"Die Hypo Vorarlberg ist ein kerngesundes Unternehmen"

Landeshauptmann Wallner und Vorstandsvorsitzender Grahammer sehen die Bank bestens aufgestellt.
Landeshauptmann Wallner und Vorstandsvorsitzender Grahammer sehen die Bank bestens aufgestellt. ©VLK
Das Schreckgespenst eines Übergreifens des Kärnter Hypo-Debakels auf die Vorarlberger Hypo verunsichert derzeit viele Privatkunden im Land. Anlass für Landeshauptmann Wallner und Bank-Vorstand Grahammer, die Bedenken im Pressefoyer mittels Zahlen zu beruhigen.

Für Kunden der Vorarlberger Landesbank bestehe kein Grund zur Nervosität, versicherten Wallner und Grahammer einmütig. Schließlich gehöre die Hypo Vorarlberg zu den erfolgreichsten Regionalbanken Österreichs, mit hohen Eigenmitteln und einem gesunden Kreditportefeuille, so Wallner.

Untermauert werde dies auch durch die Auszeichnung “Best Bank of the Year 2013 in Austria”, mit der das renommierte Finanzmagazin “The Banker” die Hypo vergangenes Jahr auszeichnete. Darüber hinaus wurde die Bank als einzige heimische Universalbank von Moody’s mit dem Rating “A1” bewertet – die Bestnote in Österreich. Moody’s hatte vergangene Woche allerdings die Ratings der Landeshaftungen selbst gesenkt.

Landeshaftungen sinken bis 2018 auf 250 Mio.

Für ihn ist neben den guten Unternehmensdaten und dem “sorgfältigen” internen Risikomanagement auch positiv, dass die Bank schon mehrfach vom Rechnungshof  geprüft wurde und dabei ein “profundes und seriöses Geschäftsgebahren” bescheinigt bekam. “Vor diesem Hintergrund sind auch die Landeshaftungen zu sehen, die das Land bis 2017 beinahe vollständig abbauen wird”, sagte Wallner. Mit Jahresende 2013 betrugen diese Haftungen 4,7 Milliarden Euro, per 30. September 2017 sollen es noch 254 Millionen Euro sein.

Mehr Eigenmittel als vorgeschrieben

Betont wurden auch die hohen Eigenmittel der Hypo Vorarlberg, die mit 1,2 Milliarden Euro um 577 Millionen über den gesetzlichen Anforderungen lägen. Und nur 1,6 Prozent der Ausleihungen entfielen auf notleidende Kredite, so Vorstandsvorsitzender Grahammer. Er hatte vor zehn Tagen die aufgeflammte Insolvenzdiskussion um die Hypo Alpe Adria scharf kritisiert, diese sei “eine Katastrophe” für den Finanzplatz Österreich. Grahammer forderte damals strafrechtliche Schritte.

Private ziehen Hunderttausende ab

Die Firmenkunden hielten der Bank die Treue, aber in letzter Zeit hätten einige Privatkunden ihr Vermögen aus der Bank abgezogen. Es gehe zwar “nur” um einige Hunderttausend Euro, “aber auch das ist ärgerlich”, so der Bankchef. Privatkunden würden sich im Gegensatz zu Firmenkunden schwerer tun, “die Dimension des Problems zu erfassen”, so Grahammer. Deren Verhalten sei “schon ein wenig verständlich”. Grahammer hatte vor rund zehn Tagen die aufgeflammte Insolvenzdiskussion scharf kritisiert, für den Banken- und Finanzplatz Österreich sei sie “eine Katastrophe”.

“Haftungen für Kärnten unwahrscheinlich”

Für den Fall einer Insolvenz der Kärntner Hypo Alpe Adria bestünde keine kapitalmäßige Verflechtung mit der Hypo Vorarlberg, einen Haftungsverbund unter den österreichischen Hypo-Banken gebe es nicht. Erst im Falle einer Insolvenz des Bundeslandes Kärnten (oder einer Zahlungsweigerung desselben; Anm.) müssten die Vorarlberger mit Verlusten rechnen, die nach Einschätzung des Vorstandes jedoch im Ergebnis eines Jahres gedeckt wären und in keinem Fall die Einlagen der Kunden gefährden würden. (red)

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