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BK Kurz mit Appell zu Ostern: "Es wird vorbei gehen"

Sebastian Kurz appelliert zu Ostern an die Bevölkerung.
Sebastian Kurz appelliert zu Ostern an die Bevölkerung. ©APA
Bundeskanzler Sebastian Kurz stellt in einer Oster-Videobotschaft Öffnungsschritte für Sport, Kultur, Gastronomie und Tourismus im Mai in Aussicht.
Bischof Benno über Ostern in der Pandemie
Maßnahmen für die Zeit nach Ostern großteils noch offen

In Sachen Impfung versichert er trotz der Lieferprobleme, dass "in den nächsten 100 Tagen jedem, der sich impfen lassen möchte, zumindest die erste Impfung" angeboten werde. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hält Öffnungen im Mai für möglich, wenn der April "sehr sehr gut" läuft. Die Opposition ist hoch skeptisch.

Schärfe Corona-Schutzmaßnahmen für den Westen hält Kurz derzeit nicht für geboten. In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland - die bis 11. April im Lockdown sind - sei die Situation auf den Intensivstationen angespannt, dort brauche es einschneidende Maßnahmen. Im Rest Österreichs sei die Situation aber eine deutliche bessere, "wir werden versuchen, weiterhin mit den bestehenden Maßnahmen auszukommen", sagt Kurz in dem via Facebook verbreiteten Video.

Im Sommer zur Normalität

Als "gute Nachricht" versichert er darin, dass - auch wenn manche Pharmakonzerne 50 Prozent weniger als vereinbart liefern - alle Impfwilligen binnen 100 Tagen den Erststich bekommen, oder noch schneller, wenn der Sputnik-Impfstoff dazukommt.

Und der Kanzler bekräftigt: Im April sei das Ziel, alle über 65-Jährigen zu impfen, im Mai die über 50-Jährigen und im Juni soll die Impfung für alle Altersgruppen geöffnet werden. Für Wien hat Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) vor Kurzem das Impfziel revidiert: Weil es nicht genug Impfstoff gebe, sei das Vorhaben, bis Ende Juni 70 Prozent der impfbaren Bevölkerung geschützt zu haben, nicht einzuhalten, sagte er am Mittwoch.

Mit der Durchimpfung der älteren Menschen im Mai werde sich die Situation in den Spitälern entspannen - und dann werde man die Öffnungsschritte setzen können, die alle "sehnsüchtig erwarten", nämlich "endlich wieder Sport, Kultur, Gastronomie und Tourismus erleben und genießen zu können".

"Corona wird vorbeigehen", versichert der Kanzler, "dass wir im Sommer wieder alle zur Normalität zurückkehren können". Die Zeit bis dahin sei allerdings fordernd und schwer vorhersehbar. Man müsse "die Dinge hinnehmen, die wir nicht ändern können", nämlich Virusmutationen und "Impfstoffe, die nicht geliefert werden", sagt Kurz - und appelliert an alle, das Testangebot zu nützen und sich impfen zu lassen.

Bevölkerung müsse sich solidarisch zeigen

Es sei "wichtig, dass eine Perspektive sichtbar ist", meinte Anschober im Ö1-"Mittagsjournal" zu den Ankündigungen des Kanzlers. Er sieht aber durchaus "die Chance" auf Öffnungen im Mai - wenn in den nächsten zehn Tagen die Trendwende geschafft wird und die zuletzt mit 3.200 bis 3.600 "viel zu hohe" Zahl der Neuinfektionen sinkt. Dafür müsse die Bevölkerung jetzt aber "solidarisch" die Schutzmaßnahmen mittragen.

Auf eine Ausweitung des Ost-Lockdowns auf den Westen drängte der Gesundheitsminister jedoch nicht: "Man muss nicht alles vorschreiben", meinte er, und erneuerte nur seinen Appell, "auch im Westen freiwillig die Osterruhe zu realisieren". Außerdem brauche man Solidarität der Länder untereinander in Sachen Intensivbetten; beim Corona-Gipfel am Dienstag werde man fixieren, dass andere Länder im Ernstfall Patienten aus Ostösterreich übernehmen. Zurückhaltend zeigte sich Anschober zum Sputnik V-Vakzin: Sicherheit habe Vorrang, die Qualität müsse sichergestellt sein.

SPÖ: "Faule Eier ins Nest"

Die Opposition überzeugte Kurz mit seinem Oster-Video nicht - im Gegenteil: Der Kanzler lege den Österreichern "faule Eier ins Nest" - nämlich nur "falsche Hoffnungen und leere Versprechungen", kritisierte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch in einer Aussendung. Das schade der Pandemie-Bekämpfung. Noch immer würden viele Senioren auf die Gratis-FFP2-Masken warten und noch lange nicht seien alle Menschen über 65 geimpft. Eine Pandemie könne nur mit "inhaltlicher Substanz, Entschlossenheit und Mut" bekämpft werden, "all das fehlt bei Kurz völlig", konstatiert Deutsch.

FPÖ: "Versprechen, die er nicht halten kann"

FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl fühlte sich an das Vorjahr erinnert. Schon da habe Kurz Ankündigungen - nämlich der "Auferstehung" nach Ostern - gemacht, "die Sie nicht einmal ansatzweise gehalten haben". Jetzt gebe der Kanzler "einmal mehr Versprechen ab, die er nicht wird halten können". Niemand glaube daran, "dass das schwarz-grüne Impfchaos jetzt beendet wird und sich tatsächlich in absehbarer Zeit jeder impfen lassen kann, der das will" - und genauso wenig Anlass gebe es zu glauben, dass die Impfung das Virus besiegen werde, meinte Kickl in einer Aussendung.

NEOS: "Es zählen Taten, nicht Worte"

Auch NEOS zeigten sich höchst skeptisch: "Erst im März hat Sebastian Kurz versprochen, dass alle über 75 bis April geimpft sein werden. Heute - am 3. April - stehen wir bei knapp 20 Prozent. Was soll man diesem Bundeskanzler noch glauben? Wie soll man dieser Regierung noch vertrauen?", fragte Gesundheitssprecher Gerald Loacker. Reine PR-Show-Politik sei zu wenig in der Krise, "es zählen Taten, nicht Worte", teilte Loacker dem Kanzler per Aussendung mit.

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(APA)

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