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Zumtobel-Mitarbeiter in Lemgo sollen auf Lohnanteil verzichten

Alfred Felder, CEO bei Zumtobel
Alfred Felder, CEO bei Zumtobel ©Zumtobel
Der Vorarlberger Leuchtenkonzern Zumtobel nimmt weiter Restrukturierungen vor. Die Mitarbeiter des Werks in Lemgo (Nordrhein-Westfalen) sollen auf 20 Prozent ihres Lohnes verzichten, um ihre Arbeitsplätze abzusichern. Das berichteten die "Vorarlberger Nachrichten" Bezug nehmend auf Arbeitnehmervertreter des deutschen Werks.
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Die Mitarbeiter des westfälischen Werks bangten im vergangenen Jahrzehnt bereits einige Male um ihre Arbeitsplätze. Erst 2015 erfolgte ein Stellenabbau, um die angeschlagene Niederlassung halten zu können. Ein umfassendes Maßnahmenpaket soll nun den Standort, an dem hochwertige Downlights und Strahler entwickelt und produziert werden, wieder auf Kurs bringen und absichern. Zu dem Paket zählen – neben dem Lohnverzicht – die Anpassung des Produktportfolios an die internationalen Marktgegebenheiten, Investitionen in eine weitere Automatisierung der Fertigungstechnik und striktes Kostenmanagement in allen Bereichen, teilte Zumtobel auf APA-Nachfrage mit.

Als Begründung für die Sparmaßnahmen nannte Zumtobel-Sprecherin Marina Konrad-Märk die wegen des intensiven internationalen Preiskampfes und der hohen Kosten verschlechterte wirtschaftliche Situation in Lemgo. Arbeitnehmervertreter und die Gewerkschaft IG Metall befürchten nun, Zumtobel könnte wegen der niedrigeren Lohnkosten Teile der Produktion in das neue Werk Nis in Serbien auslagern, was ihrer Ansicht nach mittel- bis langfristig ein Aus für Lemgo bedeuten könnte.

Keine Pläne für Auslagerung

Zumtobel hält dagegen, dass das Kompetenzzentrum der Gruppe für Spot- und Downlights in Lemgo liege. Eine der großen Stärken des westfälischen Werks sei es, kleine Serien und sehr komplexe Produkte fertigen zu können. “Bei entsprechenden zukunftsfähigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehen wir Lemgo auch in Zukunft als integralen Bestandteil des globalen Produktions- und Entwicklungsnetzwerkes der Zumtobel Group”, teilte Konrad-Märk in einem Mail an die APA mit. Es gebe derzeit keine konkreten Pläne hinsichtlich einer Auslagerung von Produkten.

Bereits in der Vergangenheit habe Zumtobel zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um die Effizienz und Effektivität in Lemgo zu steigern. Diese würden auch in Zukunft weitergeführt, etwa werde man in Automatisierungs- und Robotertechnologie investieren, um dem internationalen Preisdruck standhalten zu können. Auch habe man in den vergangenen Jahren “einen hohen einstelligen Millionenbetrag pro Jahr” in die Forschung und Entwicklung am Standort investiert.

Gewerkschaft will Standortgarantie

Dass es zu einer Einigung zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Standortes mit den Arbeitnehmervertretern kommen werde, davon zeigte sich die Zumtobel-Sprecherin überzeugt. Über einen Lohnverzicht will die IG Metall jedoch nur im Austausch für eine Standortgarantie verhandeln. Die Zumtobel-Mitarbeiter hätten in den vergangenen Jahren bereits mehrmals Lohneinbußen hingenommen, sagte IG Metall-Sprecher Erich Koch gegenüber Lokalmedien. Am Zumtobel-Standort in Lemgo sind 350 Personen beschäftigt, 250 davon in der Fertigung.

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