Wasserversorgung in Gefahr? Kritik an Kiesabbau-Erweiterung

Sorge um Wasserversorgung.
Sorge um Wasserversorgung. ©Symbolbild/Pixabay
Die Vorarlberger Bauwirtschaft benötigt Kies - doch dieser droht in den kommenden Jahren rar zu werden. Nach neuen Abbaumöglichkeiten wird händeringend gesucht. Doch das ruft Kritiker auf den Plan - diese äußern massive Bedenken. Ist die Wasserversorgung gefährdet?
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Der Abbau von Kies und Gestein in Vorarlberg wird in den nächsten zehn Jahren von 2,75 Mio. auf 0,75 Tonnen zurückgehen. Der Jahresbedarf der Vorarlberger Bauwirtschaft von vier Mio. Tonnen pro Jahr würde damit kaum noch durch heimische Produktion gedeckt werden können. Eine Studie empfiehlt nun etwa die Erweiterung bestehender Abbauflächen und in geringem Umfang Nassbaggerungen zu bewilligen.

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Für Landeshauptmann Markus Wallner und Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser ist nun Eile das Gebot der Stunde: “Tun wir nichts, werden wir komplett abhängig von Importen.” Doch welche Abbaufelder sollen Linderung verschaffen?

Unverständnis in Rankweil

In Rankweil etwa stoßen Überlegungen, bei den Baggerseen in Rüttenen wieder zu Nassbaggerungen zurückzukehren, auf Unverständnis, wie die “VN” berichten. “Solche Baggerungen bedeuten ein erhöhtes Gefährdungspotenzial für das Grundwasser und sind daher vor allem in der Nähe von Trinkwassergewinnungsanlagen im Interesse einer langfristigen Sicherung einer optimalen Trinkwasserversorgung möglichst zu vermeiden”, sagt Bürgermeister Martin Summer.

VOL.AT/Bandi Köck
VOL.AT/Bandi Köck ©VOL.AT/Bandi Köck

Betroffen wäre laut “ORF” wohl vor allem der Wilhelm+Mayer-See. Hinter dem Baggerloch befindet sich ein Grundstück in Besitz der Baufirma. Demnächst soll ein Antrag für eine Abbaubewilligung eingebracht werden. “Mit dieser Menge kämen wir sicher die nächsten 25 oder 30 Jahre aus – mit der momentanen Abbaumenge”, so Geschäftsführer Johannes Wilhelm gegenüber dem “ORF”. Allerdings liegt anliegend am Baggerloch einer der größten Grundwasserseen im Ländle. Bereits 1992 wurden unter anderem aus diesem Grund das Ausbaggern eingestellt.

Bürgermeister Summer betont zudem, dass es einen direkten Zusammenhang mit RHESI gebe: Untersuchungen des Landes hätten ergeben, dass das Wasser aus dem Gebiet auch zur Versorgung mit Trinkwasser in Mäder, Hohenems und Dornbirn verwendet werden könnten, sollten in Mäder die Brunnen ausfallen.

Diskussionen auch in Dornbirn

Auch in Dornbirn sorgen die Pläne zur Erschließung weiterer Abbaufelder für Diskussionen, wie die “Neue” berichtet. Denn an der Grenze zu Hohenems befindet sich der Steinbruch Unterklien. Nach den Plänen der Firma Rhomberg soll auch dort in den kommenden Jahren Abbau betrieben werden. An dieser Stelle befindet sich aber auch das Pumpwerk Klien. Dieses gehört zum Wasserwerk Dornbirn. Zwölf Prozent steuert es zur Wasserversorgung von Vorarlbergs größter Stadt bei. Auf dieses Trinkwasser soll auf keinen Fall verzichtet werden.

Rhomberg Gruppe
Rhomberg Gruppe ©Rhomberg Gruppe

“Der Einzugsbereich liegt außerhalb der Talebene. Im Katastrophenfall, etwa bei einem Ölunfall, kann jederzeit auf das Pumpwerk Klien zugegriffen werden”, so Gebhard Greber (SPÖ). Schon früher wurden Pläne gewälzt, den Steinbruch zu erweitern. Vergeblich – denn via BH-Bescheid wurde das Gebiet 2002 zum Schutzgebiet erklärt. Rhomberg kämpfte gegen den Bescheid an. 2012 wurde der Bescheid vom Verwaltungsgericht bestätigt. “Einer Abänderung können wir nur zustimmen, wenn eine Beeinträchtigung ausgeschlossen werden kann. Allerdings wüsste ich nicht, was sich seit damals geändert haben soll”, meint Greber laut der “Neuen”. Vizebürgermeister Martin Ruepp verspricht in der Sache ein faires Verfahren. Es gelte nun zu überprüfen, was sich bei einer alternativen Abbautechnik ändern würde.

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