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Amazon Prime Video führt Werbepausen ein: Kunden müssen mehr zahlen, um sie zu vermeiden

Amazon Prime Video, einer der führenden Streaming-Anbieter, hat eine bedeutende Änderung in seinem Serviceangebot angekündigt.
Amazon Prime Video, einer der führenden Streaming-Anbieter, hat eine bedeutende Änderung in seinem Serviceangebot angekündigt. ©Reuters, Canva
Wer zu Wochenbeginn den Amazon-Streaming-Dienst Prime Video aufrief, sah zuerst diesen Info-Kasten: "In Filmen und Serien, die in Prime enthalten sind, werden ab sofort einige wenige Anzeigen eingeblendet."

Darum geht's:

  • Amazon Prime Video führt Werbepausen in ihre Inhalte ein.
  • Ein Upgrade ohne Werbung kostet 2,99 Euro pro Monat.
  • Verbraucherschützer sind besorgt und erwägen rechtliche Schritte.

Und: Für 2,99 Euro pro Monat könne man ein Upgrade für Streaming ohne Werbung buchen. Die Kombination aus Werbung trotz Abonnementkosten ist in Österreich ein neueres Phänomen. Sehen die Streamingdienste das Ende des Wachstums der Erlöse durch Abos?

Prime Video ab jetzt mit Werbung

Der US-Streaming- und Handelsriese Amazon baut seit 5. Februar in Österreich, Deutschland, Großbritannien und Kanada Werbung in das seit vielen Jahren bestehende Bezahlangebot ein. In den USA wird die Werbung bereits seit Ende Jänner platziert. Amazon hat neben Prime Video mit Freevee einen zweiten Streaming-Dienst, der kostenlos ist und bereits komplett auf Einnahmen durch Werbung, die in den Serien und Filmen gezeigt wird, abzielt.

Amazon verspricht "weniger Werbung" als TV-Anbieter

Warum gibt es jetzt Werbung auch im Bezahlangebot Prime Video? Amazon teilte dazu auf Anfrage mit, man wolle weiterhin in "fantastische Inhalte" investieren und diese Investitionen über einen langfristigen Zeitraum hochhalten. "Unser Ziel ist es, bedeutend weniger Werbung zu zeigen als traditionelle TV-Anbieter und andere Video-Streamingdienste."

Es drohen Sammelklagen

Verbraucherschützer sind hingegen auf der Zinne, die Rede ist schon von Sammelklagen gegen Amazon. Aus Verbraucherschutzsicht müsse sich der Anbieter die Zustimmung seiner Nutzerinnen und Nutzer einholen, da es sich um eine wesentliche Vertragsänderung handle. Auch der heimische Verein für Konsumenteninformation (VKI) überlegt rechtliche Schritte, hieß es Ende vergangener Woche auf APA-Anfrage.

Werbung bei Streamingdiensten auf dem Vormarsch

Bezahlstreamingdienste, die auch Werbung zeigen, sind noch nicht die Regel, werden aber offensichtlich häufiger. Der deutsche Verband Privater Medien (Vaunet) listet auf dpa-Anfrage Beispiele von Streamingdiensten auf, die auch Abopakete haben, die durch "wohldosierte Werbung" mitfinanziert werden: Disney+, Netflix, RTL+ oder Wow. Auf die Frage, ob Werbung bei Bezahlabos ein Anzeichen dafür sei, dass das große Abowachstum vorbei sein könnte, teilte der Vaunet-Verband mit: "Nein, wir verstehen es als eine Erweiterung der Abonnentenangebote im Streamingmarkt durch eine weitere Refinanzierungsform."

(APA)

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