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Vorarlberger schnupfen jeden Tag 1 Kilo Kokain

Gestellte Szene
Gestellte Szene ©APA/HELMUT FOHRINGER
Und konsumieren im Schnitt 350 Gramm Heroin täglich. Der Bezirk Dornbirn ist die Kokain-Hochburg, Bregenz bevorzugt Cannabis. Die Vorarlberger konsumieren scheinbar so viele Drogen wie noch nie zuvor.
Vorarlberger Drogen werden immer gefährlicher
Vorarlberg: Gibt es ein Drogenproblem in den Städten?

Eine aktuelle parlamentarische Anfragebeantwortung von Innenminister Karl Nehammer bringt unschöne Zahlen zum Thema Drogenkriminalität in Vorarlberg ans Tageslicht.

Die Polizei stellte im vergangenen Jahr rund 40 Kilogramm Cannabis, zwölf Kilogramm Kokain, etwa 700 Gramm Heroin und ein Kilogramm Amphetamine in Vorarlberg sicher. Noch nie hat es so viele Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz gegeben wie im Vorjahr. Die Vorarlberger konsumieren scheinbar so viele Drogen wie noch nie zuvor.

Laut Schätzung der Kriminalabteilung aus dem Innenministerium schnupfen die Vorarlberger im Schnitt 1 Kilo Kokain - pro Tag wohlgemerkt - und konsumieren 350 Gramm Heroin täglich.

"Kokain" mit gerollten 100er-Geldscheinen schnupfen - Gestelltes Illustrationsfoto -
APA-DPA-Zentralbild

Diese Drogen werden in diesen Ländle-Bezirken konsumiert

Vorarlbergs „Kokainhochburg“ ist Dornbirn mit über sechs sichergestellten Kilogramm im Jahr 2019. Die wohl schlimmste, weil gefährlichste Droge Heroin findet im Bezirk Feldkirch den meisten Anklang (513,5 Gramm sichergestellt). Die Bregenzer stehen vor allem auf Cannabis/Marihuana (22 Kilogramm 2019). Und im Bezirk Bludenz dominieren die Amphetamine (477,5 Gramm).

Drogenkriminalität so schlimm wie nie

Mit 2071 Anzeigen war die Drogenkriminalität in Vorarlberg noch nie so hoch wie im Vorjahr. Zum Vergleich: 2018 waren es noch 1843 Anzeigen, also deutlich weniger.

Dornbirn mit den meisten angeklagten Tatverdächtigen

Rund 2.000 Tatverdächtige wurden 2019 nach dem Suchtmittelgesetz angeklagt. Die meisten Tatverdächtigen wurden im Bezirk Dornbirn zur Anzeige gebracht (619), gefolgt von Bregenz (546). Danach kommen Feldkirch (496) und Bludenz (337).

Minderjährige Dealer

Die mit Abstand meisten angezeigten Tatverdächtigen sind zwischen 25 und 39 Jahre alt (722). Allerdings: Gleich 366 der angezeigten Tatverdächtigen sind Minderjährige unter 18 Jahren. Weibliche Drogenkriminelle gibt es dabei kaum: Nur 284 der 1998 angezeigten Personen waren Frauen.

Und: Die Drogenkriminellen waren vor allem Inländer. Hier steht das Verhältnis rund 1400 zu rund 600 gegenüber Fremden - 90 davon Asylwerber.

Pikant: 219 der fremden Tatverdächtigen waren bei ihrer Delikts-Anzeige erwerbstätig, 40 in Ausbildung.

Bei den Verbrechen in Zusammenhang mit Drogenkriminalität führen die Afghanen die Statistik an (17), bei den Vergehen die Deutschen (104).

Statement Nehammer zur Drogensituation in Vorarlberg

Innenminister Karl Nehammer gibt in seiner offiziellen Beantwortung zur Anfrage des NR-Abgeordneten Hannes Amesbauer (FPÖ) folgendes Statement zur Drogensituation in Vorarlberg ab:

"Auch Vorarlberg ist wie alle anderen Bundesländer Konsum- und Transitland sowie Umschlagplatz für illegale Suchtmittel, Sitz verschiedener Tätergruppierungen und Verteilernetzwerke. Bei der Entwicklung der Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz war im Jahr 2019 in Vorarlberg ein Anstieg zu verzeichnen.

Cannabis ist analog dem bundesweiten Trend nach wie vor das meist missbrauchte illegale Suchtmittel, gefolgt von Kokain, synthetische Suchtgifte sowie Heroin. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene konsumieren neben dem Konsum von Cannabisprodukten auch MDMA, Amphetamin, LSD und Ecstasy. Dieses wird Großteils im Internet bestellt.

Auch der Konsum von Kokain zeigte sich 2019 im Steigen. Der Heroinkonsum war ebenfalls auf hohem Niveau, wobei der klassische Suchtgiftkonsument nicht mehr wahrgenommen wird."

"Laufende Lagebeurteilung"

Wie in den anderen Bundesländern sowie bundesweit werde in Vorarlberg durch die Polizei eine Vielzahl von Ansätzen zur Bekämpfung der Suchtmittelkriminalität verfolgt, versichert Nehammer. Darunter fallen laufende Lagebeurteilungen und Analysen der Hotspots. "Anhand der Auswertungen werden regelmäßig Schwerpunktkontrollen durchgeführt. Der Kontrolldruck wird dadurch aufrechterhalten."

Auch wird laut Innenminister die Stärkung der Suchtgiftermittler auf Bezirksebene sowie die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Bezirksverwaltungs- und Gesundheitsbehörden (BH/Magistrat) sowie Drogenbeauftragten / Suchtkoordinatoren angestrebt.

Überdies sei die Stärkung der nationalen Vernetzungen ein weiteres Ziel im Rahmen der Bekämpfung der Suchtmittelkriminalität.

(Red.)

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