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Wenn das Rauchverbot zum Problem wird

Da die Gäste im rauchfreien Buntergund zum Rauchen vor die Tür gehen und es dadurch zu Lärmbelästigungen für die Anrainer kommt, hagelt es Beschwerden.
Da die Gäste im rauchfreien Buntergund zum Rauchen vor die Tür gehen und es dadurch zu Lärmbelästigungen für die Anrainer kommt, hagelt es Beschwerden. ©Sams, Jasmin Elmi
Das Buntergrund in Feldkirch hat auf ­freiwilliger Basis ein Rauchverbot eingeführt – und sieht sich seither mit Beschwerden von ­Anrainern konfrontiert.
Seit 2019: Rauchen erst ab 18
VfGH-Entscheidung zum Rauchverbot im Juni

Von: Harald Küng (WANN & WO)

„Es war für uns gar keine Frage, ob wir im Buntergrund Raucher oder Nichtraucher machen. Wir wollten uns der Zeit anpassen, auch im Hinblick darauf, dass früher oder später ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie kommt. Wir haben dafür auch viel Geld in die Hand genommen“, erklärt Bunt-Chef Nani Mock gleich zu Beginn des Gesprächs mit WANN & WO. Grundsätzlich würde das freiwillige Rauchverbot von den Gästen positiv angenommen, auch von den Rauchern selbst. Zum Qualmen geht man vor die Türe – und hier beginnen die Probleme.

Schall und Rauch

Am Wochenende hat das Buntergrund bis 4 Uhr früh offen und ist somit eine Top-Anlaufstelle für die Nachtschwärmer in der Montfortstadt. „Die Leute stehen aber bis in die frühen Morgenstunden vor der Tür, der Lärmpegel steigt – trotz Securitys. Dass sich da die Anrainer beschweren, ist logisch, ich verstehe das. So kann es nicht mehr weitergehen. Noch haben wir Winter, in der warmen Jahreszeit nehmen die Probleme noch weiter zu. Ich bitte unsere Gäste deshalb um Ruhe vor der Türe.“ Um der Situation entgegen zu wirken, hat Mock bereits bei der BH Feldkirch um Bewilligung angesucht, aus dem Buntergrund einen Raucherclub zu machen – diese steht allerdings noch aus: „Bis es soweit ist, kann aber noch viel passieren. Im schlimmsten Fall müssen wir die Sperrstunde verkürzen, einige Besucher haben auch schon gesagt, dass sie nicht ins Lokal kommen, solange man nicht rauchen darf. Da geht es natürlich auch um die finanzielle Situation. Ich habe 26 Angestellte, jeder weitere Umbau kostet Geld. Das muss alles finanziert werden.“

„Ende des Nightlifes“

Bei der Einführung eines generellen Rauchverbots hofft der Gastronom auf eine klare Linie: „Denn wenn die Situation sich dann nicht verändert, bedeutet das wohl das Ende des Nightlifes in Vorarlberg.“

3 Statements zur Situation im Buntergrund

Daniel „Malone“ Traunig, Barchef Buntergrund: „Mitunter stehen um 3 Uhr morgens 50 Leute vor der Tür. Jedes Wochenende muss die Polizei ausrücken. Das kann natürlich so nicht weitergehen. Die Polizei ist sehr entgegenkommend, versteht unsere Situation. Aber sie muss natürlich kommen, wenn sie gerufen wird. Im schlimmsten Fall müssen wir die Sperrstunde verkürzen – dann ist die Party allerdings vorbei, bevor sie überhaupt begonnen hat. Wir appellieren deshalb an unsere Gäste, sich draußen ruhig zu verhalten.“

Peter Lins, Stadtpolizei Feldkirch: „Wenn es vor der Türe eines Clubs laut wird, ist das für die Nachbarn verständlicherweise störend. Werden wir gerufen, müssen wir der Angelegenheit natürlich nachgehen. Auch wir als Polizei müssen nun schauen, wie sich das in Hinblick auf ein generelles Rauchverbot weiterentwickelt und wie wir damit umgehen. Dass sich der Lärm – vor allem in den Innenstädten – auf die Straße verlagert, hat der Gesetzgeber nicht eingeplant. Es wird auch für uns als Polizei spannend, zu sehen, wo das Thema noch hinführt.“

Andrew Nussbaumer Wirtschaftskammer Vorarlberg: „In absehbarer Zeit ist mit keiner Änderung der aktuellen Regelung zu rechnen. Würde es eine generelle Lösung geben, wäre der Sachverhalt klar: Rauchverbot ja oder nein. Das Gesetz kommt aber den Gastronomen insofern entgegen, dass sie nicht mehr automatisch für den Lärm im öffentlichen Raum verantwortlich gemacht werden können. Kommt es bei uns allerdings zur Anzeige, wird der gesamte Behördenweg eingeleitet – im Extremfall führt es zu einer Kürzung der Sperrstunde.

Auch das Lowlife in Bregenz ist bereits freiwillig rauchfrei

Mathias „Silence“ Ortner, Lowlife Bregenz: „Wir haben Anfang 2019 freiwillig auf rauchfrei umgestellt. Zu Beginn hatte ich auch noch einige Bedenken, was Gäste oder Beschwerden angeht. Aber ich bin sehr positiv überrascht, bisher gab es keine größeren Probleme. Die ersten zwei Wochen waren zwar nicht unbedingt einfach, denn die Leute haben es nicht alle gleich verstanden, warum sie nun draußen rauchen müssen. Aber wenn wir mit den Gästen reden und es ihnen erklären, sehen es die meisten dann auch gleich ein.“

(WANN & WO)

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