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Was Sie zum Ski-Weltcup 2022/23 wissen müssen

Die Ski-Weltcup-Saison startet wieder.
Die Ski-Weltcup-Saison startet wieder. ©APA/APA/REUTERS/Canva
Es ist wieder soweit: Der Ski-Weltcup geht in die nächste Runde. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zum alpinen Ski-Weltcup 2022/23.

Lange mussten Ski-Fans warten, jetzt ist es endlich wieder soweit: Die Weltcup-Saison startet dieses Wochenende.

Wann und wo geht es los?

Der alpine Ski-Weltcup beginnt am Wochenende in Sölden (Tirol). Die Frauen starten am Samstag (22.10.) um 10:00 Uhr und 13:05 Uhr, die Männer am Sonntag (23.10.) um 10:00 Uhr und 13:00 Uhr. Es wird jeweils ein Riesenslalom auf dem Rettenbachgletscher gefahren.

Matthias Mayer, Gesamtvierter der letzten Saison und damit der Beste bei den ÖSV-Herren, will auch beim Saisonauftakt in Sölden hoch hinaus. ©APA

Wann und wo ist das Finale?

Das Weltcup-Finale soll vom 15. bis 19. März 2023 in Andorra stattfinden. Das kleines Fürstentum zwischen Frankreich und Spanien war bereits 2019 Austragungsort für das Saisonfinale.

Beim Weltcupfinale im letzten Jahr (16. bis 20. März 2022 in Courchevel und Méribel) wurde Marco Odermatt (Schweiz) vor Aleksander Aamodt Kilde (Norwegen) und Henrik Kristoffersen (Norwegen) zum Gesamtweltcupsieger gekürt. ©APA

Wie viele Rennen wird es voraussichtlich geben?

Geplant sind 42 Rennen der Frauen und 43 der Männer an 20 Orten.

Wo und wann finden die Rennen in Österreich statt?

Neben Sölden (22./23. Oktober 2022) sind auch Lech/Zürs (12./13. November 2022), Semmering (28./29. Dezember 2022), Flachau (10. Jänner 2023), St. Anton (14./15. Jänner 2023), Kitzbühel (20-22. Jänner 2023) und Schladming (24. Jänner) Austragungsorte.

Wer aus dem ÖSV-Team ist in Sölden dabei?

Am Rettenbachferner-Gletscher werden für Österreich elf Damen und acht Herren an den Start gehen. Bei internen Zeitläufen setzten sich bei den Damen Magdalena Egger, Elisa Mörzinger und Magdalena Kappaurer durch, bei den Herren sicherte sich Dominik Raschner einen Startplatz für den Weltcup-Auftakt.

Katharina Liensberger gewann bei der Alpinen Skiweltmeisterschaft 2021 in Cortina d’Ampezzo gleich drei Medaillen: Gold bei Slalom und Parallel und Bronze beim Riesenslalom. Beim Auftakt des alpinen Ski-Weltcup 2021/22 in Sölden holte sie im Riesentorlauf mit Platz vier ihr bestes Auftaktergebnis. Nun ist die Doppel-Weltmeisterin hochmotiviert, auch beim Start in diesem Jahr eine ähnliche Leistung abzurufen. ©APA

Damen-Aufgebot: Thomas Trinker, der Rennsportleiter der ÖSV-Damen, hat folgende Läuferinnen nominiert: Nina Astner, Stephanie Brunner*, Magdalena Egger, Franziska Gritsch, Ricarda Haaser, Katharina Huber, Magdalena Kappaurer, Katharina Liensberger, Elisa Mörzinger, Ramona Siebenhofer und Katharina Truppe sollen an den Start gehen.

* Sollte Stephanie Brunner, die nach einem Trainingssturz verletzt ist, nicht antreten können, wird Sophia Waldauf nachnominiert.

Eine Vorarlbergin feiert in Sölden ihre Weltcup-Premiere: Magdalena Kappaurer sicherte sich im Südtiroler Schnalstal eines der letzten ÖSV-Tickets für den Weltcupauftakt. Die 21-jährige Bregenzerwälderin war nach der Saison 2019/20 aus allen ÖSV-Kadern geflogen, gab aber nicht auf und kann sich nun auf ihr Weltcup-Debüt freuen.

Magdalena Kappaurer fährt in Sölden ihr erstes Weltcup-Rennen. ©APA/Canva

Herren-Aufgebot: Marko Pfeifer, der Rennsportleiter der ÖSV-Herren, hat folgende Läufer nominiert: Thomas Dorner, der durch denverletzungsbedingten Ausfall von Stefan Brennsteiner nachrückte, Manuel Feller, Patrick Feurstein, Raphael Haaser, Vincent Kriechmayr, Matthias Mayer, Dominik Raschner und Marco Schwarz.

Wie geht es nach den Rennenwochende in Sölden weiter?

Das ist leider noch nicht klar. Eigentlich war geplant, am 29. und 30. Oktober mit zwei Rennen am Matterhorn, die als nachhaltig beworben wurden, die Saison für die Männer in der Disziplin Abfahrt zu starten. Für die Frauen sollte das Ganze eine Woche später stattfinden. Die Piste, die sich von Zermatt (Schweiz) nach Cervinia (Italien) erstreckt, ist jedoch nicht rennfertig, weil im unteren Streckenabschnitt Schnee fehlt. Die Entscheidung dazu, ob gefahren werden kann, soll voraussichtlich am heutigen Samstag fallen.

©AP

Wann findet die WM 2023 statt?

Die Alpinen Skiweltmeisterschaften, die alle zwei Jahre veranstaltet werden, sollen vom 6. bis 19. Februar 2023 in den französischen Wintersportorten Courchevel und Meribel stattfinden.

Bei der letzten WM 2021 in Cortina d'Ampezzo (Italien) gewann bei den Männern übrigens Vincent Kriechmayr in den Disziplinen Abfahrt und Super-G, unser Vorarlberger Skitalent Katharina Liensberger gewann bei den Damen im Slalom und zusammen mit der Italienerin Marta Bassio, die zeitgleich ins Ziel kam, beim Parallelrennen.

Was können wir von den ÖSV-Athletinnen und Athleten erwarten?

Laut den Verantwortlichen beim ÖSV leider nicht viel, die Chancen der österreichischen Damen und Herren auf den Sieg im Gesamtweltcup seien gering.

Bei den Damen: Für ÖSV-Damen-Rennsportleiter Thomas Trinker ist klar: "Athletinnen, die kleine Kugeln gewinnen können, sind langfristig welche, die große gewinnen könnten. Der Tag wird eintreffen.“ Allerdings glaubt auch er, dass der Gewinn des Gesamtweltcups dieses Jahr eher unwahrscheinlich ist, das Potenzial sei für die Zukunft aber da. Österreichs letzte Gesamtweltcup-Siegerin war Anna Veith 2014 und 2015, davor war es zuletzt Nicole Hosp 2007 gelungen, das große Kristall zu erringen.

Katharina Liensberger hat 2021 in Lenzerheide (Schweiz) erstmals den Slalom-Weltcup erobert und damit als erste Österreicherin seit Marlies Schild 2012 die kleine Kristallkugel gewonnen. ©AP

Katharina Liensberger, die 2021 den Slalom-Kristall gewann, soll auch in diesem Winter wieder große Erfolge feiern können. "Zu den großen drei im Slalom zählen Shiffrin, Vlhova, Liensberger, sie werden sich das ausmatchen. Ich hoffe, dass Katharina von Anfang an mitfährt. Es geht auf dem Niveau um die Konstanz und um die Rennsiege," meint Trinker.

Im Bezug auf den Riesentorlauf sieht Trinker "ein starkes, solides Team". Zudem soll das Team im Speed-Bereich wieder zum Sieg kommen: "Nicht jede wird gewinnen, aber ein, zwei sind so weit, um um Siege mitzufahren."

Bei den Herren: Bei den Herren schätzt Cheftrainer Marko Pfeifer die Gesamtweltcup-Chancen ebenfalls als gering ein. Obwohl es in der vergangenen Saison keine Weltcup-Kugel für die ÖSV-Herren gab, sieht er aber auch das Positive: "Wir haben in jeder Disziplin Siegläufer, da sind wir sehr gut."

In Abfahrt und Super-G hätten Triple-Olympiasieger Matthias Mayer und Doppel-Weltmeister Vincent Kriechmayr das Zeug zum Rennsieg, in den technischen Disziplinen sieht er Manuel Feller und Marco Schwarz als potenzielle Spitzenreiter. In der letzten Saison war Mayer als Gesamtvierter direkt vor Kriechmayr der beste Österreicher. Hinter den Speed-Profis Mayer und Kriechmayr sieht er in der ÖSV-Aufstellung aber noch Verbesserungspotenzial: "Was ich da erreichen möchte, ist, dass wir von Platz acht bis 15 oder 20 kompakter werden."

Triple-Olympiasieger Matthias Mayer und Doppel-Weltmeister Vincent Kriechmayr belegten in der Gesamtweltcup-Wertung der Herren 2021/22 Platz 4 und 5. © APA

Im Torlauf und Riesentorlauf gelten Johannes Strolz, Michael Matt, Fabio Gstrein und Patrick Feurstein in ihren jeweiligen Lieblingsdisziplinen hingegen auch als Favoriten für Rennsiege. Zudem arbeiten Roland Leitinger, Slalom-Vizeweltmeister Adrian Pertl und Christian Hirschbühl an ihren Comebacks.

Außerdem denkt auch Marko Pfeifer schon an die Zukunft: Bei der Heim-WM 2025 in Saalbach-Hinterglemm will er "vier Leute am Start haben, wo jeder eine Medaille machen kann".

Welche internationalen Läuferinnen und Läufer haben Chancen auf den Sieg?

Bei den Frauen sind die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin, die Titelverteidigerin im Gesamtweltcup, und die Slowakin Petra Vlhova, Siegerin des Jahres 2021, auch dieses Jahr die Topfavoritinnen. Zudem zählen die Italienerinnen Sofia Goggia und Federica Brignone und die Schweizer Allrounderin Lara Gut-Behrami zum Kreis der Favoritinnen.

©AP

Der Schweizer Marco Odermatt, der im vergangenen Winter den Gesamtweltcup der Herren gewann, gilt bei den Herren auch dieses Jahr als heißer Anwärter auf den Gesamtsieg. Daneben haben auch Shiffrins Freund Aleksander Aamodt Kilde (Norwegen) und dem Franzosen Alexis Pinturault gute Chancen.

Dürfen Sportlerinnen und Sportler aus Russland und Belarus an den Start gehen?

Sportlerinnen und Sportler aus Russland oder Belarus dürfen nach einer Grundsatzentscheidung der FIS wegen der russischen Invasion in der Ukraine, die von Belarus unterstützt wird, eigentlich nicht mehr teilnehmen. Dieses Verbot wackelt jetzt aber, die FIS könnte das Startverbot für die beiden Nationen bereits dieses Wochende kippen. Am Samstag berät das FIS-Council darüber, ob die Athletinnen und Athleten aus den beiden Ländern zum Weltcup zurückkehren dürfen.

©AFP

Ist Marcel Hirscher wieder dabei?

Ski-Legende Marcel Hirscher, achtmaliger Gewinner des Gesamtweltcups, geht nicht mehr aktiv an den Start, selbst wenn es ihm viele Experten zutrauen würden. Hirscher hat jedoch nach seinem Rücktritt 2019 eine Skimarke namens "Van Deer" gegründet, auf deren Ski Slalom-Ass Henrik Kristoffersen aus Norwegen für diese Saison umstieg.

Marcel Hirscher hat nach seinem Rücktritt 2019 eine Skimarke namens "Van Deer" gegründet. Er hält 45 Prozent der Anteile, 50 Prozent gehören Red Bull. ©APA

Hat die Energiekrise Auswirkungen auf den Weltcup?

Die Energiekrise könnte zu zahlreichen Ausfällen von Weltcup-Veranstaltungen im nordischen und alpinen Skisport führen, damit rechnet zumindest der internationale Ski-Verband FIS. Beim ÖSV hält man das für "Panikmache", die laut Generalsekretär Christian Scherer nicht angebracht sei. Laut FIS seien vor allem die energieintensive Schneeproduktion und Flutlichtveranstaltungen problematisch, kurzfristige Verlegungen von Weltcups seien möglich.

(VOL.AT)

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