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Bregenzerwälder Tracht: Warum Juppe und Jugend kein Widerspruch sind

©VOL.AT/Mayer
Die Bregenzerwälder Juppe ist eine von Europas ältesten Trachten. Zwei Maturantinnen haben sich überlegt, wie man die traditionelle Kleidung für die junge Generation attraktiver machen könnte.
Maturaprojekt Bregenzerwälder Tracht
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Juppe: Tracht als Lebensgefühl

Sucht man auf Instagram nach der Bregenzerwälder Juppe, stößt man auf den Account von Eva Richter (18) aus Sulzberg und Hannah Feuerstein (19) aus Lingenau mit dem simplen Namen "Bregenzerwälder Tracht". Die beiden Schülerinnen der HLT in den Bezauer Wirtschaftsschulen haben es sich im Rahmen ihres Maturaprojektes zur Aufgabe gemacht, die Tracht aus dem "Would" für ihre Generation wieder attraktiver zu machen. Die Tradition soll gepflegt und an die Jungen weitergegeben werden. Unterstützt werden sie dabei von der Juppenwerkstatt Riefensberg. Auch Jungfotografin Julia Hirschbühel war mit von der Partie und lichtete für das Projekt Mädchen aus dem Bregenzerwald in ihrer Juppe ab.

Ein Stück Heimat

Die Idee für das Projekt war recht schnell gefunden: "Wir haben letztes Jahr im Sommer zusammen ein Praktikum gemacht und haben uns dann überlegt was wir tun könnten", erinnert sich Hannah. "Wir wollen etwas tun, was man vielleicht noch nicht so oft hatte oder was es noch nie in dieser Art und Weise gab." Zu dem wollten sie, dass es mit ihrer Heimat in Verbindung steht. Die Beiden waren seit Kinderbeinen mit der Tracht in Kontakt. "Ich habe mich als kleines Kind immer schon gefreut, wenn ich eine Juppe anziehen durfte", so Eva. Ihre Juppe ist etwas ganz besonderes: "Die kommt noch von meiner Uroma, also kann ich sie mit vielen Erinnerungen und Anerkennung anziehen." Auch Hannah hat ihre Juppe geerbt - von ihrer Mutter. Ihre erste Kinderjuppe habe sie von ihrer Großmutter bekommen und immer mit viel Stolz getragen. "Ich muss auch jetzt, wenn ich sie anziehe, immer an meine Oma denken."

Juppe für die Jugend

Vor einigen Jahren sorgte ein Werbeplakat für eine Veranstaltung für Aufregung, da es eine junge "Jüpplerin" mit Piercing zeigte. Auch heute werden junge Frauen in der Juppe komisch beäugt, wenn sie Piercings, auffälligen Schmuck oder Tattoos tragen. Für Hannah und Eva steht die Juppe kein Widerspruch zur Moderne dar. "Man geht ja auch viel in Dirndl und Lederhosen weg", erklärt etwa Eva. In den letzten Jahren habe es zudem einen Trachtenboom gegeben. "Es verbindet auch die Gemeinschaft", ist sich die junge Wälderin sicher. Als krönenden Abschluss für das Projekt haben die Schülerinnen zuammen mit dem Friseur "Maischön" eine Veranstaltung ins Leben gerufen. Am 21. November findet in der Juppenwerkstatt ein Flechtkurs statt. Denn: "Zur Juppe gehört auch eine körige Frisur", ist sich Eva sicher. Das Projekt soll übrigens auch junge Bregenzerwälderinnen, die bisher keine Juppe getragen haben, zum Nachdenken anregen. "Ich glaube, dass viele sich in der Juppe wohl fühlen, die sich davor nicht getraut haben eine anzuziehen", erklärt Hannah.

(Red.)

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