Vorarlberg: Güterterminal stellt die Weichen für die Zukunft

Wolfurt - Am kommenden Montag geht der neue ÖBB-Güterterminal in Vollbetrieb. Am Freitag wurde er offiziell eröffnet.
Güterterminal feierlich eröffnet
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Güterbahnhof Wolfurt Bauarbeiten
Hofer-Vertretung sorgt für Irritation
Bauarbeiten am Güterbahnhof

Aus den “Vorarlberger Nachrichten”

Der Motor Wirtschaft brummt. Das macht sich auch im ÖBB-Güterzentrum in Wolfurt bemerkbar. Mittlerweile werden dort pro Monat so viele Container umgeschlagen wie im gesamten Jahr 1992. Eine Kapazitätserhöhung war dringend erforderlich. In den vergangenen über dreieinhalb Jahren wurde der Terminal daher in drei Bauetappen erweitert. Am Freitag wurde das Großprojekt offiziell eröffnet.

Vor dem Umbau war das längste Gleis 250 Meter lang. Heute stehen vier 750 Meter lange Containergleise zur Verfügung, die auf einer Länge von 600 Metern per Kran erreicht werden können. Da die Güterzüge direkt in das Terminal ein- und ausfahren können, ist auch kein zeitaufwändiger Verschub mehr erforderlich. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Pro Jahr können ab sofort bis zu 190.000 „intermodale Transporteinheiten“ wie Container, Wechselbehälter oder kranbare Sattelanhänger abgewickelt werden, bisher waren es knapp 100.000. Von 54.000 auf 106.000 Quadratmeter beinahe verdoppelt wurde auch die Gesamtfläche. Die Lagerkapazität für Container wurde sogar vervierfacht. Statt den bisher 1300 TEU (steht für Twenty-foot Equivalent Unit, deutsch: 20-Fuß-Standardcontainer) insgesamt können nunmehr 5200 TEU gelagert werden.

60 Millionen Euro investiert

Die ÖBB haben rund 60 Millionen in den Ausbau des Terminals investiert, 20 Millionen sind für eine moderne Ausstattung vorgesehen. Der Vollbetrieb startet am Montag, sobald die Zelte für die Feierlichkeiten abgebaut sind.

Der „Tag der offenen Tür“ am neuen ÖBB-Güterterminal in Wolfurt findet morgen, Samstag, den 20. Oktober, von 10 bis 16 Uhr statt.

>>Den ganzen Artikel lesen Sie in den “Vorarlberger Nachrichten“.<<

Zahlen, Daten, Fakten

• Baubeginn Dezember 2014
• Drei Bauphasen, die auf den Baufeldern Nord, Mitte und Süd umgesetzt wurden
• Baufertigstellung Oktober 2018
• Vier bis zu 750 Meter lange Containerladegleise
• Lagerplatz für 1.700 Container im unmittelbaren Kranbereich
• Vier Abstellgleise mit einer Gesamtlänge von 1.200 Meter für Containertragwagen
• Leercontainerlager für 3.500 Containereinheiten
• Eigener Bereich für den Wagenladungsverkehr – Gleisnutzlänge 500 Meter
• Investitionsvolumen gemäß Rahmenplan knapp über 60 Mio. Euro (ohne Leercontainerbereich und dem Equipment für den Güterumschlag)

Wallner: “Zentrales Infrastrukturprojekt”

Die Kapazitätserweiterung am Güterbahnhof bezeichnete Wallner als ein “zentrales Infrastrukturprojekt der letzten Jahrzehnte”. Direkt damit verknüpft wären vielversprechende Entwicklungsperspektiven, für die stark exportorientierte Wirtschaft genauso wie für den Standort insgesamt, machte der Landeshauptmann deutlich. Im Zuge des Ausbaus sei es gelungen, Leistungsfähigkeit und Effizienz beträchtlich zu steigern. “Eine gute Infrastruktur ist unerlässlich, um Vorarlbergs wirtschaftliche Stärke weiter auszubauen und abzusichern. Dazu gehört auch eine leistungsstarke Schiene”, hielt Wallner fest.

Rüdisser: “Weitsichtige Zukunftsinvestition”

Von einer “weitsichtigen Zukunftsinvestition” sprachen bei der Veranstaltung auch die beiden zuständigen Mitglieder der Landesregierung, Wirtschafts- und Verkehrsreferent Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser und Mobilitätslandesrat Johannes Rauch. Ganz wie erhofft hätte der Betrieb des Terminals trotz der umfangreichen Baumaßnahmen ohne wesentliche Einschränkungen aufrechterhalten werden können, freute sich Rüdisser. Es müsse der Güterverkehr noch stärker von der Straße auf die Schiene verlagert werden, um den hohen Verkehrsbelastungen wirksam und offensiv entgegenzuwirken, betonte Landesrat Rauch: “Mit dem vergrößerten Güterzentrum ist diesbezüglich eine wichtige Maßnahme umgesetzt worden”.

Wirtschaftskammer: Wichtiger Knotenpunkt

„Der Ausbau des Güterterminals ist ein Meilenstein für unsere Transportinfrastruktur und damit zur Stärkung des gesamten Wirtschaftsstandortes“, hielt Wirtschaftskammer Vorarlberg-Präsident Hans Peter Metzler im Rahmen der  Eröffnung des Güterterminals am Freitagvormittag fest.

Durch die Lage an der Rheintalautobahn und der Arlbergachse sei das Terminal laut Wirtschaftskammer-Präsident Metzler nicht nur optimal für den Güterumschlag von der Straße auf die Schiene, sondern auch die ideale Anbindung an die wichtigsten Industrieräume und Seehäfen Europas. Mit dem Ausbau des Terminals werden die Kapazitäten mehr als verdoppelt. Es sei von strategischer Bedeutung, jedem Verkehrsträger den angemessenen Stellenwert und die entsprechende Rolle beizumessen.

Industriellenvereinigung: Stärkung des Standorts

„Mit dem Ausbau des Güterterminal Wolfurt hat man Mut bewiesen und den Standort nachhaltig gestärkt“, so IV-Vorarlberg Präsident Martin Ohneberg anlässlich der Eröffnung der Gesamtfertigstellung des Ausbau Güterzentrum Wolfurt. Der Ausbau sei nicht nur für die exportintensive Industrie von wesentlicher Bedeutung, mit dem für Westösterreich wichtigsten Güterverkehrsknoten hängen darüber hinaus zahlreiche angehängte Branchen und Arbeitsplätze zusammen.

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