donnerstag zu Gast bei "Vorarlberg LIVE". ©VOL.AT
Heinz Faßmann, Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung war am Donnerstag zu Gast bei "Vorarlberg LIVE" und sprach unter anderem über die anstehende Matura und die Entlassung eines Lehrers der HAK Feldkirch.
Matura darf bei Quarantäne nachgemacht werden

Bildungsminister Heinz Faßmann sprach am Donnerstag mit VN-Chefredakteur Gerold Riedmann in "Vorarlberg LIVE" über den österreichweiten Präsenzunterricht ab dem 17. Mai, Bildungsförderungsprojekte und die Entlassung des Maskenverweigerers und Lehrers der HAK Feldkirch.

Immer wieder hört man, dass die Lager mit den Selbsttests an Schulen voll wären und sogar bis ans Ende des Schuljahres reichen würden. Die Test-Kapazitäten werden laut Bildungsminister Faßmann aber immer nur für einen Zeitraum von drei bis vier Wochen berechnet. "Wir bemühen uns natürlich, dass die Lagerbestände nicht zu groß werden. Bis Schulende im Juni sollte sich alles gut ausgehen", so der Bildungsminister.

PCR-Tests an Schulen?

Für einen gesicherten Präsenzunterricht ist laut Gesundheitsminister Mückstein für den Herbst eine andere Teststrategie an den Schulen notwendig. "Man kommt immer mehr drauf, dass die PCR-Tests substanzieller sind als die Schnelltests - und mit dem Gurgeln jetzt ganz leicht anzuwenden." Deshalb solle man dreimal pro Woche "anständige PCR-Tests" an den Schulen machen. "Wenn wir das gut aufsetzen, dann gibt es ab Herbst fix permanenten Schulbetrieb", meinte Mückstein. Für Bildungsminister Faßmann stellt sich aber noch die Frage, ob dies logistisch auch möglich wäre, wie er in "Vorarlberg LIVE" erklärt. "Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein will PCR-Tests, weil diese noch genauer, noch sensitiver sind. In Wien gibt es bereits eine Pilotstudie, in der geklärt wird, ob dies logistisch möglich wäre. Mein Credo: Wenn die PCR-Tests realistisch und flächig einsetzbar sind, dann werden wir das auch tun."

Sicherheit für Eltern und Schüler

Die Teststrategie in Österreich ist einzigartig, in den Schulen wurde als erstes flächendeckend und regelmäßig getestet. "Wir haben bereits im Jänner gesehen, dass es nicht anders geht. Wir müssen den Eltern und Schülern die Sicherheit geben, dass die Schule pandemisch gesehen nicht besonders gefährlich ist. Wir können die Infektionen nicht verhindern, aber wir können sie gleich entdecken. Es hat sich gezeigt, dass die Tests gut gewirkt haben, denn die Anzahl geschlossener Schulen konnte in den letzten Monaten klein gehalten werden."

An einer Volksschule in Rankweil soll der dortige Direktor angeblich auf tägliches Testen appelliert haben, weil die Inzidenzen so hoch gewesen wären. Dies soll dann allerdings nur eine Woche durchgeführt worden sein, weil mehrere Eltern der Kinder- und Jugendanwalt auf den Plan gerufen hätten. "Tatsächlich finde ich das tägliche Testen an Schulen ein wenig übertrieben. Führt man an jedem dritten Tag einen Test durch, hat man schon eine sehr hohe Sicherheit. Vorarlberg hat eben einen eigenen Kopf in ganz vielen Dingen", sagt Faßmann.

Kein Verständnis für HAK-Lehrer

In Vorarlberg hat erneut ein Lehrer seine Stelle verloren, weil er die Corona-Maßnahmen nicht mittragen wollte. Der Feldkircher HAK-Lehrer verweigerte Tests und das Maskentragen. Das sagt Bildungsminister Faßmann zum Umgang mit Pädagogen in der Pandemie: "Dass man an sich sinnvolle Maßnahmen - auch im Sinne des Gesundheitsschutzes - nicht befolgen kann verstehe ich nicht. Das Tragen einer FFP2-Maske ist ein gelindes und nachgewiesen effektives Mittel, um Infektionen zu verhindern. Der dienstrechtliche Auftrag ist zu erfüllen, ansonsten haben Pädagogen die Konsequenzen zu tragen."

"Humanisierte Matura"

Der Bildungsminister spricht heuer von einer "humanisierte Matura", die im Zeichen der Zeit zurecht milder gemacht worden sei. "Außerdem gibt es die Möglichkeit eines Ersatztermins der Klausur, wenn man etwa aus Gründen von Krankheit, Quarantäne oder positivem Corona-Test nicht an der Matura teilnehmen kann. Es soll zu keinen 'Laufbahnverhinderungen' kommen, deshalb wird der Ersatztermin auch möglichst rasch angesetzt", erklärt Faßmann. "Ich halte es für sinnvoll, besonders vor der Matura Kontakte zu vermeiden, aber wenn es doch der Fall wäre, dass jemand positiv getestet wird, wird relativ zeitnah nach der schriftlichen Klausur ein Ersatztermin angesetzt", so Faßmann abschließend.

VORARLBERG LIVE am Donnerstag, 06. Mai 2021
Wann: ab 17 Uhr live auf VOL.AT, VN.at und Ländle TV
Gäste: Bildungsminister Heinz Faßmann, Primar DDr. Burghard Abendstein
Moderation: Gerold Riedmann (VN-Chefredakteur)

Die Sendung "Vorarlberg LIVE" ist eine Kooperation von VOL.AT, VN.at, Ländle TV und VOL.AT TV und wird von Montag bis Freitag, ab 17 Uhr, ausgestrahlt. Mehr dazu gibt's hier.

(VOL.AT)

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