Wahlkampf-Hickhack um HAK Bregenz

Ritsch und Frühstück uneinig.
Ritsch und Frühstück uneinig. ©VN
Der Bregenzer Bürgermeisterkandidat Michael Ritsch sieht dringenden Sanierungsbedarf bei der HAK Bregenz. VP-Klubobmann Frühstück ortet hingegen einen "Wahlkampfgag" - der Antrag sei bereits von den Neos eingereicht und diskuiert worden.

"Eine desolate Turnhalle und eine für 1.000 Schüler viel zu kleine Kantine" - laut dem Bregenzer Landtagsabgeordneten Michael Ritsch sei es aufgrund solcher Zustände in der HAK Bregenz unmöglich, die Covid-19-Schutzmaßnahmen einzuhalten. Nachdem der Schulleiter sind damit an die Öffentlichkeit gewandt habe, erhält er nun Unterstützung von der SPÖ. Michael Ritsch, der am 27. September 2020 in der Stichwahl um das Bregenzer Bürgermeisteramt gegen Markus Linhart antritt, fordert die Landesregierung in einem Antrag zum Handeln auf. Ziel des Antrags sei es, die unhaltbaren Zustände in der HAK Bregenz unverzüglich zu beseitigen und für eine Covid-19-gerechte Ausstattung zu sorgen, so Ritsch.

"Die Covid-Pandemie macht auch an den Schulen die Versäumnisse der letzten Jahre offensichtlich", erklärt Ritsch. Die Stimmen von Eltern und Lehrer, die auf die Probleme hingewiesen hätten, seien über Jahre hinweg ignoriert worden: "Der Zustand der HAK Bregenz ist sinnbildlich dafür, wie stark unsere Schulen und der Bildungsbereich inzwischen politisch vernachlässigt werden. Wir brauchen hier eine Trendwende. Die Landesregierung muss alle Hebel in Bewegung setzen, damit die längst überfälligen Erneuerungen bei der HAK Bregenz gestartet werden."

ÖVP: "Wahlkampfgag"

Bemerkenswert deplatziert findet VP-Klubobmann Roland Frühstück den Vorstoß des SPÖ-Landtagsklubs zur Sanierung der Außenanlagen der Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Bregenz: "Die Neos haben bereits Anfang des Jahres einen ähnlichen Antrag eingebracht, der im Februar im zuständigen Ausschuss ausführlich diskutiert worden ist. Bereits damals war klar, dass die BHAK/BHAS Bregenz ins künftige Bauprogramm der Bundesimmobiliengesellschaft aufgenommen worden ist. Insofern ist der jetzige Vorstoß der SPÖ ein reiner Wahlkampfgag, weil dem Minister einen Brief zu schreiben, in einer Sache, die bereits entschieden ist, ist das klassische 'Eulen nach Athen' tragen!"

"Sportstadtrat Ritsch ist gefordert"

Ritsch habe als Bregenzer Sportstadtrat alle Möglichkeiten dazu, den Schülerinnen und Schülern trotz Corona-Einschränkungen bessere Sportangebote zu bieten, so Frühstück: "Anstatt fragwürdige Landtagsinitiativen in die Welt zu setzen, wäre er in der aktuellen Situation eigentlich gefordert, zusammen mit den Verantwortlichen der Schule kreative Lösungen auf den Tisch zu legen, die auch in Pandemiezeiten einen guten Sportunterricht ermöglichen. Im Umfeld der Schule befinden sich zahlreiche hochkarätige Sportanlagen, die sich dafür anbieten." Für Frühstück ist unbestritten, dass es bei der BHAK/BHAS-Bregenz einen Sanierungsbedarf gibt: "Im Bereich der Kantine braucht es definitiv eine Sanierung. Die Sportanlagen im Außenbereich sind im Vergleich zu anderen Schulstandorten jedoch in einem guten Zustand. Das sollte eigentlich auch Michael Ritsch bekannt sein", so Frühstück.

"Handeln statt nörgeln"

Roland Frühstück erwarte sich auch von SPÖ-Klubobmann Martin Staudinger, dass die von seiner Seite stets eingeforderte Sachpolitik auch in Zeiten des Wahlkampfes Vorrang habe und er populistische Zurufe in Richtung Landes- oder Bundesregierung unterbinde. "Gerade in der jetzigen Situation sollte für die Politik das Motto 'Handeln statt Nörgeln" gelten. Für uns als Volkspartei ist das so", betont Frühstück abschließend.

(Red.)

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