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Vorarlberg beharrt auf Status als Modellregion

Von einer dramatischen Lage auf den Intensivstationen sei man "meilenwert entfernt"
Von einer dramatischen Lage auf den Intensivstationen sei man "meilenwert entfernt" ©VLK/Serra
Trotz steigender Infektionszahlen wollen die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft am Status des Landes als Modellregion festhalten.
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Vorarlberg ist bei der Sieben-Tage-Inzidenz (Mittwoch: 167) schon zu Wochenbeginn hintere andere Bundesländer zurückgefallen. Und obwohl angesichts von aktuell rund 100 Neuinfektionen pro Tag ein weiterer Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz droht, wollen die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft am Status des Landes als Modellregion festhalten. Die vor einem Monat gesetzten Öffnungsschritte sollen so lange wie möglich beibehalten werden, wurde am Donnerstag bekräftigt.

Von dramatischer Lage "meilenweit entfernt"

Die Sieben-Tage-Inzidenz hat in Vorarlberg als Hauptkriterium zur Beurteilung der Lage ausgedient, wie am Donnerstag aus dem Büro von Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) gegenüber der APA neuerlich betont wurde. Es gelte vielmehr Parameter wie die Belegung der Intensivstationen, Impfrate und Testkapazität, aber auch die Wirtschaftslage sowie die Akzeptanz der Bürger hinsichtlich gesetzter Maßnahmen einzubeziehen. Von einer dramatischen Lage auf den Intensivstationen sei man "meilenwert entfernt", hatte Wallner am Dienstag unterstrichen. Von aktuell 52 in Vorarlberg verfügbaren Intensivbetten waren am Donnerstag zehn von Corona-Patienten belegt, 15 Intensivbetten blieben vorerst frei. Zum Vergleich: Als Mitte November vor einer Triage gewarnt wurde, lagen 35 Corona-Erkrankte auf Vorarlbergs Intensivstationen, 20 von ihnen mussten beatmet werden.

Überhaupt seien die Sieben-Tage-Inzidenzen der Bundesländer aufgrund der unterschiedlichen Testtätigkeit nicht vergleichbar. Im westlichsten Bundesland mit seinen etwa 400.000 Einwohnern werden aktuell pro Woche rund 100.000 Personen getestet, damit liege das Testaufkommen um 60 Prozent über dem Österreich-Durchschnitt, heißt es aus Vorarlberg. Die dahintersteckende Logik lautet so: Wo mehr getestet wird, werden auch mehr Infektionen festgestellt.

Keine Ansteckungen in der Gastro

Sowohl Wallner als auch die seit einem Monat geöffnete Gastronomie betonen, dass die Ansteckungen überwiegend in der Familie bzw. im privaten Umfeld passierten. "In der Gastronomie hat es bisher noch keinen einzigen Fall einer Corona-Ansteckung gegeben. Das ist eine außerordentlich erfreuliche Erkenntnis", sagte am Donnerstag Markus Kegele (Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Vorarlberger Wirtschaftskammer). Während Kegele weitere Verbesserungen der Rahmenbedingungen als "mehr als gerechtfertigt" ansah - gemeint war eine Ausweitung der Öffnungsschritte - hatte sich Wirtschaftskammerpräsident Hans-Peter Metzler zuvor kämpferisch gegeben: Sollte Wien ein Zusperren verlangen, "so fordern wir evidenzbasierte Beweise".

Entspannung auf dem Arbeitsmarkt

Wallner und der zuständige Landesrat Marco Tittler (ÖVP) brachten die Öffnungsschritte auch in Zusammenhang mit einer Entspannung auf dem Arbeitsmarkt. Gegenüber dem Vormonat habe sich die Zahl der Arbeitslosen um 1.543 auf etwa 13.600 Personen verringert, sagte Tittler. Das zeige, wie positiv sich bereits kleine Öffnungsschritte auswirken, so Wallner.

"In Vorarlberg konnten wir durch die Öffnung der Gastronomie ein Stück Lebensfreude zurückgewinnen", stellte Mike Pansi, Fachgruppen-Obmann der Vorarlberger Gastronomie, fest. Die sozialen Begegnungen in der Gastronomie brächten allen Menschen im Land eine gewisse Normalität und ein Stück Freiheit. Für die Vorarlberger Beherbergungsbetriebe lieferte die Entwicklung in der Gastronomiebranche die "Perspektive, in weiterer Folge auch die Beherbergungsbetriebe zu öffnen".

(APA)

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