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Egg ohne Bürgermeister: Carmen Willi zieht nach Angriffen Kandidatur zurück

©VOL.AT/Gemeinde
Egg. Die Wäldergemeinde kommt nicht zur Ruhe: Egg wird auch weiterhin keinen Ortsvorsteher haben. Denn die designierte Bürgermeisterin Carmen Willi zog ihre Kandidatur quasi in letzter Minute zurück.
Carmen Willi soll in Egg übernehmen
Egg unter Beobachtung der BH
Stellungnahme von Theresia Handler
"Großer Gesprächsbedarf im Ort"

Carmen Willi spricht laut aktuellen VN-Informationen von “verletzenden anonymen und medialen Angriffen”. Sie sehe sich darum nicht in der Lage, das Amt anzunehmen.

Die 35-Jährige war erst am Montag einstimmig von ihrer Fraktion “Egger- und Großdorfer Liste” als neue Bürgermeisterin nominiert worden und hätte am heutigen Freitag durch die Gemeindevertretung gewählt werden sollen. Den Rückzug begründet sie mit “persönlichen Gründen”, wird dann aber deutlicher:

Offenbar hielten sie mehrere Egger Bürger allein aufgrund der Tatsache, dass sie Mutter von drei kleinen Kindern ist, für das Amt der Bürgermeisterin für ungeeignet. Das wurde ihr gegenüber zum Ausdruck gebracht und auch gar nicht weiter nachgefragt, wie sie sich die Praxis vorstelle.

“Anonyme und mediale Angriffe”

Die Erklärung von Carmen Willi im Wortlaut:
“Die Egger- und Großdorfer Liste hat mich am Montag einstimmig als Kandidatin für die Bürgermeisterwahl vorgeschlagen. Nach der anfänglichen Freude über das Vertrauen muss ich nun meine Kandidatur aus persönlichen Gründen zurückziehen: Einige anonyme und auch mediale Angriffe, die ich inhaltlich völlig zurückweise, haben mich derart verletzt, dass ich mich nicht mehr in der Lage sehe, Familie und Bürgermeisteramt auf gute Art und Weise zu vereinbaren.”

“Ich bedauere, dass es so gekommen ist und ich mit dieser Entscheidung auch viele enttäusche. Allerdings bin ich davon überzeugt, mit diesem guten Team auch in anderer Funktion Wertvolles für unsere Gemeinde mitgestalten zu können.”

Die derzeit karenzierte Lehrerin Carmen Willi war bei den Gemeindevertretungswahlen 2015 erstmals angetreten und landete auf Platz 16. Sie hätte die Nachfolge von Theresia Handler antreten sollen, die am 1. Februar 2016 ihr Amt als Bürgermeisterin niederlegt hatte.

Egg ohne Bürgermeister – Unter Beobachtung der BH

Laut Gesetz hätte binnen vier Wochen ein Nachfolger bestellt werden müssen. Da diese Frist inzwischen verstrichen ist, steht die Gemeinde derzeit unter Beobachtung der Bezirkshauptmannschaft Bregenz.

Bezirkshauptmann Elmar Zech war vor der Nominierung Willis vom Fraktionsvorsitzenden der “Egger und Großdorfer Liste”, Paul Sutterlüty, noch in Aussicht gestellt worden, bis spätestens 31. März werde es einen Nachfolger geben. Nach dem Rückzug von Carmen Willi sieht es nun danach aus, dass diese Frist doch genützt werden muss.

Differenzen zwischen Bürgermeisterin und Fraktion

Die neuesten Entwicklungen stehen in guter Tradition zu den bisherigen Friktionen in der Egger Gemeindevertretung. Denn dem Rücktritt von Theresia Handler Anfang Februar waren wiederholt Unstimmigkeiten zwischen ihr und dem Gemeindevorstand vorausgegangen. Im Dezember hatten ihr dieser schließlich das Vertrauen entzogen und sie fraktionsintern zum Rücktritt aufgefordert. (red)

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