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Moody's senkt Rating für Anleihen der Hypo Vorarlberg

Hypo Vorarlberg: Befürchtungen von Moody's "unbegründet".
Hypo Vorarlberg: Befürchtungen von Moody's "unbegründet". ©Hypo Vorarlberg
Die Hypo Vorarlberg kommt immer weiter in den Sog der Hypo-Krise: Am Dienstagabend senkte die Ratingagentur Moody's das Rating für Anleihen mit Landesgarantien der Hypo Vorarlberg. Der Vorstandschef der Hypo Vorarlberg, Michael Grahammer, beschwichtigt.
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Die Ratingagentur Moody’s verliert angesichts der anhaltenden Debatte um eine Insolvenz der Verstaatlichten Hypo Alpe Adria das Vertrauen in Garantien der öffentlichen Hand in Österreich. Am Dienstagabend senkte Moody’s das Rating für Anleihen mit Landesgarantien von vier Banken. Die davon betroffenen Hypos Tirol und Vorarlberg waren um Schadensbegrenzung bemüht und beteuerten ihre Bonität.

Hypo Tirol: “Unbegründet”

Die Hypo Tirol machte in einem unüblichen Schritt praktisch zeitgleich mit der Aussendung von Moody’s noch am späten Dienstagabend eine Aussendung. Der Bankvorstand wies darin das Misstrauen von “Moody’s” gegenüber landesgarantierten Anleihen als “unbegründet” zurück. Auch wenn landesgarantierte Anleihen der Hypo Tirol Bank zwei Stufen von Aaa auf Aa2 verlieren, bleiben sie in der Kategorie “ausgezeichnete Bonität”, schreibt Hypo-Tirol-Vorstandsvorsitzender Markus Jochum.

“Natürlich verstehen wir, dass die aktuelle Situation der Hypo Alpe Adria International zu Reaktionen der Ratingagenturen führt. Trotzdem halten wir diese von Moody ́s angedeuteten Befürchtungen im Zusammenhang mit der Hypo Tirol Bank für unbegründet. Die Hypo Tirol Bank ist wie auch in der Vergangenheit aus eigener Kraft in der Lage, die begebenen Anleihen zu bedienen, was unsere aktuelle Wirtschaftsentwicklung ganz klar beweist”, betonte Jochum. “Komplett unberührt von allem” bleibe das Rating der Hypo Tirol Bank. “Für unsere Anleger gibt es keine Veränderungen, da wie bisher das Land Tirol als hundertprozentiger Eigentümer voll und ganz hinter der Bank steht”, betonte Jochum. Tirol hat bei Moody’s kein Rating, die Konkurrenzagentur S&P gibt dem Land für langfristige Verbindlichkeiten ein AA+.

“Die Hypo Vorarlberg ist eine gesunde Bank”

Auch für den Vorstandschef der Hypo Vorarlberg, Michael Grahammer, ist die gestrige Herabstufung des Ratings für landesgarantierte Anleihen seiner Bank durch die Ratingagentur Moody’s kein Grund zur Sorge. “Die Hypo Vorarlberg ist eine gesunde Bank, die auch zukünftig in der Lage sein wird, ihre Verbindlichkeiten aus eigener Kraft zu bedienen”, teilt Grahammer am Mittwoch mit. Die landesgarantierten Anleihen blieben auch nach dem Verlust von zwei Stufen “weiterhin in der Kategorie mit ausgezeichneter Bonität”.

“Bankenrating bleibt”

Die Herabstufung der landesbehafteten Anleihen hält Grahammer für unbegründet. Die Hypo Vorarlberg emittiere bereits seit 2007 keine Anleihen mit Landeshaftung mehr. Deshalb habe die Herabstufung keine wesentlichen Auswirkungen auf die Kunden und das zukünftige Geschäft der Hypo Vorarlberg. “Moody’s hat weiters ausdrücklich betont, dass unser Bankenrating unberührt und damit weiterhin bei A1 bleibt”, ergänzt der Vorstandschef der Hypo Vorarlberg. Das Land Vorarlberg hat von Moody’s (wie auch von S&P) kein Länderrating.

Grahammer: Politik ist schuld

Kritik übt Grahammer an der Bundespolitik. Seiner Meinung nach ist die Einschätzung von Moody’s der unüberlegten öffentlichen Diskussion um eine Insolvenz der Hypo Alpe Adria und der daraus entstandenen Unsicherheit geschuldet: “Von diesem Downgrade landesgarantierter Anleihen sind auch andere österreichische Banken betroffen. Damit wird offensichtlich, dass die Diskussionen und das unüberlegte Vorgehen von Teilen der Bundespolitik erste negative Auswirkungen für den österreichischen Finanzplatz und die Bankenbranche hat.”

Pleitelösung bleibt im Gespräch

Der Finanzwissenschafter Gottfried Haber sagte am Mittwoch im ORF-Mittagsjournal, dass die Politik das Hypo-Konkursszenario offener ins Spiel bringen könnte, gäbe es die Landeshaftungen nicht – was allerdings nicht ohne Folgen für die Ratings bliebe. Der Wiener WU-Experte Stefan Pichler riet neuerlich von einer Pleitelösung ab. Die Gefahr eines Schadens für die Bonität Österreichs wäre zu groß. Erste Äußerungen der Rating-Agentur Moody’s seien starke Warnsignale, die man ernstnehmen sollte.

Haber erinnerte daran, dass die Landeshaftungen für Banken in Österreich immer noch in etwa 50 Milliarden betragen, von insgesamt rund 70 Milliarden an Haftungen der Bundesländer insgesamt. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt also ein “durchaus großer Brocken”. Und es sind nicht nur in Kärnten Probleme schlagend geworden. Spektakulär war das Kredit-Debakel der Bank Burgenland, das das Land zur Privatisierung der Bank zwang. Das Land Tirol hat vor zwei Jahren seine Hypobank wieder stützen müssen: Da ging es um 230 Mio. Euro, die – im Vorgriff auf Dividenden der landeseigenen Tiwag – eingeschossen werden mussten, weil Kreditausfälle in Italien zu hohen Abschreibungen zwangen.

Ländle-Haftungen übersteigen Budget

In Vorarlberg machen die Haftungen für die Hypo und die Pfandbriefstelle des Hypo-Sektors fast das dreifache des heurigen Budgets aus. Die Vorarlberger Landesregierung drängt den Bund jedenfalls zu einer Entscheidung über die Abwicklung der Hypo Alpe Adria.

Eine allfällige Einbindung der Regionalbanken könne erst in weiterer Folge geklärt werden, hieß es auf APA-Anfrage. Abgesehen davon stelle sich die Frage, wie es dazu kommen könne, dass eine solide wirtschaftende Bank wie die Hypo Vorarlberg für ein unverantwortliches Verhalten einiger Weniger in Kärnten gerade stehen soll.

Haftungen der Bundesländer für Banken*
           Haftungen  Budget Prozent
           (in Mrd. Euro)    d. Budgets
Kärnten         12,7    2,1  605
Vorarlberg       4,7    1,6  294
Burgenland       2,2    1,1  200
Tirol            4,6    3,2  144
NÖ               5,4    8,1   67
Wien             8,2   12,3   67
OÖ               3,1    4,8   65
Steiermark       2,8    5,2   54
Salzburg         1,1    2,6   42
Quelle: Landesregierungen

* Stand Ende 2012 / Kärnten, Vorarlberg, Tirol Ende 2013

(APA)

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