Die Radtour durch das Pfändertunnel - Nicht alles verlief planmäßig

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Radtour durch den Pfändertunnel findet am Sonntag statt. Radtour durch den Pfändertunnel findet am Sonntag statt. - © VOL.AT
Bregenz - Am Sonntagvormittag radelten Neugierige durch das Pfändertunnel und ließen sich den Neubau des Tunnels von Experten erklären. Besucher der Radtour sprechen von schlechter Organisation und Chaos. Manche wichen sogar auf Bautstellen- und Betriebsgelände aus.

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Ein aufgenommenes Video (siehe unten) zeigt sogar, wie die Besucher ihre Fahrräder über Leitplanken hievten und über Baustellengelände den Weg ins Grüne suchten.

Leiter der Asfinag-Überwachungszentrale in Hohenems, Hermann Wackerle, war im Außendienst vor Ort. Seiner Ansicht nach sei alles gesittet und geordnet abgelaufen. Rund 1.000 Radfahrer kamen pünktlich zur Tour durch den Pfändertunnel. Man sei mit der Truppe in Richtung Norden durch den Tunnel gefahren, hinter den Radfahrer folgte Personal der Asfinag und ein Rettungswagen.

Zu spät am Treffunkt

Leider seien einige Radfahrer zu spät erschienen. Wenn sich die Radfahrer an den besagten Zeitpunkt und die Anfahrt halten, wäre alles kein Problem, so Hermann Wackerle. Der Treffpunkt Betriebsumkehr Südportal Pfändertunnel war über Weidach über die Kennelbacherstraße erreichbar. Dort befinden sich keine PKW-Parkplätze – es sei deswegen ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass die Anreise nur mit dem Rad über die Kennelbacherstraße erfolgen kann. Einige Besucher hätten sich wohl nicht an die Angaben gehalten.

1.000 Radfahrer

Rund 1.000 Radfahrer nutzten am Vormittag die Gelegenheit, sich ein Bild von dem Hightech-Tunnel zu machen. Die ursprünglich von der ÖVP geplante Radtour hatte sich vergangene Woche in Vorarlberg zu einer Kontroverse entwickelt. Zunächst hatte die ÖVP ihren Funktionären und Mitgliedern eine Besichtigung des Tunnels anbieten wollen. Nachdem sich statt der 50 erwarteten 300 Radler angemeldet hatten, hatte die Asfinag die Tour aus "Sicherheitsgründen" untersagt.

Dies rief die Vorarlberger Grünen auf den Plan. Sie kündigten nach dem Motto "Wenn schon Schwarzbefahrung, dann ordentlich. Wir befahren unseren Tunnel, wann und wie wir wollen" eine Radtour für den 25. Juni an, den offiziellen Eröffnungstag. Dieser Aufruf bewog die Asfinag zum Einlenken. Der Einladung zur Rad-Besichtigung folgten am Sonntag nun nicht nur 300, sondern rund 1.000 interessierte Vorarlberger.

Neueste technische Vorraussetzungen

Mit dem Bau der neuen Pfändertunnel-Röhre hatte die Asfinag im Oktober 2007 begonnen. Die Kosten des Projekts beliefen sich auf 177 Millionen Euro. Die neue Röhre entspricht den neuesten technischen Voraussetzungen. So gibt es etwa Kameras, die nicht nur überwachen, sondern auch detektieren. Sie erkennen, wenn ein Fahrzeug langsamer fährt oder stillsteht und lösen einen Tunnelreflex aus: In der Überwachungszentrale der Asfinag wird das Bild automatisch auf einer Leinwand angezeigt, was dem Operator ermöglicht unmittelbar zu reagieren und den Tunnel zu sperren oder die Ampeln auf gelb blinkend zu schalten. Alarm wird aber auch ausgelöst, wenn schlechte Sicht herrscht, ein Fahrzeug in eine der sieben Pannenbuchten fährt oder ein Feuerlöscher entnommen wird. Neu sind in der zweiten Röhre zudem Wechselverkehrstafeln, Informationstafeln bei den Pannenbuchten und Bordsteinreflektoren. Für 27 Millionen Euro wird nun auch die alte Röhre auf den neuesten Stand gebracht. Als geplantes Ende der Arbeiten nennt die Asfinag Anfang Juli 2013.

Die Staus beim Pfändertunnel

Österreichweit erlangte der Pfändertunnel Bekanntheit durch Staus an Wochenenden oder Feiertagen. Bereits kurz nach Eröffnung des Tunnels im Dezember 1980 hatte sich das Bregenzer Nadelöhr zu einem Verkehrsmagneten entwickelt. In diesem Abschnitt der Rheintalautobahn (A14) sind heute täglich 28.000 bis 30.000 Fahrzeuge unterwegs. Vielen Österreichern ist der Vorarlberger Tunnel aber auch als unfallträchtig bekannt. Nach Angaben der Statistik Austria ereigneten sich im Tunnel mit Gegenverkehr im Zeitraum von 1992 bis 2009 insgesamt 70 Unfälle mit Personenschaden. Zehn Menschen starben, 123 wurden verletzt.

Über die Leitplanke ins Grüne

Video der Radtour

APA, VOL.AT

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